Ausgabe: September 2020, Strom zu Kraftstoff – Wofür brauchen wir PtX?


Arbeit / Aktuell

Besserer Schutz vor Radon

Es entsteht beim Zerfall von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen etwa im Boden oder in Baustoffen: Das radioaktive Edelgas Radon. Es kann sich in der Raumluft anreichern und die Strahlenexposition durch Radon gilt als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs hierzulande. Der Schutz davor ist daher zentrales Element des neuen Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG). „Überschreitet die Radonaktivitätskonzentration in Innenräumen den Wert von 300 Becquerel pro Kubikmeter, müssen Maßnahmen eingeleitet werden“, sagt Christian Küppers vom Öko-Institut. Im Rahmen des StrlSchG hat das Bundesumweltministerium im März 2019 den Radonmaßnahmenplan herausgegeben. „Er sieht vor, die Bevölkerung etwa über Gesundheitsrisiken sowie die Wichtigkeit von Radonmessungen zu unterrichten und beschreibt Maßnahmen, um die Radonexposition zu verringern“, so der stellvertretende Leiter des Bereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit.

Darüber hinaus soll der Radonmaßnahmenplan mindestens alle zehn Jahr evaluiert und aktualisiert werden. Dies bereitet das Öko-Institut nun in einem neuen Projekt für das Bundesamt für Strahlenschutz gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrum SUZ vor. „Hierfür entwickeln wir unter anderem Indikatoren, mit denen die Maßnahmen des Plans etwa zur Information der Öffentlichkeit oder zum Radonschutz in neuen und bestehenden Gebäuden bewertet werden können. Darüber hinaus führen wir eine Befragung der Behörden sowie der Bevölkerung in Gebieten mit höheren Radonkonzentrationen durch“, erklärt Dr. Veronika Ustohalova, Senior Researcher am Öko-Institut. „Durch die Behördenbefragung ermitteln wir unter anderem, wie gut diese auf die Vorgaben des Radonmaßnahmenplans vorbereitet sind und welchen Nachholbedarf es hier noch gibt.“ Die Umfrage der Bevölkerung beleuchtet hingegen etwa die Frage, wie gut diese über das Radonrisiko und mögliche Schutzmaßnahmen informiert ist. Auf dieser Basis kann dann zukünftig überprüft werden, ob Verbesserungen zu erkennen sind, ob die Maßnahmen also wie geplant wirken. Das Projekt „Entwicklung von Indikatoren in einem Kriterienkatalog und Durchführung einer Ersterhebung zur Feststellung der Ist-Situation für die Bewertung des nationalen Radonmaßnahmenplans“ läuft noch bis Dezember 2021.

Karten zur räumlichen Verteilung von Radon in Deutschland des BfS: https://bit.ly/2CJ1HiR

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Ansprechpartnerin und -partner am Öko-Institut
Christian Küppers
Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Büro Darmstadt
Tel.: +49 6151 8191-123
Fax: +49 6151 8191-133
E-Mail schreiben
Dr. Veronika Ustohalova
Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Büro Darmstadt
Tel.: +49 6151 8191-151
Fax: +49 6151 8191-133
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