Ausgabe: September 2016, Rohstoffe – Gewinnung, Verarbeitung, Recycling


Arbeit / Rückblick

Das Schweizer Kernkraftwerk Beznau 1

Stellungnahme zur Sicherheit

Kann das älteste Kernkraftwerk Europas, die Schweizer Anlage Beznau 1, wieder sicher in Betrieb gehen? Diese Frage lässt sich nach Ansicht der Experten des Öko-Instituts derzeit nicht mit „ja“ beantworten – denn noch immer hat der Betreiber Axpo keine technischen Berichte zu seinem bisherigen Vorgehen oder Sicherheitsnachweise vorgelegt.

2015 hatten Ultraschallbefunde über 1.000 Materialfehler im Reaktordruckbehälter von Beznau 1 angezeigt. Dieser umschließt den Reaktorkern inklusive der Brennelemente und ist daher die wichtigste und nicht austauschbare Komponente in einem KKW. „Diese Befunde sind für eine umfassende Ursachenermittlung aber nicht ausreichend“, sagt Simone Mohr vom Öko-Institut, „mit Ultraschallverfahren lassen sich im besten Fall die Lage in der Wand und die Abmaße der Materialfehler analysieren.“ In der Stellungnahme „Ultraschallbefunde des Kernkraftwerks Beznau“ im Auftrag von Greenpeace Schweiz betonen die Wissenschaftler, dass ein qualifiziertes Urteil über die Materialfehler, ihre Ursachen und weitere Entwicklung nur durch spezifische Werkstoffprüfungen möglich sei. Bislang aber hat Axpo Probleme, geeignete Materialproben zu beschaffen. „Einem Weiterbetrieb darf nicht zugestimmt werden, wenn die Sicherheitsnachweise nicht den höchsten Anforderungen genügen“, sagt Mohr.

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Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Simone Mohr
Senior Researcher im Institutsbereich
Nukleartechnik & Anlagensicherheit

Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt

Tel.: +49 6151 8191-146

s.mohr--at--oeko.de

 

Dr. Christoph Pistner
Stellvertretender Leiter des Institutsbereichs
Nukleartechnik & Anlagensicherheit

Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt

Tel.: +49 6151 8191-190

c.pistner--at--oeko.de

 

 

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