Ausgabe: Juni 2021, Noch rund 30 Jahre – Die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle


Im Fokus

Porträt: Asta von Oppen (Bündnis90/Die Grünen)

Sie hat lange gegen ein Endlager gekämpft. Gegen jenes, das in Gorleben entstehen sollte. „Ich habe mich schon 1977 an den Protesten gegen ein Atommülllager im Wendland beteiligt“, sagt Asta von Oppen, „daher war ich sehr erleichtert, dass Gorleben laut dem Zwischenbericht Teilgebiete nun nicht mehr als Endlagerstandort in Frage kommt.“

„Die Beteiligungsformate der Standortsuche brauchen mehr Unterstützung.“

Doch schon vor dieser Entscheidung hat die Aktivistin und Politikerin angefangen, sich für eine gesamtgesellschaftliche Suche nach einem geeigneten Standort zu engagieren. „Mit der Katastrophe von Fukushima und dem endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland gab es einen Neustart in diesem Prozess“, sagt sie. Deswegen hat sie als Sprecherin der Arbeitsgruppe Vorbereitung die erste Fachkonferenz Teilgebiete mit organisiert – sie fand im Februar 2021 mit über 1.000 Personen online statt.

„Hier gab es eine Chance, mitzugestalten“, sagt Asta von Oppen. Aber auch: „Wir hätten deutlich mehr Zeit, finanzielle und fachliche Unterstützung gebraucht.“ Dies fordert sie für zukünftige Engagierte ein, denn Asta von Oppen hat sich gegen eine weitere Beteiligung an den Konferenzen entschieden. „Ich bin aber stolz auf das, was wir als Team erreicht haben“, sagt sie, „wir haben unter schwierigen Bedingungen ein interessantes Angebot zusammengestellt.“

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Kontakt

Asta von Oppen
Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Samtgemeinde Gartow (Kreis Lüchow-Dannenberg)

asta.oppen--at--online.de

Zur Person

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich Asta von Oppen mit der Lagerung radioaktiver Abfälle. Anlass hierfür war das 1977 gestartete Endlagerprojekt in Gorleben, gegen das sich schnell eine umfassende Protestbewegung formierte, zu der auch Asta von Oppen gehörte. Sie war in verschiedenen Bürgerinitiativen aktiv und für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft tätig, war Vorsitzende des Gorleben Archivs und engagiert sich in der Rechtshilfe Gorleben e.V. Darüber hinaus ist Asta von Oppen im Netzwerk Nukleares Gedächtnis (NeNuG) tätig, dessen Gründungsmitglied sie ist, sowie als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Samtgemeinde Gartow (Kreis Lüchow-Dannenberg).

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima und dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland gab es aus Sicht von Asta von Oppen einen Neustart in der Suche nach einem Endlagerstandort. An dieser beteiligte sie sich aktiv: Sie war als Sprecherin der Arbeitsgruppe Vorbereitung in die erste Fachkonferenz Teilgebiete eingebunden, die Anfang Februar 2021 online stattgefunden hat. Bei dieser selbst organisierten Veranstaltung wurde über den Zwischenbericht Teilgebiete der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) diskutiert.

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