Ausgabe: Februar 2017, Lärm – Auswirkungen und Schutz


Im Fokus

Porträt

Percy Appel (Umweltbundesamt)

Am lautesten geht es im Mittelrheintal zu. Dort, wo der Güterverkehr auf seiner Hauptachse zwischen Genua und Rotterdam unterwegs ist. „Hier wird schon mal ein Maximalwert von 100 Dezibel gemessen, das ist lauter als in einer herkömmlichen Disco“, sagt Percy Appel vom Umweltbundesamt, „auch am Dauerschallpegel ist die enorme Belastung für die Anwohner zu sehen.“ Zur Lärmbelastung werden die zum Teil sehr alten Güterverkehrszüge vor allem durch antiquierte Bremsen: „Die so genannten Graugussbremsen rauen die Räder auf, das führt zu enormen Abrollgeräuschen“. Aber auch raue Schienen sind in punkto Lärm ein Problem.

Der Diplom-Ingenieur befasst sich am UBA mit der Lärmverminderung im Schienenverkehr, betreut Forschungsvorhaben, berät die Politik und informiert interessierte Bürger. Er weiß genau, wie sich die Lärmbelastung verringern lässt – etwa über moderne Kunststoffbremsen oder das so genannte akustische Schienenschleifen. „Lärmschutz sollte vor allem bei den Zügen und der Strecke ansetzen und erst dann bei den Wohnungen der Betroffenen.“ Wie es ist, mit Lärm zu leben, weiß Percy Appel übrigens aus eigener Erfahrung: Als Kind wohnte er in der Einflugschneise von Berlin-Tegel. „Als technikaffines Kind hat mich damals aber ehrlich gesagt vor allem die Frage interessiert, welcher Flugzeugtyp gerade über das Haus fliegt, das Bewusstsein für Lärm folgte erst später.“

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Kontakt

Percy Appel
Referent
Fachgebiet I 3.3 „Lärmminderung im Verkehr“

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Tel.: +49 340 210 36 565

percy.appel--at--uba.de

Zur Person

Percy Appel ist im Fachgebiet I 3.3 „Lärmminderung im Verkehr“ des Umweltbundesamtes (UBA) tätig, hier befasst er sich mit der Lärmverminderung im Schienenverkehr. Neben dem Austausch mit Industrie und Politik zur Umsetzung einer möglichst großen Lärmverringerung, betreut er Forschungsvorhaben und steht als Ansprechpartner für interessierte Bürger zur Verfügung. Vor seiner Tätigkeit für das UBA hat der Diplom-Ingenieur unter anderem an der Technischen Universität Berlin sowie in der Konstruktion von Schienenfahrzeugen gearbeitet.

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