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Ausgabe Juni 2015

Kernenergie

Was kommt danach?

Editorial


Eine Million Jahre

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Schon bei meiner ersten Podiumsdiskussion – das war 1975 in Worms – ging es um ein Kernkraftwerk. Wir diskutierten über Biblis. Als das Thema Abfälle aufkam, sagte der Betreiber: „Das werden wir schon hinkriegen“. Und ich erwiderte: „So einfach wird das wohl nicht. Ich befürchte, das müssen wir später aufräumen.“

Später. Das ist heute – und Deutschland sucht jetzt eine Stätte, der 28.100 Kubikmeter hochradioaktiver Abfall anvertraut werden können. Einen Standort, der die bestmögliche Sicherheit für einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleistet. So steht es im Gesetz. Kein von Menschenhand errichtetes Gebäude, keine Anlage, keine Technik kann eine sichere Verwahrung über solch lange Zeiträume gewährleisten, zu stark nagen die Kräfte der Natur. Nur geologische Formationen haben die nötige Stabilität, die Lasten der vergangenen rund 50 Jahre nuklearer Energiegeschichte...

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Eine Million Jahre

Im Fokus


Gehört werden

Die Evangelische Akademie in Loccum

Sicher ist er sich nicht, dass seine Vorschläge die Akademie verlassen. Doch man könne es wenigstens probieren, sagt der junge Mann nach vielen Diskussionen zum Thema Endlager. Im Laufe einer zweitägigen Schülertagung an der Evangelischen Akademie in Loccum hat er gemeinsam mit anderen Jugendlichen Forderungen an die Endlagerkommission erarbeitet. „Die Schüler erwarten zum Beispiel eine ausreichende Bürgerbeteiligung und die Umsetzung der sichersten Lösung, aber auch, dass die... mehr

Gehört werden

Entscheidungen von morgen

Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Suche nach einem Endlagerstandort

Deutschland sucht nach einem Endlagerstandort. Mit dem Standortauswahlgesetz wurde 2013 ein mehrstufiger Prozess in Gang gesetzt, an dessen Beginn 2014 die Einrichtung der so genannten Endlagerkommission stand. Ab 2016 soll nach einem Ort gesucht werden, an dem der hochradioaktive Müll langfristig gelagert werden kann. Bis ein Endlager tatsächlich in Betrieb geht, wird es nach Einschätzung der Wissenschaftler des Öko-Instituts aber noch Jahrzehnte dauern. Der Verschluss des... mehr

Entscheidungen von morgen

Langsames Verschwinden

Der Rückbau von Kernkraftwerken

Die letzte Kilowattstunde ist im Netz. Und jetzt? Anders als beim Berliner Flughafen Tegel oder dem Gasometer in Oberhausen ist die alternative Nutzung bei Kernkraftwerken nach ihrem Betrieb keine allzu verlockende Option. Ihr Rückbau ist daher die einzige Alternative und bereits an mehreren Standorten im Gang. Das komplexe Verfahren kostet für einen Reaktor rund eine dreiviertel Milliarde Euro. Von der Planung des Rückbaus bis zu seiner Beendigung können 20 Jahre und mehr... mehr

Langsames Verschwinden

„Wir haben eine Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen“

Im Interview: Michael Sailer (Öko-Institut)

Die Berufsbiografie von Michael Sailer ist klar vom Thema Kernenergie geprägt. Früh engagierte er sich für den Ausstieg aus der Atomkraft, heute ist er Vorsitzender der Entsorgungskommission (ESK) und Mitglied der Endlagerkommission. Sailer ist ein Kritiker der Kernenergie und ein profilierter Nuklearexperte. Seit 35 Jahren setzt er diese Expertise für das Öko-Institut ein, zu dessen Geschäftsführung er seit 1999 gehört. Mit eco@work sprach Sailer über sein Engagement bei der... mehr

„Wir haben eine Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen“

Information

Porträt: Beate Kallenbach-Herbert will Wissen vermitteln

Beate Kallenbach-Herbert ist Maschinenbau-Ingenieurin. Aber sehr schnell entdeckte sie, dass es vor allem die Schnittstelle... mehr

Information

Interesse

Porträt: Katja Westerkamp erwartet Einbeziehung

„Das betrifft auch uns“, sagt sie mit Nachdruck, „unsere Generation und die nachkommenden Generationen werden mit der... mehr

Interesse

Intensität

Porträt: Prof. Dr. Barbara Reichert genießt Diskussionen

Jedes Mal ist sie begeistert, wenn das Flugzeug abhebt. Volle Schubkraft und ab in den Himmel. „Ich bin ein Technikfan“, sagt... mehr

Intensität

Arbeit / Aktuell


Gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam begegnen

Das Reallabor Nordschwarzwald (ReNo)

Klimawandel, demografischer Wandel oder nachhaltige Stadtentwicklung – viele Herausforderungen unserer Zeit brauchen die Zusammenarbeit von Gesellschaft und Wissenschaft. Wie diese gestaltet werden kann, zeigt eine Initiative des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: Ab 2015 fördert das Ministerium die Einrichtung von so genannten Reallaboren. „Die Reallabore sind als Foren zu verstehen, in denen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Verbänden und... mehr

Gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam begegnen

Passiver Schallschutz in der Umgebung von Flughäfen

Evaluation der zweiten Fluglärmschutzverordnung

Eine wichtige Aufgabe des Gesetzgebers besteht darin, die Anwohner von Flughäfen und die Allgemeinheit vor Beeinträchtigungen durch Fluglärm zu schützen. Dies wird hierzulande durch das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm (FluLärmG) umgesetzt, dessen Vorgaben in weiteren Rechtsverordnungen konkretisiert werden. So wurden in der zweiten Fluglärmschutzverordnung (2. FlugLSV, „Flugplatz-Schallschutzmaßnahmen-Verordnung“) Schallschutzanforderungen für Neubauten festgelegt und Regelungen... mehr

Passiver Schallschutz in der Umgebung von Flughäfen

Was bewirken politische Maßnahmen?

Ein Stock Exchange Modell für den Gebäudesektor

Wirkungsvolle Dämmung, die richtigen Fenster, moderne Heizsysteme – im Gebäudebestand liegt viel Potenzial für mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Die Politik setzt hier an, etwa mit Sanierungsstandards oder Förderprogrammen. Doch wie wirken sich solche Instrumente konkret aus? Diese Frage können die Wissenschaftler des Öko-Instituts nun noch fundierter beantworten: Sie haben das Modell „Building Stock Transformation Model“ (Building-STar) entwickelt, das den... mehr

Was bewirken politische Maßnahmen?

Mehr Bio auf öffentlichen Tellern

Praxisleitfaden für Kommunen

Der Außer-Haus-Markt birgt enormes Potential für den Absatz von Biolebensmitteln. Ein Praxisleitfaden soll Kommunen zeigen, wie sie Bioessen in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und anderen kommunalen Einrichtungen fördern können. Nach wie vor sind Biospeisen in öffentlichen Einrichtungen oder an Schulen und Kindertagesstätten Mangelware. Durch eine gezielte Nachfrage kann hier Abhilfe geboten werden. Der Leitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ wird im Auftrag des Bio-Städte-Netzwerks vom... mehr

Mehr Bio auf öffentlichen Tellern

Nachhaltigkeit und Telekommunikation

Studie für die Global e-Sustainability Initiative (GeSI)

Wie nachhaltig sind Telekommunikationsprodukte und -dienste? Die Beantwortung dieser Frage ist für große Unternehmen und Verbände eine immense Herausforderung – denn die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind überaus komplex. Bei Diensten, wie Video-on-Demand oder E-Mail, werden komplexe Infrastrukturen in Anspruch genommen. Produkte sind unter anderem durch weit verzweigte Wertschöpfungsketten gekennzeichnet. Ein aktuelles Projekt im Institutsbereich Produkte &... mehr

Nachhaltigkeit und Telekommunikation

Arbeit / Rückblick


700.000 Elektroautos bis 2020: gut für Klima und Kosten

Studie zu Wirtschaftlichkeit in gewerblicher Nutzung

Die meisten Elektroautos stehen schon heute in gewerblichen Fuhrparks. Es gibt viele Gründe, warum mehr als 90 Prozent der in Deutschland zugelassenen elektrischen Fahrzeuge hier genutzt werden, so etwa steuerliche Vorteile und die oft günstigeren Gewerbestromtarife. Doch wie wirtschaftlich ist die gewerbliche Nutzung tatsächlich? Dies haben die Wissenschaftler des Öko-Instituts im Auftrag des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. analysiert. „Die... mehr

700.000 Elektroautos bis 2020: gut für Klima und Kosten

Das Heizkraftwerk München Nord

Szenarien zum Ausstieg

Welche ökologischen und ökonomischen Folgen hätte ein Ausstieg aus der Kohleverbrennung im Block 2 des Heizkraftwerks München Nord? Diese Frage haben die Stadtwerke München unter Einbeziehung der Expertise des Öko-Instituts analysiert. Zwar würde eine vorzeitige Stilllegung die CO2-Emissionen spürbar vermindern, so die Untersuchung, jedoch mit deutlichen ökonomischen Nachteilen für die Stadtwerke München. Unter den heute einschätzbaren Rahmenbedingungen wäre eine Abschaltung des... mehr

Das Heizkraftwerk München Nord

GLOBALANDS: Für eine nachhaltigere Landnutzung weltweit

Projekt fordert internationale Lösungen

Wir brauchen den Boden. Für unsere Ernährung, für das Klima, für die biologische Vielfalt. Dennoch werden Land und Böden oftmals nicht nachhaltig genutzt. Wie politische Prozesse hier entgegenwirken können, hat das Projekt „GLOBALANDS“ im Auftrag des Umweltbundesamtes analysiert. An der Untersuchung unter Leitung des Internationalen Instituts für Nachhaltigkeitsanalysen und Strategien (IINAS) waren mehrere Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter auch das Öko-Institut. „Wir... mehr

GLOBALANDS: Für eine nachhaltigere Landnutzung weltweit

Das Portal Green Champions 2.0

Umweltfreundlichere Sportevents

Für Veranstalter von Sportevents, die ihre Veranstaltung umweltfreundlicher gestalten wollen, gibt es ein neues Portal: Green Champions 2.0 zeigt, wie Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt werden können. Die Veranstalter können auf der Seite nach geeigneten Maßnahmen suchen und dabei Ort und Größe des Events ebenso berücksichtigen wie die Jahreszeit. Green Champions 2.0 bietet darüber hinaus für jede Veranstaltungsgröße Checklisten und anschauliche Praxisbeispiele. Das Portal wurde... mehr

Das Portal Green Champions 2.0

Perspektive


Das Mittel der Wahl

Eine Maßnahme gegen die Klimaschutzlücke im Stromsektor

Für 2020 wurde ein klares Klimaziel festgelegt: Bis dahin sollten hierzulande die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent (im Vergleich zu 1990) gesenkt werden. Nun bleiben noch fünf Jahre bis zum Zwischenstopp auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiezukunft. Und es zeigt sich: Wir sind nicht so weit, wie wir sein müssten. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird Deutschland seine 2020er-Klimaziele verfehlen. Der Projektionsbericht, den das Öko-Institut 2015 für das Bundesumweltministerium...

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Das Mittel der Wahl

Einblick


Neues im Vorstand

Die Wahlergebnisse

Am 30. Mai fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Öko-Instituts in Darmstadt statt. Bei der Wahl der Vorstandsmitglieder wurden Ulrike Schell und Thomas Rahner nach erneuter Kandidatur für zwei weitere Jahre ins Amt gewählt. Neben den bereits bekannten Gesichtern beginnt Gerald Kirchner als neues Vorstandsmitglied seine erste Amtszeit. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind außerdem: Christof Timpe als Vertreter der erweiterten Institutsleitung sowie Michael Sailer als... mehr

Neues im Vorstand

Die Macht der Schönheit

Buchtipp

Prof. Dr. Peter Cornelius Mayer-Tasch, Politik-, Rechts- und Kulturwissenschaftler und Mitglied des Kuratoriums des Öko-Instituts beleuchtet in seinem neuesten Buch den Zusammenhang zwischen politischer Macht und dem ästhetischen Phänomen der Schönheit. Das Buch erklärt, wie ein dem Menschen angeborenes Verlangen nach Schönheit demjenigen Macht verleiht, der diese in irgendeiner Weise verkörpert oder zur Annäherung an ebendiese verhelfen kann. „Die Macht der Schönheit“ von Prof.... mehr

Die Macht der Schönheit

Der Arbeitsplatz von Dominik Seebach

Sibirien bleibt kalt!

Ein Plakat fängt sofort den Blick beim Betreten des Büros von Dominik Seebach, Senior Researcher im Bereich Energie & Klimaschutz Freiburg: Sibirien bleibt kalt! Der Grund: Russland hatte das Kyoto-Protokoll ratifiziert und damit trat es verbindlich in Kraft. Er selbst arbeitet zu Klimaschutz und erneuerbaren Energien. Damit auch sein Sohn – siehe Bildschirm – und alle anderen noch lange den Winter im nahegelegenen Schwarzwald oder im fernen Sibirien genießen können. mehr

Der Arbeitsplatz von Dominik Seebach

Vorschau


Halbzeit Energiewende

Zwischen 1980 und 2050

Vor 35 Jahren prägten die Wissenschaftler des Öko-Instituts den Begriff der Energiewende. Sie veranschaulichten in einer Studie: Wachstum und Wohlstand sind auch ohne fossile Energien und Kernenergie möglich. Auf dem Weg zu einer alternativen Energiezukunft sind viele wichtige Schritte eingeleitet worden, der Ausstieg aus der Kernenergie ebenso wie der steigende Ausbau erneuerbarer Energien. Und die Experten zeigen heute: Eine vollständig nachhaltige Energieerzeugung ist in den nächsten...

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Halbzeit Energiewende

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