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Ausgabe September 2015

Halbzeit Energiewende

Zwischen 1980 und 2050

Editorial


Energiewende: halbe Zeit, voller Erfolg?

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Mit dem Buch „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ hat das Öko-Institut 1980 zum ersten Mal umfassende Szenarien für eine alternative Energiezukunft vorgelegt. Florentin Krause, Hartmut Bossel und Karl-Friedrich Müller-Reißmann beschrieben erstmalig, wie Wachstum von Strom- und anderem Energieverbrauch entkoppelt werden können. Sie haben Energieeffizienz als Schlüssel für die langfristige Senkung des Energiebedarfs dargestellt. Es war eine bahnbrechende erste Energiewende-Studie, die reichlich Stoff für zum Teil sehr emotional geführte Diskussionen gab. Ich selbst habe seit der Gründung des Darmstädter Standortes 1980 den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Sicherheit von Kernkraftwerken gelegt und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen immer wieder die Schwachstellen und Gefahrenpotenziale dieser Technologie aufgezeigt. In den 35 seither vergangenen...

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Energiewende: halbe Zeit, voller Erfolg?

Im Fokus


Crowdfunding für nachhaltige Projekte

Von Karotten und Windkraft

Heute lagern die Karotten unter der Erde, umweltfreundlich und energiesparend. Denn ein Kühlhaus ist nicht mehr nötig, seit es im Lebensgarten Dreisamtal die Erdmiete gibt. Diese jahrhundertealte Methode nutzt die Erdtemperatur zur Kühlung. Dass der Hof trotz der Ausgaben für die Erdmiete seine Gemüsevielfalt erhalten kann, verdankt er unter anderem der Plattform EcoCrowd. Nachträglich wurden hier bei 51 Unterstützern die Einrichtungskosten eingeworben. Die Idee für EcoCrowd... mehr

Crowdfunding für nachhaltige Projekte

Wo stehen wir zur Halbzeit der Energiewende?

Nach 35 Jahren

Als das Öko-Institut im Jahr 1980 das Buch „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ vorlegte, zeigten die Wissenschaftler damit: Die Energiewende ist machbar. Seither ist in Deutschland viel passiert in Sachen Energiewende. Der Klimawandel hat das gesellschaftliche und politische Bewusstsein erreicht – und erfordert eine weitgehende Dekarbonisierung bis 2050. Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde beschlossen, verzögert und wird nun bis 2022 in die Tat... mehr

Wo stehen wir zur Halbzeit der Energiewende?

Was braucht es für die konsequente Umsetzung der Energiewende?

Noch 35 Jahre

Für die kommenden Jahre und Jahrzehnte hat Deutschland klare Ziele: Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent gemindert werden, für die folgenden Etappen sind 55 Prozent (2030), 70 Prozent (2040) sowie 80 bis 95 Prozent (2050) festgeschrieben. 35 Jahre bleiben für die Realisierung der Energiewende. Für ihr Gelingen braucht es die Umsetzung beschlossener Maßnahmen und die Etablierung neuer Instrumente ebenso wie eine kontinuierliche Überprüfung des... mehr

Was braucht es für die konsequente Umsetzung der Energiewende?

Halbzeit unentschieden?

Ein Gastbeitrag von Dieter Seifried

Den Beginn der Energiewende durfte ich am Öko-Institut mitgestalten. Zusammen mit drei Kollegen habe ich bis 1985 die Handlungsstrategie „Rekommunalisierung der Energieversorgung“ entworfen. Mit den Analysen und Handlungsempfehlungen sollten Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden, die eine Umsetzung des Energiewendeszenarios von 1980 bislang verhinderten. Der Schwerpunkt der Studie zielte darauf ab, die bestehenden ökonomischen Fehlanreize wie die Tarifstrukturen und die... mehr

Halbzeit unentschieden?

Szenarien

Porträt: Franziska Flachsbarth blickt in die Zukunft

Philosophie und Literatur, das hat ihr Spaß gemacht. Doch irgendwann hat Franziska Flachsbarth gemerkt, dass etwas fehlt. „Ich... mehr

Szenarien

Strukturen

Porträt: Martin Weiß arbeitet im Maschinenraum

Er will nicht nur justieren, er fordert neue Strukturen. „Bisher wurde bei der Energiewende nach dem Leitsatz vorgegangen: Wie... mehr

Strukturen

Systeme

Porträt: Jan Adrian Schönrock plant intelligente Netze

Lionel Messi spielt für einen Moment auch mit. Aber nur, damit Jan Adrian Schönrock erklären kann, warum sich das Energiesystem... mehr

Systeme

Arbeit / Aktuell


Ökodesign als Qualitätskriterium

Unterstützung für Politik und Unternehmen

Aus welchem Material ein Produkt hergestellt ist, wie gut es repariert werden kann, wie hoch sein Energieverbrauch ist – all diese Fragen sind wesentlich für die mit einem Produkt über seinen Lebensweg verbundenen Umweltauswirkungen. Die Weichen dafür werden schon in der Produktentwicklung und beim Produktdesign gestellt. Doch obwohl ein ökologisches Design zentral für die Umweltauswirkungen von Produkten ist, ist es bisher in den meisten Unternehmen kein fest verankerter... mehr

Ökodesign als Qualitätskriterium

Transparent und vergleichbar

Anrechnungsregeln für Emissionsminderungen von Treibhausgasen

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls ermöglichen es Anrechnungsregeln, die Emissionsminderungen der Industriestaaten transparent nachzuverfolgen und die Zielerreichung festzustellen. Damit Entwicklungs- und Schwellenländer wirksam in den globalen Klimaschutz einbezogen werden können, braucht es zusätzliche Regeln, die diesen Ländern und ihren Zielarten gerecht werden. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erarbeitet das Öko-Institut im Auftrag... mehr

Transparent und vergleichbar

Nachhaltigkeitskonzept für Olympia 2024

Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte

Noch steht nicht fest, wo die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in neun Jahren stattfinden werden, doch die Planungen für die Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) laufen auf Hochtouren. Für Hamburgs Bewerbung als Host City 2024 erarbeiten das Öko-Institut und die Deutsche Sporthochschule Köln derzeit in enger Abstimmung mit der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) und weiteren Akteuren wesentliche Bausteine für ein Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept.... mehr

Nachhaltigkeitskonzept für Olympia 2024

WohnMobil – neue Konzepte

Zusammen leben und bewegen

Viele Baugruppen schaffen Wohnraum, der sich durch Innovation und Nachhaltigkeit auszeichnet. Nachhaltige Bauweisen kommen dabei ebenso zum Einsatz wie gemeinsam genutzte Räume und gemeinschaftliche Mobilitätslösungen. Ihnen gegenüber stehen Wohnungsbaugesellschaften, die zwar über Kapital und Planungserfahrung verfügen, aber selten innovative und kreative Lösungen für ihre Bewohner anbieten. Die Kompetenzen beider Akteure zusammenzubringen, ist das Ziel eines aktuellen Projekts... mehr

WohnMobil – neue Konzepte

Recyclingstandards für Ghana

Unterstützung für Unternehmen

Das Elektroschrottaufkommen in Ghana aus inländischen Haushalten und Gewerben steigt jährlich und tausende Menschen dort leben von der Wiedergewinnung von Metallen daraus, meist informell. Gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung sind an der Tagesordnung. Ziel eines aktuellen internationalen Projektes des Öko-Instituts für das World Resources Forum ist es, kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, Teil eines verantwortungsvollen ghanaischen... mehr

Recyclingstandards für Ghana

Energiesparend gekühlt

Ausschöpfen von Potenzialen

Professionelle Kühl- und Gefrierschränke, wie sie beispielsweise in der Hotelbar, der Eisdiele oder im Supermarkt verwendet werden, sollen effizienter werden. Ziel eines aktuellen Projektes des Öko-Instituts und von mehreren europäischen Partnern für die Europäische Kommission ist es, die Energieeinsparpotenziale von professionellen Kühlgeräten besser auszuschöpfen. Durch den Austausch von ineffizienten durch effizientere Geräte können Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent... mehr

Energiesparend gekühlt

Arbeit / Rückblick


Neue Verpflichtungen für Klimaschutzbeitrag der Land- und Forstwirtschaft

Einbeziehung in bestehende Methoden und Instrumente

Auch der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) ist für Treibhausgasemissionen verantwortlich – doch bislang bestehen auf EU-Ebene keine Verpflichtungen zur Emissionsminderung. Das soll sich nun ändern: LULUCF soll einen eigenen Klimabeitrag leisten, so will es die EU. „Das ist grundsätzlich absolut zu begrüßen“, sagt Dr. Hannes Böttcher vom Öko-Institut, „die Frage ist jedoch, wie LULUCF einbezogen werden kann ohne das EU-Klimaziel zu gefährden.“ In... mehr

Neue Verpflichtungen für Klimaschutzbeitrag der Land- und Forstwirtschaft

Effizienz in der Abfallwirtschaft

Studie zu Klimaschutzpotenzial

Durch die Steigerung der Recyclingbemühungen können alle OECD-Staaten noch erheblich zur Senkung der Treibhausgasemissionen beitragen – das zeigt eine Studie von Öko-Institut und IFEU Heidelberg. Sie beleuchtet die Situation in den USA und der EU und betrachtet zusätzlich Ägypten und Indien. Im Auftrag des Umweltbundesamtes haben die Wissenschaftler untersucht, welches Klimapotenzial in der Abfallwirtschaft dieser Länder besteht. Denn: Methanemissionen verschlechtern die... mehr

Effizienz in der Abfallwirtschaft

Gesellschaftliche Transformation braucht übergreifende Strategien

Koordination von Instrumenten, Kooperation zwischen Akteuren

Wie kann die gesellschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit gelingen – so etwa mit Blick auf ein alternatives Verkehrssystem oder die Energiewende? Ein aktuelles Forschungsvorhaben des Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes zeigt: Notwendig sind politische Gestaltung und ein strategisches Management, das viele Akteure und Kooperationen umfasst. „Wir brauchen keine punktuellen Eingriffe, sondern übergreifende Konzepte und... mehr

Gesellschaftliche Transformation braucht übergreifende Strategien

Abbaugrenzen in Garzweiler

Klimaschutz in NRW

Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, müssen auch die Bundesländer ihren Beitrag leisten. Das Klimaschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen etwa sieht vor, dass die Treibhausgasemissionen hier im Vergleich zu 1990 bis 2020 um mindestens 25 Prozent sowie bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, muss jedoch der Braunkohleabbau in NRW zurückgefahren werden. Bis 2015 will die nordrhein-westfälische Landesregierung eine neue Leitentscheidung... mehr

Abbaugrenzen in Garzweiler

Perspektive


Wer hat Angst vor Suffizienz?

Von guten Ideen, realpolitischen Befürchtungen und möglichen Beiträgen

Nachhaltig produzieren und konsumieren – wie geht das? Bei dieser Frage stehen Realpolitik und Grundsatzdenken oft merkwürdig unverbunden nebeneinander. Auf der einen Seite gibt es einen breiten, eher abstrakten Konsens darüber, dass neben Effizienz und Kreislaufwirtschaft (Konsistenz) auch ein Weniger an Konsum und Produktion nötig ist (Suffizienz). In der Umfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland 2014“ stimmten 64 Prozent der Befragten der folgenden Aussage zu: „Die Umwelt kann nur...

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Wer hat Angst vor Suffizienz?

Einblick


„Es geht um nicht weniger als unsere Existenzgrundlage.“

Im Gespräch: Susanne Fröschl, neue Geschäftsführerin am Öko-Institut

Du bist jetzt seit März am Institut. Was ist Dir seither aufgefallen?
Vor allem die vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen, die mit phantastischem Einsatz an wichtigen Themen und Projekten arbeiten. Und eine kritische, aber konstruktive Diskussionskultur, die ich wohltuend und herausfordernd zugleich finde. Welche Ideen willst Du voranbringen?
Das Öko-Institut „liefert“ seit bald 40 Jahren Wissen und Lösungen für zentrale Umweltfragen. Ich möchte auf der Managementebene... mehr

„Es geht um nicht weniger als unsere Existenzgrundlage.“

„Wolfgang, Du wirst uns fehlen.“

Ein Nachruf

Plötzlich und völlig unerwartet ist am 11. August 2015 unser lieber Kollege Dr. Wolfgang Jenseit im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren wir einen national und international anerkannten und geschätzten Kollegen, der mit seiner engagierten und kritischen Art fast 25 Jahre lang zum Gelingen des Institutes entscheidend beitrug. Sein Arbeitsschwerpunkt lag auf der Begleitung von Genehmigungsverfahren, der Erfassung und Bewertung von Umweltwirkungen bei der Gewinnung... mehr

„Wolfgang, Du wirst uns fehlen.“

Vorschau


Green Economy

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Kohlenstoffarm, ressourceneffizient und sozial integrierend – so beschreibt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die Green Economy. Das „grüne Wirtschaften“ ist zum modernen Schlagwort für eine nachhaltigere Zukunft geworden. Doch steckt dahinter wirklich eine neue Idee? Oder gibt die Green Economy einfach nur alten Konzepten wie dem nachhaltigen Wirtschaften ein attraktives neues Etikett, während die Inhalte identisch geblieben sind? Die kommende Ausgabe der eco@work, die...

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Green Economy

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