Gemeinsam für Veränderung E-Paper zum Blättern E-Paper als PDF herunterladen
Ausgabe Juni 2014

Gemeinsam für Veränderung

Der Beitrag der Transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung

Editorial


Transdisziplinarität nicht erst seit heute

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Wenn man mich fragen würde, wann das Öko-Institut zum ersten Mal transdisziplinär gearbeitet hat – also Herausforderungen des Umweltschutzes mit allen Beteiligten aus Wissenschaft und Gesellschaft diskutierte – würde ich sagen: bereits seit seiner Gründung. Denn schon die ersten Analysen unserer Wissenschaftler in den 1970er Jahren waren ein Produkt gemeinsamer Arbeit von Bürgerinitiativen, Umweltrechtlern und alternativer Forschung. Die Experten griffen Wissen anderer auf und verarbeiteten es weiter; Vertreter aus Umweltverbänden aber auch andere brachten dieses Wissen in politische Entscheidungsprozesse ein. Man kann also durchaus sagen, dass wir am Öko-Institut bereits transdisziplinär gearbeitet haben, bevor das überhaupt so hieß.

Den letzten großen Überblick zum Thema Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung hat unser Jahresbericht 2012 gegeben. Mit dieser Ausgabe der...

mehr
Transdisziplinarität nicht erst seit heute

Im Fokus


Partizipation in der Wissenschaft

Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende

Veränderungen in althergebrachten Strukturen der Forschungspolitik als Beitrag für die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft – dies strebt die Plattform Forschungswende an. „Die Plattform will zivilgesellschaftliche Organisationen etwa aus den Bereichen Umwelt oder Entwicklungshilfe bei einer Teilnahme am Wissenschaftssystem unterstützen“, erklärt Dr. Steffi Ober, die Koordinatorin der Plattform, „wir brauchen Akteure aus der Zivilgesellschaft in Wissenschaft und... mehr

Partizipation in der Wissenschaft

Neues Wissen

Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Extremwetterereignisse häufen sich. Das Ende der fossilen Rohstoffe wird berechnet. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Klimawandel, Ressourcenverknappung und demografischer Wandel sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Und sie haben noch etwas gemeinsam: Sie betreffen uns alle. Die Wissenschaft ebenso wie die Politik ebenso wie die Wirtschaft ebenso wie die Zivilgesellschaft. Daher ist eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure für eine gemeinsame Bewältigung globaler... mehr

Neues Wissen

Der Nachhaltigkeitstrainer

Global Value – ein Instrument für multinationale Unternehmen

Christiane WeiheNoch besser werden. Nicht nur in Sachen Produkte und Dienstleistungen. Sondern umfassend. Das scheint für viele Unternehmen selbstverständlich. Nachhaltigkeitsmaßnahmen für eine gute Mitarbeiterentwicklung, eine effiziente Energieversorgung oder auch ein umweltgerechtes Abfallmanagement sind weit verbreitet. Doch wirkt sich die Tätigkeit von multinationalen Unternehmen tatsächlich auf globale Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele aus – so etwa die Armutsbekämpfung... mehr

Der Nachhaltigkeitstrainer

Erfolgreiche Wege zum Wandel

Ein Gastkommentar von Dr. Kora Kristof

Ressourcenleicht, immissionsneutral, gerecht – das sind die zentralen Ziele der anstehenden großen Veränderungen, wenn wir die Belastungsgrenzen des Systems Erde, das Wohlergehen aller Menschen und die Idee einer globalen und generationenübergreifenden Gerechtigkeit ernst nehmen.* In Nischen wachsen schon heute viele interessante Nachhaltigkeitslösungen. Mainstream werden sie aber nur, wenn erstens an den im Gesamtsystem zentralen Punkten die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt... mehr

Erfolgreiche Wege zum Wandel

Bewahrung

Dr. Bettina Brohmann hat viele Projekte im Blick

Ihr Gehirn muss die Kapazitäten einer beachtlichen Festplatte haben. Sorgsam strukturiert und gut geordnet. Denn Dr. Bettina... mehr

Bewahrung

Betrachtung

Prof. Dr. Lucia Reisch erwartet Veränderungen

Sie ist am Flughafen, auf dem Weg in die Heimat. Kurz vor der Sicherheitskontrolle erläutert Prof. Dr. Lucia Reisch anschaulich... mehr

Betrachtung

Beteiligung

Prof. Dr. Angelika Zahrnt fordert kreativen Austausch

Sie kann sich gut an den intensiven Austausch in den 1980ern erinnern. Einen Austausch zwischen Aktiven der Umweltbewegung und... mehr

Beteiligung

Arbeit / Aktuell


Bessere Recyclingverfahren für die Leistungselektronik

Wichtige Inhaltsstoffe aus Elektrofahrzeugen

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Elektrofahrzeuge in Zukunft entscheidend zum Klimaschutz beitragen. Dies verursacht neue Herausforderungen auch für die Recyclingindustrie – etwa mit Blick auf die Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen, für deren Bauelemente es bisher kein optimiertes Recyclingverfahren gibt. Im Projekt „Elektrofahrzeugrecycling 2020 – Schlüsselkomponente Leistungselektronik“ sollen daher optimierte Recyclingverfahren entwickelt werden, durch die... mehr

Bessere Recyclingverfahren für die Leistungselektronik

Wissenschaftliche Koordination

Forschungsprojekte zur Energiewende begleiten

In 33 großen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und über 100 Teilprojekten werden sich in den kommenden drei Jahren Wissenschaftler und Praxispartner den Kernfragen der Energiewende widmen: Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) befassen sich Hochschulinstitute, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Praxispartner mit Entwicklungsmöglichkeiten des Energiesystems sowie Beteiligungsoptionen für Bürger. Darüber hinaus betrachten sie die politische... mehr

Wissenschaftliche Koordination

Das Beste aus zwei Welten: erste Projekterfolge

Das Projekt „Best of two worlds“ ist 2012 angetreten, gemeinsam mit Partnern in Ghana und Ägypten das nachhaltige Sammeln und Recyceln von Elektroschrott zu verbessern. Dabei arbeiten die Forscher mit Industriepartnern in Europa sowie in den Entwicklungsländern zusammen, um Schrotte, die in Afrika anfallen, vor Ort zu sammeln und aufzubereiten. Komponenten, die nicht in der Region verwertet werden können, werden in Europa von Spezialisten recycelt. Nun ist ein erster Container... mehr

Das Beste aus zwei Welten: erste Projekterfolge

Gut aufbewahrt - Energie für morgen

Überschüssige Energie aus Wind und Sonne zu speichern ist ein Kernelement der Energiewende. Dabei gelten neue Batterien wie Lithium-Ionen Batterien, Natrium-Schwefel Batterien, Redox-Flow Batterien oder Zink-Luft Batterien heute als vielversprechend. Viele dieser neuen Systeme benötigen kritische Rohstoffe, deren Verfügbarkeit unsicher ist und deren Primärproduktion sich negativ auf die Umwelt auswirkt. Welche Rohstoffe für welche Speichersysteme benötigt werden, welche... mehr

Gut aufbewahrt - Energie für morgen

Abfall und Ressourcen in der EU

Wie viel Abfall produzieren die einzelnen EU-Länder und was passiert damit? Wie können Ressourcen in Europa effizienter verwendet werden? Das Öko-Institut unterstützt Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union, für weitere drei Jahre dabei, die Datenbasis für das „Umweltdatenzentrum für Abfall“ zu verbessern. Ein Schwerpunkt dabei ist es, zu überprüfen, ob die EU-Ziele zur Vermeidung von Abfall, zur Gewinnung von Sekundärrohstoffen daraus und zur thermischen Behandlung... mehr

Abfall und Ressourcen in der EU

Rohstoffkooperation unter der Lupe

Grönland und die EU haben sich 2012 auf eine Rohstoffpartnerschaft verständigt – als Chance für die wirtschaftliche Entwicklung des Inselstaates und als Ressourcenquelle für die Europäische Union. Das Öko-Institut ermittelt nun im Auftrag der Europäischen Kommission, wie diese Kooperation wirtschaftlich erfolgreich sein und dabei möglichst umwelt- und sozialverträglich gestaltet werden kann. Die Experten gehen den Fragen nach, welche Rohstoffpotenziale erschlossen werden können,... mehr

Rohstoffkooperation unter der Lupe

Arbeit / Rückblick


Alternde Kernkraftwerke in Europa: Sicherheitsniveau sinkt

Öko-Institut führt Studie für Greenpeace durch

30 bis 40 Jahre sollten die 152 Kernkraftwerke in EU, Schweiz und Ukraine eigentlich laufen – für diese Laufzeit wurden sie technisch konzipiert. Schon heute beträgt ihr durchschnittliches Alter 29 Jahre. Und die Laufzeiten sollen auf 50 bis 60 Jahre verlängert werden. „Hinzu kommt, dass die Anlagen mehr thermische Energie erzeugen müssen“, erklärt Simone Mohr vom Öko-Institut. Für Greenpeace hat das Öko-Institut eine Studie zur Sicherheit der Kernkraftwerke in Europa... mehr

Alternde Kernkraftwerke in Europa: Sicherheitsniveau sinkt

Recycling statt Müllverbrennung

Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz

Will die Abfallwirtschaft einen Beitrag zur Energiewende leisten, muss sie auf dem Weg zur echten Kreislaufwirtschaft auf Recycling statt auf Müllverbrennung setzen. Wesentlich ist es, Abfälle möglichst umfassend stofflich zu verwerten. Zusätzlich müssen die verbleibenden Abfallstoffe flexibel und effizient zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Öko-Instituts im Auftrag des BDE Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser-... mehr

Recycling statt Müllverbrennung

Überhöhte Temperaturen, Freisetzung von Radioaktivität

Studie bestätigt Mängel im Betrieb des Versuchsreaktors AVR Jülich

Bis 1988 war am Forschungszentrum Jülich ein Versuchsreaktor in Betrieb. Im AVR (Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor) Jülich, einem Kugelhaufenreaktor, wurde der Reaktorkern aus etwa 100.000 Brennelementkugeln statt wie üblich aus Brennstäben gebildet. Die Kühlung erfolgte mit Gas statt wie üblich mit Wasser. Während seiner Laufzeit kam es zu überhöhten Temperaturen im Reaktorkern sowie hohen Freisetzungen von Radioaktivität aus den Kugelbrennelementen. Wo liegen die Ursachen... mehr

Überhöhte Temperaturen, Freisetzung von Radioaktivität

Industrie nicht benachteiligt

Den Emissionshandel stärken

Auch in der 3. Handelsperiode des EU-Emissionshandels von 2013 bis 2020 profitiert die deutsche Industrie von hohen Überzuteilungen mit Emissionsrechten. Die Unternehmen müssen nur für etwa fünf Prozent der in diesem Zeitraum anfallenden Treibhausgasemissionen Verschmutzungsrechte zukaufen, dies verdeutlicht eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag des WWF Deutschland. Hintergrund ist, dass sich aus der zweiten Handelsperiode eine hohe Anzahl Emissionszertifikate angesammelt hat,... mehr

Industrie nicht benachteiligt

Perspektive


Konflikte akzeptieren

Was können wir von Bürgerbeteiligung erwarten?

Ein Investor wird seine Pläne für den Schweinemastbetrieb nicht auf Eis legen, nur weil einige Bürger sich bei einem „Runden Tisch Schweinemast“ dagegen ausgesprochen haben. Ein Hauseigentümer wird seine Ablehnung gegen die Höchstspannungsleitung nicht aufgeben, nur weil er zu einem Infoabend eingeladen wurde. Das kann Bürgerbeteiligung nicht leisten. Wir müssen diesem Thema mit realistischen Erwartungen begegnen. Es ist wichtig, Konflikte zu akzeptieren und ihre Gründe zu verstehen....

mehr
Konflikte akzeptieren

Einblick


Kurz notiert

Meldungen aus dem Öko-Institut

Michael Sailer, der Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts, wurde als Mitglied in die „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfälle“ berufen. Die Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft, Bundestag und Bundesrat bereiten nun das Auswahlverfahren für die konkrete Standortsuche vor. Dr. Matthias Buchert und Gerhard Schmidt arbeiten seit Beginn des Jahres im europäischen Netzwerk ERECON (European Rare Earths Competency Network) mit. Der Zusammenschluss aus... mehr

Kurz notiert

Jahrestagung 2014: Klimaschutz und Verkehr

Welchen Beitrag kann der Verkehr zur Minderung der Treibhausgasemissionen leisten? Welche Rolle können alternative Kraftstoffe und neue Fahrzeugtechnologien in der Zukunft spielen? Wie muss sich langfristig das Verkehrsverhalten jedes Einzelnen ändern? Bringen innovative Mobilitätskonzepte die Trendwende? Welche Rolle hat der Verkehrssektor in der Energiewende? Diese und weitere Fragen zur Zukunft des Verkehrs diskutiert das Öko-Institut bei seiner diesjährigen Jahrestagung mit... mehr

Jahrestagung 2014: Klimaschutz und Verkehr

Vorschau


Verkehr und Klimaschutz

Technologien, Kraftstoffe, Nutzungsmodelle

Etwa ein Fünftel der Treibhausgasemissionen geht hierzulande auf den Verkehr zurück. Mehr Klimaschutz ist in diesem Sektor also unverzichtbar. Doch: Die Verkehrsnachfrage ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Eine weitere Erhöhung im Güterverkehr wird erwartet. Daher braucht es neue Ideen und wirkungsvolle Konzepte – mit Blick auf alternative Fahrzeugtechnologien und Kraftstoffe ebenso wie in Hinsicht auf alternative Nutzungsmodelle und Mobilitätsformen. Mit...

mehr
Verkehr und Klimaschutz

Ältere Ausgaben