Ausgabe: September 2018, Exportschlager Nachhaltigkeit? – Umweltschutz und Menschenrechte international


Arbeit / Rückblick

Sechs Säulen für nachhaltigen Konsum

Strategien für eine gesellschaftliche Transformation

Von wirklicher Nachhaltigkeit ist unser Konsum heute weit entfernt. „Wir überschreiten in ökologischer Hinsicht die planetaren Grenzen – das betrifft die Menge unseres Konsums ebenso wie die Art und Weise, wie Produkte her- und bereitgestellt werden“, sagt Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut, „aber auch in sozialer Hinsicht ist die Produktion von Konsumgütern oftmals alles andere als nachhaltig.“ Das betrifft vor allem Deutschland und westliche Industrieländer, aber auch weltweit ist ein nachhaltiger Konsum in weiter Ferne.

Wie kann es gelingen, jenseits von Nischen nachhaltige Kon-sumweisen zu verbreiten und eine umfangreiche gesellschaftliche Transformation in die Wege zu leiten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts im Working Paper „Nachhaltiger Konsum – Strategien für eine gesellschaftliche Transformation“. Sie beschreiben darin sechs strategische Säulen, durch die eine solche Transformation gelingen kann. „Zum einen gilt es, klare Prioritäten zu setzen und jene Maßnahmen zu identifizieren, die die größte positive Wirkung haben, die voraussichtlich akzeptiert und umgesetzt werden, vielleicht sogar nachgeahmt werden und strukturelle Veränderungen in Gang bringen können“, sagt Projektleiterin Quack, „eine zweite Säule ist die Stärkung von Suffizienz, also ein Weniger an Konsum und Produktion, sie hilft vor allem bei ökologischer Nachhaltigkeit.“ Als weitere Säulen nennt das Working Paper einen systemischen Politikansatz, der die vielfältigen Ursachen von Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblemen ebenso berücksichtigt wie die Hemmnisse nachhaltigen Konsums in unterschiedlichen Bedürfnisfeldern, sowie die Adressierung von sozialen Gerechtigkeitsfragen in politischen Maßnahmen. „Die fünfte Säule schließlich sieht vor, die direkte Innovationsförderung, die sich derzeit stark auf Technologien und Produkte ausrichtet, auf institutionelle und soziale Innovationen zu erweitern“, sagt die Wissenschaftlerin, „in der sechsten Säule schließlich empfehlen wir, alle relevanten Akteurinnen und Akteure in den Transformationsprozess einzubeziehen.“

Das Öko-Institut richtet sich mit seinen Empfehlungen an Vertreterinnen und Vertreter der Politik, aber auch all jene gesellschaftlichen Gruppen, die sich für nachhaltigen Konsum einsetzen.

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartnerin am Öko-Institut
Dr. Dietlinde Quack
Produkte & Stoffströme
Geschäftsstelle Freiburg
Tel.: +49 761 45295-248
Fax: +49 761 45295-288
E-Mail schreiben

Weitere Artikel aus der Rubrik


Verantwortungsvolles Genome Editing

Bewertung und Begleitforschung

Genome Editing bezeichnet neue gentechnische Arbeitsweisen, durch die besonders zielgerichtete Eingriffe in das Erbgut von... mehr

Verantwortungsvolles Genome Editing

Smart Region

Digitalisierung im Raum Darmstadt Rhein Main Neckar

Digitale Technologien haben unser Leben in fast allen Bereichen grundlegend verändert und werden dies auch in Zukunft tun.... mehr

Smart Region

Umweltpolitik im 21. Jahrhundert

Abschlusskonferenz im September 2018

Umweltpolitik ist immer wieder mit neuen Problemen und Herausforderungen konfrontiert. Wie diesen begegnet werden kann, damit... mehr

Umweltpolitik im 21. Jahrhundert

Ältere Ausgaben