Ausgabe: Dezember 2017, Endlagerung – Die ersten Schritte


Im Fokus

Porträt

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig (TU Clausthal)

Während bei anderen Professoren die Hörsäle aus allen Nähten platzen, könnte er sich mit seinen Studenten bequem in ein Café setzen. Fünf bis zehn sind es pro Semester. Das hat aber nichts mit der Qualität seiner Vorträge zu tun, sondern mit der Besonderheit seines Fachs: Klaus-Jürgen Röhlig ist Professor für Endlagersysteme an der TU Clausthal, am einzigen universitären Institut für Endlagerforschung. „Es ist ganz klar ein Orchideenfach“, sagt er, „aber wir brauchen ja auch nicht Tausende von Absolventen. Schon zehn pro Jahr wären gut, vor allem für den Kompetenzerhalt in diesem Bereich, der uns noch viele Jahrzehnte beschäftigen wird.“

Bereits seit zehn Jahren gibt Professor Röhlig sein Wissen über Endlager an seine Studenten weiter. Mit gleichbleibend hoher Faszination fürs Thema – auch, wenn er das zukünftige Endlager immer wieder ein „langweiliges System“ nennt, das eben robust und nicht ausgefallen sein soll. „Mir gefällt an dieser Arbeit, dass sie viele Disziplinen wie etwa die Geologie oder die Ingenieurwissenschaften, zunehmend aber auch Sozial- und Politikwissenschaften, mit dem aktuellen politischen Geschehen verbindet“, sagt der Diplom-Mathematiker, „darüber hinaus gibt es in jedem Land nur relativ wenige Menschen, die sich der Endlagerung widmen. Die meisten haben sehr ähnliche Philosophien, dadurch entsteht eine besondere Zusammenarbeit bei Projekten auf internationaler Ebene.“

Weitere Informationen zum Artikel
Kontakt

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig
TU Clausthal
Institut für Endlagerforschung

Adolph-Roemer-Straße 2A
38678 Clausthal-Zellerfeld

Tel.: +49 5323 72-4920

klaus.roehlig--at--tu-clausthal.de

Zur Person

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig war bereits an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, am Institut für Energetik (IfE) Leipizig und für die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) tätig. Seit 2007 verantwortet der Diplom-Mathematiker als Universitätsprofessor das Fachgebiet Endlagersysteme am Institut für Endlagerforschung der Technischen Universität (TU) Clausthal, dem bislang einzigen Universitätslehrstuhl zum Thema Endlagerung. Dort befasst er sich unter anderem mit Sicherheitsanalysen für Endlager. Seit 2008 ist Prof. Röhlig zudem Mitglied der Entsorgungskommission (ESK) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB), von 2005 bis 2015 hatte er den Vorsitz der Integration Group for the Safety Case (IGSC) der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) inne.

Weitere Artikel aus der Rubrik


Keine schnellen Lösungen

Die Schweizerische Energie-Stiftung

Am Anfang hört sich alles sehr vertraut an. Der Ausstieg aus der Atomkraft wurde beschlossen. Es wird nach einem Endlager…

mehr

Keine schnellen Lösungen

Erste Schritte

Die Suche nach einem Endlagerstandort

Es ist ein Prozess der Superlative. Er betrifft das ganze Land. Im Fokus werden etliche Regionen stehen. Er wird noch…

mehr

Erste Schritte

Endlagerung, Deponierung oder Wiederverwendung?

Die Freigabe von Rückbauabfällen

Für einen Großteil der deutschen Kernkraftwerke hat das Ende des Atomzeitalters bereits begonnen: Nur acht von ihnen sind…

mehr

Endlagerung, Deponierung oder Wiederverwendung?

„Wir müssen Vertrauen schaffen und die Menschen einbinden“

Im Interview: Prof. Dr. Klaus Töpfer (Nationales Begleitgremium)

Kein Verfahren hinter verschlossenen Türen, keine Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg – die Suche nach einem…

mehr

„Wir müssen Vertrauen schaffen und die Menschen einbinden“

Porträt

Julia Mareike Neles (Öko-Institut)

Komplex ist ihr Fachgebiet. Und mitunter auch schwer verständlich. Das wurde Julia Neles im Juni 2017 einmal wieder deutlich…

mehr

Porträt

Porträt

Pascale Jana Künzi (Schweizer Bundesamt für Energie)

Akzeptanz ist für sie ein großes Wort. Vielleicht sogar zu groß. „Es wird immer Menschen geben, die gegen ein Endlager sind,… mehr

Porträt

Ältere Ausgaben