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Ausgabe März 2019

Der Wald: Biodiversität und Klimaschutz

Editorial


Eine vernünftige Waldwirtschaft

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Der Wald begleitet seit frühesten Zeiten unser Leben, ist in ständiger Interaktion mit uns Menschen. Er ist zum einen ein wertvolles Ökosystem, das unter anderem unverzichtbare Beiträge für Biodiversität, Boden- und Klimaschutz liefert. Gleichzeitig stellt er wichtige natürliche Ressourcen zur Verfügung. Darunter eine, die unsere Siedlungstätigkeit erst möglich machte: Holz. Mit Blick auf diese sehr vielfältigen Funktionen ist eine vernünftige und ausgewogene Waldwirtschaft von zentraler Bedeutung. Sie muss den zum Teil widerstreitenden Interessen einer wirtschaftlichen Nutzung und eines ökologischen Schutzes gerecht werden. In Deutschland ebenso wie weltweit.

Wälder waren immer Teil der Arbeit des Öko-Instituts – etwa durch Hermann Graf von Hatzfeldt, der uns auch als Vorstand und Kuratoriumsmitglied viele Jahre begleitet hat und dessen Fachkenntnis als Waldbesitzer dem...

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Eine vernünftige Waldwirtschaft

Im Fokus


Innovatives Holz

Die BauBuche

Die Buche kehrt zurück. In vielen Regionen Deutschlands bestimmten über lange Zeit einförmige Nadelholzwälder das Bild. Diese Monokulturen sind jedoch besonders anfällig für Stürme und Schädlingsbefall. Vielfältigere Wälder können deshalb Schutzfunktionen wie die Luftreinhaltung oder den Erosionsschutz nachhaltiger erfüllen. Daher hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Wald umzubauen und den Anteil von Mischwäldern zu erhöhen. In der Folge wird es deutlich mehr Holz... mehr

Innovatives Holz

Der Wald

Ausreichender Schutz, effiziente Nutzung

Der Wald ist ein bemerkenswerter Ort. Hier stehen hunderte Jahre alte Bäume und leben unzählige Tiere. Käfer und Salamander zusammen mit Kröten und Nachtigallen, Füchsen, Rehen und Wildschweinen. Es duftet nach Harz, nach Kräutern und Pilzen. Wir verbringen unsere Freizeit und erholen uns im Wald. Allein aus diesen Gründen ist der Wald ein schützenswerter Ort. Zusätzlich aber haben Wälder einen unschätzbaren Wert für den Klimaschutz: Sie wandeln CO2 in Sauerstoff um und binden... mehr

Der Wald

Wald weltweit

Bewahren statt vernichten

Wälder sind weltweit existenziell bedroht. In Brasilien wurden innerhalb des vergangenen Jahres 7.900 Quadratkilometer Regenwald vor allem für die Landwirtschaft abgeholzt. In Indonesien verschwinden Wälder unter anderem für Palmölplantagen, zwischen 1990 und 2015 ging hier etwa ein Viertel der Waldfläche verloren. Die Wälder in Nigeria reduzierten sich im gleichen Zeitraum um etwa 60 Prozent. In Südamerika, Asien und im mittleren Teil des afrikanischen Kontinents liegen... mehr

Wald weltweit

„Was für eine schöne Aufgabe: den Wald zu verbessern.“

Interview mit Hermann Graf von Hatzfeldt (Privatwaldbesitzer)

Es war eine Kahlschlagswirtschaft, als Hermann Graf von Hatzfeldt die Wälder der Familie Hatzfeldt-Wildenburg im Jahr 1969 übernahm. Keine Naturnähe, kein Artenreichtum. Heute werden die Flächen in Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen ökologisch bewirtschaftet: Der Privatwaldbesitzer aus dem Siegerbergland stellte den Forstbetrieb konsequent auf eine naturgemäße Waldwirtschaft um und war unter anderem Pionier bei der Einführung der FSC-Zertifzierung (Forest Stewardship... mehr

„Was für eine schöne Aufgabe: den Wald zu verbessern.“

Porträt

Dr. Hannes Böttcher (Öko-Institut)

Der Blick auf den Wald ist für ihn oft ein sehr theoretischer. Etwa, wenn er sich mit Kohlenstoffbilanzen von Waldökosystemen... mehr

Porträt

Porträt

Mechthild Caspers (BMU)

Sie will unsere natürlichen Kohlenstoffvorkommen schützen. Vor allem jenen Kohlenstoff, der in Wäldern und Moorböden... mehr

Porträt

Porträt

Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Universität Freiburg)

Wald ist nicht gleich Wald. Es gibt ihn monoton. Alt und verwildert. Licht und durchlässig. Prof. Dr. Jürgen Bauhus schätzt... mehr

Porträt

Arbeit / Aktuell


Netzwerk Nukleares Gedächtnis

Die Aufarbeitung des deutschen Atomkonflikts

Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland einen starken Konflikt um die Atomkraft. Er zeigt sich am Widerstand gegen verschiedene nukleare Anlagen, aber auch an Protesten gegen Atommülltransporte. „Es gibt hier nach wie vor sehr verhärtete Fronten“, sagt dazu Dr. Christoph Pistner vom Öko-Institut, „das zeigte sich zum Beispiel daran, dass die meisten Anti-Atom-Initiativen die staatlichen Dialogbemühungen abgelehnt haben, die zum Neustart des Standortauswahlverfahrens für ein... mehr

Netzwerk Nukleares Gedächtnis

Beteiligung im Standortauswahlverfahren

Dialogorientiert und konstruktiv

Bei der Suche nach einem Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle soll die Öffentlichkeit umfassend beteiligt werden, so will es das Standortauswahlgesetz (StandAG). „Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit früh, detailliert und systematisch informiert sowie in ein dialogorientiertes Verfahren integriert wird“, sagt Dr. Bettina Brohmann, Forschungskoordinatorin am Öko-Institut, „schließlich sollen die Prozessschritte im Ergebnis durch einen möglichst breiten... mehr

Beteiligung im Standortauswahlverfahren

REACH Radar Plus

Frei verfügbares Frühwarnsystem

Seit 2017 können Unternehmen REACH Radar nutzen – ein frei verfügbares Frühwarnsystem, das ihnen zeigt, ob eingesetzte Chemikalien auf der so genannten Kandidatenliste der EU-Chemikalienverordnung REACH stehen oder ob sie regulatorische Einschränkungen erwarten müssen. „Die Kandidatenliste nennt jene Stoffe, die von ihren Eigenschaften her am gefährlichsten sind, also besonders besorgniserregende Substanzen“, erklärt Prof. Dr. Dirk Bunke vom Öko-Institut. Nun entwickelt das... mehr

REACH Radar Plus

Global Environment Outlook

Bericht zum Zustand der Umwelt

Der Global Environment Outlook (GEO) der UN-Umweltministerkonferenz verdeutlicht den Zustand der Umwelt sowie die Ursachen von Umweltveränderung. Der aktuelle Bericht, GEO-6, zeigt: Bislang reichen die umweltpolitischen Anstrengungen nicht aus, um die Umweltveränderungen rund um den Globus wirksam zu bekämpfen und grundlegende UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Im Projekt „Veröffentlichung des 6. Umweltberichts der UNEP 2019: Analyse der Implikationen für Deutschland“... mehr

Global Environment Outlook

Der umweltfreundliche und soziale Engel

Neue Kriterien für das Umweltzeichen

Der Blaue Engel zur Förderung nachhaltigen Konsums ist in erster Linie ein Umweltzeichen. „In den Richtlinien des Umweltzeichens ist die Berücksichtigung auch von sozialen Mindeststandards fest verankert“, sagt Siddharth Prakash, Senior Researcher am Öko-Institut. Nun sollen die Kriterien für soziale Standards im Projekt „Erweiterte Integration sozialer Aspekte im Umweltzeichen Blauer Engel“ im Auftrag des Umweltbundesamtes weiterentwickelt werden. „Wir widmen uns der Frage, wie... mehr

Der umweltfreundliche und soziale Engel

Arbeit / Rückblick


(In)Effiziente Software

Energie- und Ressourcenverbrauch

Schon seit vielen Jahren forscht das Öko-Institut zu Umweltbelastungen, die durch Geräte der Informationstechnologie verursacht werden. Nun widmen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch dem Thema Software: Im Projekt „Entwicklung und Anwendung von Bewertungsgrundlagen für ressourceneffiziente Software“, das gemeinsam mit der Hochschule Trier und der Universität Zürich durchgeführt wurde, analysierten sie den Einfluss von Software auf den Energieverbrauch und die... mehr

(In)Effiziente Software

Mehr als eine Wirkung

Folgen des Klimaschutzes

Der Klimaschutz hat nicht allein ökologische Auswirkungen – er beeinflusst auch die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Doch wie wirken sich konkrete Klimaschutzstrategien genau aus, etwa auf die Wettbewerbsfähigkeit oder die Versorgungssicherheit? Damit hat sich ein Forschungskonsortium aus Öko-Institut, Fraunhofer ISI, Prognos, MFIVE, IREES und FIBL im Projekt „Folgenabschätzung zu den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgewirkungen der Sektorziele für 2030... mehr

Mehr als eine Wirkung

Nachhaltige Verbindung von Stadt und Land

Globale Landnutzung und Urbanisierung

Über die Hälfte der Menschen weltweit lebt in Städten, Tendenz steigend. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in urbanen Räumen leben. Zwischen Stadt und Land gibt es dabei einen großen Austausch und vielseitige Wechselwirkungen – etwa mit Blick auf Arbeitsplätze, Rohstoffe, Lebensmittel oder auch Abfälle und Verschmutzung. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Stadt und (Um-)Land zunehmend. „Trotzdem wird auf einer politischen Ebene die... mehr

Nachhaltige Verbindung von Stadt und Land

Woher kommt der Strom?

Herkunftsnachweise und Stromkennzeichnung

Herkunftsnachweise (HKN) zeigen, wo und wie erneuerbarer Strom produziert wurde, so will es die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU. In der EU-Binnenmarkt-Richtlinie sind zudem Regelungen zur Stromkennzeichnung formuliert. „Stromversorger können HKN nutzen, um die entsprechenden Informationen zur Stromherkunft zu dokumentieren und im Rahmen der Stromkennzeichnung ihren Endkunden gegenüber auszuweisen.“, sagt Dominik Seebach vom Öko-Institut. „Es wurde bereits mehrfach angeregt,... mehr

Woher kommt der Strom?

Perspektive


Klare Regeln

Die Klimakonferenz von Katowice

Das Übereinkommen von Paris 2015 war ein Meilenstein für den Klimaschutz, mit dem ambitionierten Ziel, den Anstieg der Erdtemperatur auf deutlich unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bei den Klimaverhandlungen im polnischen Katowice im Dezember 2018 ging es nun darum, einen zentralen Auftrag aus Paris umzusetzen: ein Regelbuch zu verabschieden, um das Pariser Übereinkommen in der Praxis umsetzen zu können. Dabei ging es um die Fragen, wie die Staaten über ihre...

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Klare Regeln

Einblick


Wissenschaft im Wandel

Jahresbericht 2018

Das Motto des Jahresberichts 2018 greift den Wandel der Wissenschaft auf. Historische Ereignisse zeigen, wie sich Wissenschaft verändert: Von den ersten Universitäten über die erstmalige Nennung des Treibhauseffekts bis zu Forschungsfragen zu Umwelt- und Klimaschutz der heutigen Zeit. Darunter sind Themen, zu denen das Öko-Institut auch in 2018 wieder intensiv gearbeitet hat. Ob zum Stromnetz, zur nachhaltigen Ressourcenwirtschaft, zur Aquakultur oder zum Textilbündnis – in... mehr

Wissenschaft im Wandel

Neue Leitung

Institutsbereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit

Seit Januar 2019 ist Dr. Christoph Pistner der neue Leiter des Institutsbereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit. Er folgt auf Beate Kallenbach-Herbert, die als kaufmännische Geschäftsführerin in die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) berufen wurde. Pistner hat sich in seiner über 13-jährigen Arbeit am Öko-Institut als international anerkannter Experte für Reaktorsicherheit einen Namen gemacht, insbesondere bei den Sicherheits- und Risikofragen im Nachgang zu Fukushima.... mehr

Neue Leitung

Geht das eigentlich …

… die gesamte öffentliche Verwaltung mit effizienten Computern auszustatten?

Ja, das geht und ist auch sinnvoll. Denn mit der richtigen Vorgehensweise können sowohl Umweltbelastungen als auch Kosten gesenkt werden. Beides sind heutzutage wichtige Aspekte für die Verantwortlichen in öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen. Wir empfehlen grundsätzlich, alle Arbeitsplatzcomputer mindestens sechs Jahre lang zu nutzen. Damit dies gelingt, müssen Qualität und Haltbarkeit bei der Auswahl der Hardware beachtet und die Ansprüche der Mitarbeiterinnen und... mehr

Geht das eigentlich …

Vorschau


Die richtige Mischung

Wie wird der Verkehr nachhaltig?

Von einem ökologisch verträglichen und nachhaltigen Verkehr ist Deutschland weit entfernt. Bis 2030 sollen die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen laut dem Klimaschutzplan der Bundesregierung um 40 bis 42 Prozent sinken. Seit 1990 haben sich die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors jedoch nicht verringert, 2017 lagen sie sogar über den Emissionen des Vorjahres. Für mehr Klimaschutz im Verkehr braucht es unterschiedliche Ansätze – CO2-Grenzwerte für Pkw und...

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Die richtige Mischung

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