Ausgabe: Dezember 2017, Endlagerung – Die ersten Schritte


Im Fokus

Porträt

Julia Mareike Neles (Öko-Institut)

Komplex ist ihr Fachgebiet. Und mitunter auch schwer verständlich. Das wurde Julia Neles im Juni 2017 einmal wieder deutlich bewusst. Sie hielt einen Vortrag über die Endlagerung radioaktiver Abfälle vor Schülern einer neunten Klasse in Südhessen. „Es war mir wichtig, dass sie nicht abschalten, weil sie es nicht verstehen“, sagt die Wissenschaftlerin aus dem Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit, „daher habe ich meinen Vortrag vorher vor meiner Tochter und zwei ihrer Freundinnen geübt, die ebenfalls Neuntklässlerinnen sind.“ Wichtig war es Neles außerdem, den Jugendlichen eines klar zu machen: „Das Thema geht euch etwas an, es ist wichtig für eure Generation und ihr seid aufgefordert, euch zu beteiligen.“

Das Öko-Institut bietet solche Vorträge kostenlos an, für Schulklassen ebenso wie für andere Interessierte. „Es ist wichtig, dass die Menschen über die Endlagerung informiert sind, dass es eine Diskussionskultur dazu gibt“, begründet die Diplom-Ingenieurin für Umwelt- und Hygienetechnik dieses Engagement. Einen großen Lacher hat Julia Neles bei ihrem Vortrag in Südhessen übrigens auch geerntet. „Das war bei einer Grafik zum Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung“, schmunzelt die Wissenschaftlerin, die seit 1999 für das Öko-Institut tätig ist, „aber ganz ehrlich: Dieses Verfahren ist derzeit so komplex, einfacher ließ sich das wirklich nicht darstellen.“

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Julia Mareike Neles
Senior Researcher
Nukleartechnik & Anlagensicherheit

Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt

Tel.: +49 6151 8191-122

j.neles--at--oeko.de

Expertise

Erstellung von Gutachten und Stellungnahmen sowie fachliche Beratung für Verwaltung, Fachbehörden und Politik insbesondere in den Themenfeldern Zwischen- und Endlagerung, radioaktive Abfälle und Öffentlichkeitsbeteiligung.

Wichtige Projekte

  • Beratung und Unterstützung des BMUB bei der Umsetzung internationaler Regelwerke in deutsches Regelwerk für kerntechnische Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Auftraggeber: Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)
  • Beratung und Unterstützung des BMUB bei Arbeiten zu den Staatenberichten und den Review Meetings zum „Gemeinsamen Übereinkommen über die Sicherheit bei der Behandlung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle“ (Joint Convention) (Auftraggeber: Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)
  • „Sicherheitstechnische Fragen der längerfristigen Zwischenlagerung bestrahlter Brennelemente und verglaster hochradioaktiver Abfälle“ sowie weitere Vorhaben zum Thema Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente und wärmeentwickelnder Abfälle (Auftraggeber: Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)
  • Mitglied der Arbeitsgruppe „Vermeidung von Schäden bei der Lagerung von Atomabfällen“, Abschlussbericht „Vermeidung von Korrosionsschäden an Fässern für nicht Wärme entwickelnde radioaktive Abfallstoffe in Schleswig-Holstein einschließlich Lagerstättenkataster“ (Auftraggeber: Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Dr. Robert Habeck)
  • Unterrichtsmaterialien „Standortsuche Atommüll Endlager – Es gibt keine einfache Lösung, aber wir müssen sie finden“ in Kooperation mit UfU e.V., Aktualisierung 2017 (Auftraggeber: Öko-Institut e. V., gefördert durch Stiftung Zukunftserbe)
  • Vorträge für Nicht-Experten zur Entsorgung radioaktiver Abfälle, Endlagerung und Standortauswahlverfahren (Auftraggeber: Öko-Institut e. V., gefördert durch Stiftung Zukunftserbe)

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