Ausgabe: März 2019, Der Wald: Biodiversität und Klimaschutz


Arbeit / Rückblick

Mehr als eine Wirkung

Folgen des Klimaschutzes

Der Klimaschutz hat nicht allein ökologische Auswirkungen – er beeinflusst auch die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Doch wie wirken sich konkrete Klimaschutzstrategien genau aus, etwa auf die Wettbewerbsfähigkeit oder die Versorgungssicherheit? Damit hat sich ein Forschungskonsortium aus Öko-Institut, Fraunhofer ISI, Prognos, MFIVE, IREES und FIBL im Projekt „Folgenabschätzung zu den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgewirkungen der Sektorziele für 2030 des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung“ befasst. „Wir haben auf Grundlage des Klimaschutzplans 2050 zum einen unterschiedliche Pfade skizziert, wie sich die Klimaziele für die verschiedenen Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft erreichen lassen, und dann die Folgewirkungen der Sektorziele analysiert“, erklärt Julia Repenning vom Öko-Institut. Die Studie zeigt: Die Klimaschutzziele können mit unterschiedlichen Strategien erreicht werden. Und egal, welche Handlungsstrategie gewählt wird: Positive volkswirtschaftliche Effekte sind die Folge. „Besonders vorteilhaft ist jedoch eine Strategie, die vor allem auf Energieeffizienz setzt“, so die Wissenschaftlerin, „sie ist kostengünstiger und hat positive Auswirkungen auf Wertschöpfung, Bruttoinlandsprodukt und Beschäftigung.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in ihrer Analyse für das Bundesumweltministerium auch die Herausforderungen skizziert, die mit der Transformation zu einer klimaschonenden Volkswirtschaft verbunden sind. „Das betrifft zum Beispiel hohe Investitionen im Gebäudesektor sowie der Energiewirtschaft und die notwendigen Effizienzsteigerungen in Industrie und Verkehr“, sagt Dr. Katja Schumacher, ebenfalls Wissenschaftlerin am Öko-Institut, „darüber hinaus ist es wichtig, frühzeitig die Weichen zu stellen und vorausschauende Entscheidungen zu treffen, da es hier um langfristige Auswirkungen geht.“ Konkret nennt die Analyse hierfür die Ansiedelung neuer Industriezweige etwa der Batterieherstellung für Elektromobilität, die Ausbildung von Expertinnen und Experten zum Beispiel für Sanierungen im Gebäudebereich oder auch die gezielte Förderung regionaler Wandelprozesse und das Schaffen neuer Perspektiven etwa mit Blick auf den Kohleausstieg.

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