Ausgabe: März 2015, Biomasse – Nachhaltige Produktion und Nutzung


Arbeit / Aktuell

Saubere Flüsse – weniger Schadstoffe im Wasser

Das Projekt SOLUTIONS der Europäischen Kommission

Europäische Oberflächengewässer sollten in einem guten ökologischen Zustand sein. Das zumindest fordert die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Doch die meisten Gewässer in Europa sind es nicht. In ihnen finden sich Pestizide, Biozide, Chemikalien aus unterschiedlichen Produkten. Ein Risiko für aquatische Ökosysteme und die menschliche Gesundheit. „Es gibt immer noch zu viele Schadstoffe im Lebensraum Wasser“, erklärt Dirk Bunke vom Öko-Institut. „Doch obwohl es etwa durch die europäische Chemikalienverordnung REACH inzwischen einen deutlich besseren Überblick über die Produktion und Anwendung von Chemikalien gibt, bleiben viele blinde Flecke – etwa in Hinsicht auf die größten Schadstoffverursacher, die Auswirkungen der Vermischung von Schadstoffen oder die Möglichkeit, Risiken zu prognostizieren.“ Zudem sei die Anzahl möglicherweise schädlicher Chemikalien immens, so der Senior Researcher weiter, die Gefahr damit groß, dass negative Auswirkungen etwa von unbekannten Chemikalien nicht identifiziert werden.

Das Projekt „SOLUTIONS“ im Auftrag der Europäischen Kommission und koordiniert vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) will dem Schadstoffproblem in den Gewässern begegnen. Hierfür wurde ein Konsortium aus 39 wissenschaftlichen Instituten sowie Unternehmen zusammengestellt, zu dem auch das Öko-Institut gehört. Das Projekt wird mit Mitteln des siebten Forschungsrahmenprogramms der EU gefördert (Förderungsnummer

603437). „SOLUTIONS wird eine Strategie entwickeln, um Schadstoffe aufzufinden, zu priorisieren und zu bekämpfen“, so Bunke. „Darüber hinaus sollen effiziente Instrumente entwickelt werden, mit denen es möglich ist, riskante Substanzen sowie Gemische zu identifizieren.“ Weitere Schwerpunkte werden auf Kontrollmaßnahmen in Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen sowie auf die Ausarbeitung einer Wissensgrundlage über Giftstoffe und Substanzen gelegt. „Durch die Arbeiten in SOLUTIONS soll es außerdem möglich werden, zukünftige Risiken auf Grundlage unterschiedlicher Szenarien zu erkennen – hier werden die wirtschaftliche und demographische Entwicklung ebenso berücksichtigt wie der Klimawandel.“ In drei Fallstudien werden die Modelle und Instrumente des Projektes zudem angewandt und verifiziert. „In einer Fallstudie geht es um den Rhein“, sagt der Experte vom Öko-Institut, „hier wird von den Projektpartnern mit Blick auf Ökosysteme und die menschliche Gesundheit ausgewertet, wie sich Kläranlagen und innovative Trinkwasseraufbereitungstechnologien auf die Qualität der Oberflächengewässer auswirken.“ cw

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartner am Öko-Institut

Prof. Dr. Dirk Bunke
Senior Researcher im Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg

Tel.: +49 761 45295-246
d.bunke--at--oeko.de 

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