Ausgabe: September 2022, Besser im Kreis – Wie funktioniert die Circular Economy?


Im Fokus

Porträt: Clara Löw (Öko-Institut)

Rein ist ein Material oft nicht mehr, wenn es verarbeitet wird. „Vor der Wiederverwendung von Produkten oder dem Recycling muss darauf geachtet werden, ob Schadstoffe drinstecken“, sagt Clara Löw, Wissenschaftlerin am Öko-Institut. „Klebstoffe, Weichmacher, Farben – sie alle können verhindern, dass sich ein nachhaltiger Kreislauf etabliert.“ Das betrifft alte Möbel, die mit bleihaltigen Lacken behandelt sind, ebenso wie das Recycling von To Go-Einwegverpackungen mit fettabweisenden Beschichtungen. „Besorgniserregende Stoffe sollten nicht im Kreislauf bleiben – zum Schutz der Gesundheit und des Planeten. Allerdings können Chemikalien für die Funktionen etwa von technischen Produkten nötig sein.“

„Bei manchen Produkten ist nicht klar, welche Schadstoffe enthalten sind – Materialinventare müssen vor dem Recycling zugänglich gemacht werden.“

Aus Sicht der Umweltchemikerin braucht es unterschiedliche Ansätze, um dem Dilemma zu begegnen. „Schon beim Design von Produkten muss mitgedacht werden, dass und wie sie recycelt werden. Zusätzlich müssen die eingesetzten Schadstoffe deutlich reduziert werden.“

Neben der wissenschaftlichen Arbeit engagiert sich Clara Löw im Vorstand des Öko-Instituts sowie bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen. „Dabei geht es darum, Demokratie zu verstehen und erlebbar zu machen, dass es sich immer lohnt, zu sagen, was man denkt.“

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartnerin am Öko-Institut
Clara Löw
Produkte & Stoffströme
Geschäftsstelle Freiburg
Tel.: +49 761 45295-276
Fax: +49 761 45295-288
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Zur Person

Expertise

Forschungsschwerpunkt: Circular Economy

Themen:

  • Schadstoffbewertung und Substanzevaluation
  • Material- und Technologiebewertung / Materialeffizienz, v.a. Kunststoffe

Wichtige Projekte

  • Spendenprojekt Circular Economy
  • Aktuell und zukünftig relevante persistente organische Schadstoffe in der Stockholm-Konvention
  • Bewertung der Stoffe, Materialien und Kreislaufführung von in der Produktion unterschiedlichen Photovoltaik-Technologien
  • Ansätze zur Vermeidung von Einwegplastik und Förderung von Rezyklatanteilen in Alltagskunststoffen im ASEAN-Raum
  • Unterstützung der Europäischen Kommission bei der Überarbeitung der Altfahrzeugrichtlinie

Ausbildung

  • 2012-2016: Studium der Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Abschluss: Bachelor of Science
  • 2016-2019: Studium der Umweltwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt; Abschluss: Master of Science
  • 2016: Praktikum im Umweltreferat der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU in Brüssel; Fokus: Kreislaufwirtschaft und Chemikalienpolitik
  • 2017: Praktikum im Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau; Fokus: Internationales Chemiekalienmanagement und Nachhaltige Chemie
  • 2017-2019: KjG, Regionalbüro Mainz; Leitung eines BMZ-geförderten entwicklungspolitischen Austauschprojekts mit Fokus auf UN-Nachhaltigkeitszielen mit Jugendlichen aus Deutschland und Ruanda
  • Seit 2019: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Öko-Institut, Bereich Produkte & Stoffströme

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