Ausgabe: September 2022, Besser im Kreis – Wie funktioniert die Circular Economy?


Einblick

Geht das eigentlich …„besseren“ von „schlechterem“ Öko-Strom unterscheiden?

Ja. Ich sage immer, ­dass man Ökostrom, der etwas für die Energiewende bringt, von Ökostrom, der keinen zusätzlichen Nutzen bringt, unterscheiden kann. Strom aus schon bestehenden Erzeugungsanlagen von erneuerbaren Energien zu kaufen, zum Beispiel aus Wasserkraftwerken aus Skandinavien, trägt nichts zur Energiewende bei. Denn dafür werden keine neuen Windräder oder Photovoltaik-Anlagen in Deutschland oder auch anderen Ländern gebaut.

Aber ohne den Zubau neuer Erzeugungsanlagen kann die Energiewende nicht gelingen. Leider können die Verbraucher*innen kaum anhand der wohlklingenden Marketingversprechen der Stromanbieter oder der gesetzlich verpflichtenden Stromkennzeichnung wirklich gute von weniger guten Ökostrom-Produkten unterscheiden.

Ich empfehle, auf hochwertige Ökostromlabel wie das ok-power-Siegel zu achten, um sicherzustellen, dass ein Beitrag zur Energiewende geleistet wird. Der Stromversorger soll neue Anlagen für erneuerbare Energien bauen oder dafür sorgen, dass sie gebaut werden. Außerdem soll er sich für innovative Maßnahmen beispielsweise in den Bereichen Energieeffizienz oder der Einbindung von Stromspeichern engagieren. Damit werden nämlich die erneuerbaren Energien gut ins Stromsystem integriert. Klar ist natürlich auch: Der beste Ökostrom ist der, der gar nicht verbraucht wird. Stromsparen und Effizienz sind hier wichtig.

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Ansprechpartner am Öko-Institut
Dominik Seebach
Energie & Klimaschutz
Geschäftsstelle Freiburg
Tel.: +49 761 45295-227
Fax: +49 761 45295-288
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