Krisengebiete und nukleare Sicherheit

Schwerpunkt: die Ukraine

Kerntechnische Sicherheit braucht stabile inner- und zwischenstaatliche Verhältnisse. Für den Reaktorbetrieb selbst ebenso wie für die Transporte hochradioaktiver Abfälle oder die dafür eingerichteten Zwischenlager. Doch nicht in allen Regionen mit nuklearer Infrastruktur gibt es diese Stabilität – das zeigt sich nicht zuletzt mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine. Bisher hat keine der militärischen Eskalationen einen kerntechnischen Unfall herbeigeführt. Doch das Risiko, dass militärische Konflikte eine atomare Katastrophe auslösen, ist real. Welche Folgen hätte das für die Bevölkerung, die Sicherheit und die Energieversorgung? Diese Fragen untersucht das Öko-Institut bis Juni 2016 im Projekt „Nukleare Sicherheit in Krisengebieten – Glücksfall oder Gau?“

Anhand aktueller und historischer Beispiele identifizieren die Wissenschaftler jene Faktoren und Aspekte, die im Rahmen von bewaffneten Konflikten zur zufälligen oder gezielten Beeinträchtigung der nuklearen Sicherheit führen könnten. Darüber hinaus analysiert das von der Stiftung Zukunftserbe geförderte Projekt, welche Konsequenzen es für die Krisengebiete selbst, aber auch für angrenzende Regionen geben kann. Dabei soll ebenso gezeigt werden, wie real eine mögliche nukleare Gefährdung auch innerhalb der europäischen Grenzen ist.

Schwerpunkt der Untersuchung sind die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine, das sich noch immer im Bürgerkrieg befindet. Der Staat zwischen Russland und der Europäischen Union betreibt derzeit 15 Leistungsreaktoren. Darüber hinaus widmen sich die Wissenschaftler aber auch weltweiten Fallstudien, so etwa mit Blick auf den Irak, Pakistan und Jugoslawien. cw