Ökodesign stärken: Vorstudie zum Arbeitsplan bis 2024 gestartet

07.05.2020
Umweltschutz und Nachhaltigkeit beim Konsum

Elektro- und Elektronikgeräte, Leuchtmittel, Heizungs- und Klimaanlagen – zahlreiche Produkte müssen, um in der EU verkauft werden zu können, Anforderungen an Energieeffizienz und zunehmend an Materialeffizienz und Reparierbarkeit erfüllen. Diese Vorgaben sind in der Ökodesign-Richtlinie festgeschrieben und werden nun bis zum Jahr 2024 schrittweise auf neue Produkte ausgeweitet.

Das Öko-Institut erarbeitet bis Ende des Jahres Vorschläge, welche weiteren Produktgruppen in den Arbeitsplan der Europäischen Kommission aufgenommen werden sollten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten dafür eng mit dem dänischen Beratungsunternehmen Viegand Maagøe, der die Studie leitet, sowie Van Holsteijn en Kemna aus den Niederlanden zusammen.

Die Website ecodesignworkingplan20-24.eu dokumentiert die wissenschaftlichen Arbeiten zur Vorstudie. Hier können im Verlauf des Jahres sämtliche Dokumente und Termine eingesehen und Beiträge zu Stakeholder-Konsultationen gemacht werden.

Im Fokus: Ressourcenaspekte

Die Ökodesign-Richtlinie hatte bis 2016 vor allem die Verbesserung der Energieeffizienz von Elektrogeräten zum Ziel. Seitdem nimmt die Europäische Kommission auch weitere Aspekte in den Fokus, um mögliche negative Auswirkungen des Konsums auf die Umwelt zu begrenzen. Dazu gehören insbesondere Aspekte der Kreislaufwirtschaft wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit sowie recycelte Bestandteile von Produkten. Sie sind zentrale Elemente des jüngst veröffentlichten Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft, dem „Circular Economy Action Plan“ im Rahmen des European Green Deal. Aus diesem Grund sollen sie bei der Auswahl von Produktgruppen für den neuen Arbeitsplan ein besonderes Gewicht erhalten.  

Die Expertinnen und Experten analysieren in einem ersten Schritt, welche Produkte künftig zusätzlich in der Ökodesign-Richtlinie berücksichtigt werden sollten. Zu den möglichen Produktgruppen, die das Potenzial haben, CO2 einzusparen und Ressourcen zu schonen, gehören insbesondere vernetzte Produkte und Systeme im IT- und Telekommunikationsbereich. Für diese und weitere Vorschläge überschlagen sie die Potenziale für einen positiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und priorisieren sie entsprechend. In diesem Prozess werden Stakeholder aus Wirtschaft und Gesellschaft einbezogen, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten.

Auftraggeber der Studie ist die Europäischen Kommission, Generaldirektion GROW für die Bereiche Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ergebnisse werden bis Ende 2020 vorgelegt.

Zur Website „ Preparatory study for the Ecodesign and Energy Labelling Working Plan 2020-2024 von Viegand Maagøe, Öko-Institut und Van Holsteijn en Kemna