Im Lichte von Paris: Klimaschutz in Hessen

24.04.2017
Grünes Licht für 42 prioritäre Maßnahmen

Die hessische Landesregierung hat den Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 beschlossen – und damit 140 Maßnahmen, die sowohl den Klimazielen Hessens entgegenkommen als auch die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels ermöglichen.

Der vom hessischen Umweltministerium beauftragte und von einem wissenschaftlichen Fachkonsortium unter der Leitung des Öko-Instituts erarbeitete Klimaschutzplan beinhaltet konkrete Umsetzungsmaßnahmen für die Bereiche Energie, Wirtschaft, Verkehr, Industrie, Dienstleistung, Landnutzung, Wohnen aber auch Abfall und Abwasser.

„Das gemeinsame Ziel der Pariser Klimakonferenz, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen und die Treibhausgase zu neutralisieren, muss sich auf allen politischen Ebenen widerspiegeln. Das Land Hessen hat nun mit seinem Integrierten Klimaschutzplan Schritte für den Weg bis 2025 beschlossen, um das Ziel einer Treibhausgasminderung um mindestens 90 Prozent bis 2050 zu erreichen“, erklärt Kirsten Wiegmann, Expertin für Energie und Klimaschutz am Öko-Institut die Hintergründe.

42 prioritäre Maßnahmen als erste Schritte

Kohleausstieg, Erweiterung des Jobtickets, Ausbau von Radwegen, Förderung von emissionsarmen Verkehrsmitteln – aber auch der weitere Ausbau der klimaneutralen Landesregierung und Aufbau eines landesweiten Hitzeaktionsplans gehören zu sogenannten 42 prioritären Maßnahmen, die bis 2019 umgesetzt werden sollen und für die bereits ein Budget in Höhe von 140 Millionen Euro zur Verfügung steht.

Der gesamte Klimaschutzplan umfasst sogar rund 140 Maßnahmenvorschläge, diese hat das Projektteam vorgelegt und mit Interessensvertretern, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern in einem mehrmonatigen Beteiligungsverfahren weiterentwickelt. Der entstandene Maßnahmenkatalog nutzt den Handlungsspielraum Hessens beim Klimaschutz und der Klimaanpassung und erreicht möglichst breite Zielgruppen. Die ausgewählten Maßnahmen sollen, so hoffen die Projektverantwortlichen, auf breite Zustimmung stoßen, da mit ihnen so genannte Ko-Benefits – also zusätzliche Vorteile – entstehen wie zum Beispiel saubere Luft durch die Förderung des Radverkehrs oder sinkende Kosten für Betriebe bei der Förderung von Energieeffizienznetzwerken.

Das Öko-Institut und seine Partner haben dabei jede einzelne Maßnahme genau beschrieben und in Bezug auf Klimawirkung und Kosten bewertet. Damit hat das Land Hessen nun eine ausführliche Zusammenstellung an der Hand, mit dem die ersten Schritte des Klimaschutzplans gut in die Praxis umgesetzt werden können.

Der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 ist unter der wissenschaftlichen Leitung des Öko-Instituts zusammen mit dem Fraunhofer ISI Karlsruhe, der IWU GmbH Darmstadt, dem PIK Potsdam, Umbau Stadt Frankfurt am Main sowie Climate Babel Potsdam entstanden.

Der „Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025“ mit wissenschaftlicher Beteiligung des Öko-Instituts auf der Website des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz