Nachhaltiges Wirtschaften: sozial-ökologische Herausforderungen für Unternehmen im ländlichen Raum

15.11.2016
Regionale Wertschöpfungskette aktiv gestalten

Kann nachhaltiges Handeln die Attraktivität von Unternehmen und ihrer Standortregion für Mitarbeiter, Geschäftspartner und Verbraucher steigern? Welchen Nutzen kann eine ganze Region daraus ziehen? Und unter welchen Bedingungen sind kleine und mittlere Unternehmen bereit, sozial-ökologische Maßnahmen umzusetzen? Diesen und weiteren Fragen geht das Öko-Institut als wissenschaftlicher Partner der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Verbundprojekt „Regio TransKMU“, einem Forschungsvorhaben im Kreis Steinfurt, nach.

Gestaltung der regionalen Wertschöpfungskette durch Unternehmen

„Wir untersuchen, ob und wie durch nachhaltig handelnde kleine und mittlere Unternehmen die regionale Wertschöpfung gestärkt und die ländliche Region für die Bevölkerung, aber auch für zukünftige Fachkräfte attraktiv gestaltet werden kann“, beschreibt Christoph Brunn, stellvertretender Leiter des Institutsbereichs Umweltrecht & Governance und Experte für Corporate Social Responsibility am Öko-Institut die Aufgabenstellung. „Was braucht es, dass Menschen sich mit ihrer Arbeitskraft an ansässige Unternehmen binden wollen und sich dadurch gerne außerhalb der Ballungszentren niederlassen?“

Dazu werden unter anderem Befragungen mit Unternehmen, Auszubildenden und Anwohnern durchgeführt. Aktuell berät das Öko-Institut ausgewählte kleine und mittlere Unternehmen des Kreises Steinfurt zur Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten im Rahmen eines speziell hierfür gegründeten Arbeitskreises. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend auch hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf andere Unternehmen geprüft werden.

Den Herausforderungen in ländlichen Regionen begegnen

Ländliche Regionen sind durch die Auswirkungen des demografischen Wandels besonders betroffen. Die Abwanderungen der Bevölkerung in städtische Zentren wirken sich negativ auf die sozialen Strukturen aus, verstärken den Fachkräftemangel und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Unter diesem Aspekt stellt sich auch die Frage, welche Rahmenbedingungen kleine und mittelständige Unternehmen benötigen, um die Attraktivität ländlicher Regionen mitzugestalten und welche Unterstützung Unternehmensnetzwerke dabei leisten können.

Die Forschungsfragen werden am Beispiel des Kreises Steinfurt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit (AKN) und dem dortigen „Unternehmernetzwerk energieland2050“ bearbeitet. Gefördert wird das Verbundprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) zum Themenschwerpunkt „Nachhaltiges Wirtschaften“.

Zur Projektwebsite von RegioTransKMU