Wir trauern um Wolfgang Jenseit

17.08.2015

Plötzlich und völlig unerwartet ist am 11. August 2015 unser lieber Kollege Dr. Wolfgang Jenseit im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren wir einen national und international anerkannten und geschätzten Kollegen, der mit seiner engagierten und kritischen Art fast 25 Jahre lang zum Gelingen des Institutes entscheidend beitrug.

Wolfgang hat in mehr als 100 großen und kleinen Projekten mit präziser wissenschaftlicher Arbeit maßgeblich mitgewirkt. Sein Wirkungsbereich umfasste dabei die Begleitung von Genehmigungsverfahren, die Erfassung und Bewertung der Umweltwirkungen bei der Gewinnung und Verarbeitung von Roh- und Grundstoffen, Ökobilanzen und Stoffstromanalysen und nicht zuletzt die Entwicklung und kontinuierliche Erhebung von Umweltindikatoren. Als Chemiker war er dabei immer stark an der naturwissenschaftlichen Problemlösung interessiert.

Die Anerkennung, die er in Deutschland und im europäischen Raum für seine Arbeiten erwarb, hat ihn als bescheidenen Menschen immer etwas verwundert. Er bezog Würdigungen fast nie auf sich als Person, sondern arbeitete unermüdlich und mit großem Einsatz für den „Erfolg der Sache“. Seine Beiträge zur Entwicklung von Ressourcen- und Umweltindikatoren, zum Beispiel zur Bewertung der Chemikaliensicherheit in Europa, werden noch lange Bestand haben.

Innerhalb des Instituts war Wolfgang für uns immer auch ein Korrektiv, wenn wir dazu neigten, wissenschaftliche Erkenntnisse und gute Absichten zu vermischen. Ganz Systematiker und Analytiker hat er damit in seiner langen Zeit bei uns, seit 1990, viel zu den Werten und Fundamenten des Öko-Institutes beigetragen. In dieser Eigenschaft hat er viele, auch ehemalige, Kolleginnen und Kollegen inspiriert und geschult. Dabei war ihm alle Eitelkeit fremd und er hat die öffentlichen Erfolge aus solchen Bemühungen gerne anderen überlassen – Wolfgang war ein stiller Star des Öko-Instituts.

Obwohl er manches Mal auch nicht frei von Zweifeln war, ob seine und unsere Arbeit an Studien und Gutachten für den sozialen und ökologischen Fortschritt wirklich etwas bewirken können, hat er jedoch stets seinen positiven Beitrag dazu geliefert. Gleichzeitig war Wolfgang politisch breit interessiert und konnte aktuelle Diskussionen mit der Einordnung in historische Linien immer wieder überraschend ergänzen und daraus Alternativen zu scheinbar alternativlosen Handlungsvorschlägen entwickeln.

Viel zu früh hat er uns nun verlassen. Wolfgang hinterlässt eine große Lücke. Er wird uns sehr fehlen, mit seinem Fachwissen, seinen kreativen Lösungsansätzen sowie nicht zuletzt mit seiner ruhigen und bescheidenen Wesensart und seiner Hilfsbereitschaft. Alle die ihn kannten, werden ihn als stets liebenswürdigen Menschen in Erinnerung behalten.

Wir werden ihn sehr vermissen.

Unser herzliches Beileid gilt seiner Familie.

 

Vorstand, Geschäftsführung und Kolleginnen und Kollegen des Öko-Instituts e.V.