Das Öko-Institut trauert um Bernhard Fischer

03.03.2015

Der Physiker Bernhard Fischer hat sich schon früh mit den technischen Gefahren der Kernenergie auseinandersetzt und maßgeblich mit dafür gesorgt, dass diese Gefahren in der Öffentlichkeit bekannt wurden.

Von 1984 bis 1990 war er einer der aktiven Mitarbeiter des Öko-Instituts im Nuklearbereich. Damals lag sein besonderer fachlicher Schwerpunkt bei den Wiederaufarbeitungsanlagen. Schon vor seiner Zeit beim Öko-Institut hat er sich mit den Risiken der Wiederaufarbeitung befasst und diese in der Auseinandersetzung um Standorte in Hessen und Niedersachsen eingebracht. Sein Schwerpunkt in der Zeit beim Öko-Institut wurde aber die Auseinandersetzung um Wackersdorf. Dort stand er immer mit seinem Fachwissen in seiner ruhigen aber nachdrücklichen Art im Einsatz, sei es auf Informationsvorträgen, den beiden umfangreichen Erörterungsterminen oder bei Gerichtsverfahren. Bürgerinitiativen und aktive Kommunalpolitiker konnten sich auf sein Wissen und seine Argumente verlassen, seine Kontrahenten auf seine Fairness und persönliche Integrität. Dass wir heute in Deutschland keine nukleare Erblast Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf haben (und volkswirtschaftlich zudem noch viel Geld gespart haben), daran war Bernhard Fischer maßgeblich beteiligt.

In seinen späteren Lebensstationen rückten die Risiken der Kernkraftwerke in den Mittelpunkt seiner fachlichen Tätigkeiten, bei der Umweltbehörde in Hamburg, beim Bundesumweltministerium und in den letzten Jahren als Fachbereichsleiter beim Bundesamt für Strahlenschutz. Hier hat er wesentlich dazu beigetragen, dass in diesen Fachbehörden die Risiken in ihrem realen Ausmaß erkannt wurden und entsprechend mit ihnen umgegangen wurde.

Wir haben mit tiefer Trauer erfahren, dass Bernhard Fischer nach kurzer schwerer Krankheit am 19. Februar 2015 im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Wir werden ihn als Freund und Wegbegleiter im Gedächtnis bewahren.