Strommarktdesign und Emissionshandel unter der Lupe

22.05.2014

Anlässlich der Berliner Energietage, die vom 19. bis 21. Mai stattfanden, diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts in zwei Workshops zu aktuellen und künftigen Fragen der Energieversorgung.

Im Workshop "Ein ganzheitliches Marktdesign für ein zukunftsfähiges Stromsystem", das vom Öko-Institut und vom Forum Strommarktdesign veranstaltet wurde, betrachteten vier Referenten aus unterschiedlichen Perspektiven die Frage, wie ein Stromsystem und Strommarkt aufgebaut sein sollte, das den Herausforderungen einer emissionsarmen Zukunft und den Besonderheiten der erneuerbaren Energien gewachsen ist. Zu den Referenten zählten: Uwe Leprich vom Institut für ZukunftsEnergiesysteme (IZES), Michael Wübbels vom Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU), Eberhard Holstein von der Grundgrün Energie GmbH und Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut.

Das Resumée: Investitionen in erneuerbare Energien sind bedingt durch den Energy-Only-Markt gegenwärtig massiven Widerständen ausgesetzt, die überwunden werden müssen. Ein nachhaltiger Strommarkt beinhaltet volle Preissignale, Kapazitätsprämien, einen Abbau von Privilegierungen und weitere Instrumente, um Flexibilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ein Konsens darüber, welches Strommarktdesign die ökonomischen und sozialen Herausforderungen der Energiewende am besten bewältigen kann, besteht jedoch noch lange nicht.

Dr. Katja Schumacher vom Öko-Institut führte in einem zweiten Workshop durch eine Reihe an Vorträgen zur Krise des Emissionshandelssystems der Europäischen Union und gegenwärtigen Reformvorschlägen. Zu den Referenten zählten Franz Josef Schafhausen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut, Christiane Ochsenreiter von der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHSt), Dr. Joachim Hein vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und Constanze Haug vom International Carbon Action Partnership (ICAP) .

Unstrittig war für alle Beteiligten, dass der europäische Emissionshandel weiterhin das Flaggschiff der europäischen Klimapolitik bleibt. Allerdings erfüllt er mit den aktuellen Überschüssen an Emissionsrechten und den gegenwärtigen geringen CO2-Preisen nicht die Funktionen, für die er geschaffen wurde – Anreize für effizientere Produktion und Investitionen in emissionsarme Technologien zu setzen. In Bezug auf die diskutierten Reformvorschläge unterschieden sich die Perspektiven der Vortragenden und verdeutlichten die Komplexität dieses Vorhabens.

Links zu den Präsentationen:

Workshop „Strommarktdesign“:

Uwe Leprich: Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen und zukunftsfähigen Strommarktdesign

Michael Wübbels: Wie sieht das Stromsystem 2035 aus?

Eberhard Holstein und Dr. Jörg Strese: Ein ganzheitliches Strommarktdesign für die Zukunft. Was kommt nach der EEG-Schnellreform 2014?

Dr. Felix Matthes: Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen und zukunftsfähigen Strommarktdesign

Workshop: „Emissionshandel“:

Dr. Felix Matthes (EU ETS): Die Vorschläge zur strukturellen Reform des EU ETS. Aktuelles vom Weg zu einem Hybrid-Instrument

Christiane Ochsenreiter: Ergebnisse des Zuteilungsverfahrens für Bestandsanlagen und Treibhausgasemissionen 2013

Dr. Joachim Hein: Auf dem Weg zur nächsten Reform des EU ETS? Aktuelle Einsichten aus der Industrie

Constanze Haug: Neues aus der weiten Welt – aktuelle Entwicklungen im internationalen Emissionshandel

Ansprechpartnerin und -partner am Öko-Institut:

Dr. Felix Matthes
Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik
Institutsbereich Energie & Klima
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Tel.: +49 30 405085-380
E-Mail: f.matthes@oeko.de

Dr. Katja Schumacher
Senior Researcher
Institutsbereich Energie & Klima
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Tel.: +49 30 405085-380
E-Mail: k.schumacher@oeko.de