Recycling kritischer Rohstoffe aus Elektronik-Altgeräten

02.03.2012

Elektronische Geräte enthalten eine Vielzahl wertvoller und knapper Metalle wie Gold, Tantal, Seltene Erden und Indium. Viele dieser Metalle werden auch für Zukunftstechnologien wie Windkraft, Photovoltaik und die Elektromobilität benötigt.

Das Öko-Institut hat in einer aktuellen Studie untersucht, welche Mengen kritischer Rohstoffe in Notebooks, Flachbildschirmen, Smartphones und LED-Leuchten pro Gerät zum Einsatz kommen und wie groß die entsprechenden Rohstoffpotenziale in Deutschland sind. Zudem betrachtet die Studie die aktuellen Sammel- und Recyclingsysteme und skizziert bestehende Hemmnisse und Verbesserungspotenziale.

Altgeräte als Rohstoffpotenziale

In diesem Projekt hat das Öko-Institut für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) eine detaillierte Sachbilanz von kritischen Rohstoffen in Notebooks, Flachbildschirmen, Smartphones und LED-Leuchten erstellt und dafür zahlreiche, zum Teil bislang unveröffentlichte Daten von Herstellern und Recyclern verwertet. Im Gegensatz zu früheren Studien hat dieser Bottom-up-Ansatz den Vorteil, dass die Rohstoffgehalte auf Komponentenebene erhoben werden und dadurch wesentlich bessere Rückschlüsse auf mögliche Recyclinglösungen zulassen als generische Daten auf Produktebene.

Die Analyse zeigt auch, dass viele der kritischen Rohstoffe in Elektronikgeräten bislang dem Wirtschaftskreislauf komplett verloren gehen. Probleme bereiten vor allem die unvollständige Erfassung von Altgeräten, eine ungenügende Vorbehandlung bzw. Zerlegung komplexer Elektronikprodukte und vielmals auch die Tatsache, dass für manche Sekundärrohstoffe schlicht keine geeigneten Raffinerien zur Rückgewinnung existieren.

Lösungsansatz: Recycling elektronischer Geräte

Um diese Situation zu verbessern, schlägt das Öko-Institut verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung von Sammlung und Recycling elektronischer Geräte vor. Neben den unmittelbaren technischen und organisatorischen Verbesserungen kommen dabei auch Maßnahmen zur temporären Einlagerung rohstoffkritischer Fraktionen in Betracht – nämlich so lange bis Raffinerieprozesse zur Rückgewinnung entwickelt sind. Ebenso kann beim Aufbau und Design der Geräte angesetzt werden. Denn insbesondere bei Smartphones führt der Trend zu fest verbauten Akkus zu einer Verschlechterung der Recyclingfähigkeit.

Fachbericht des LANUV „Recycling kritischer Rohstoffe aus Elektronik-Altgeräten“, erstellt vom Öko-Institut (Download der Studie und einer Zusammenfassung von der Website des LANUV) 

Englische Fassung der Studie “Recycling critical raw materials from waste electronic equipment” des Öko-Instituts

Kontakt

Andreas Manhart
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
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