Abschlussbericht der OECD-Expertengruppe für Endlager in Schweden

24.07.2012

Michael Sailer legt als Leiter des internationalen Expertenteams den Prüfbericht über die Genehmigungsunterlagen zur Langzeitsicherheit des schwedischen Betreibers für ein Endlager für radioaktive Brennelemente vor.

Dieser Bericht wurde von der schwedischen Regierung angefordert. Darin kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der internationalen Expertengruppe zu dem Schluss, dass der schwedische Betreiber SBK (Svensk Kärnbränslehantering AB) ein für das aktuelle Stadium ausgereiftes Programm zur sicheren Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe in der Gemeinde Östhammar vorgelegt hat. Es genüge grundsätzlich, so die Experten, den Anforderungen an Sicherheit und Strahlenschutz, wenngleich die Gruppe eine ganze Reihe von Empfehlungen für Verbesserungen ausgesprochen hat.

Die Prüfung: international

Das Internationale Review Team, das für diese Aufgabe von der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) zusammengestellt wurde, bestand aus zehn unabhängigen Experten aus Europa, Nordamerika und Asien. Michael Sailer, der Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Institut, hatte dessen Leitung inne.

Aufgabe des Teams war es, die Unterlagen der SBK für die Konzeptgenehmigung für  das schwedische Endlager zu prüfen. Die Ergebnisse des International Review Teams werden für die Diskussion um die Erteilung der Konzeptgenehmigung eine wichtige Rolle spielen. Die Entscheidung  über die Genehmigung selbst obliegt dabei den zuständigen schwedischen Behörden – ein wichtiger Schritt im weiteren Genehmigungsprozess für das erste schwedische Endlager.
Verbesserungen für die langfristige Sicherheit nötig

Nach der Analyse hat das Review Team auf zwei Leitfragen der schwedischen Regierung mit folgenden zentralen Aussagen geantwortet:

1. Sind die Genehmigungsunterlagen zur Langzeitsicherheit des schwedischen Endlagers aus wissenschaftlicher Sicht überzeugend?

Die zentralen Antworten des Review-Teams:

  • Im Allgemeinen liefert SBK eine überzeugende Darstellung der technischen Machbarkeit für das künftige Endlager und dessen Strahlenschutz.
  • Die Darstellung basiert auf dem derzeitigen Stand der Technik und Wissenschaft.
  • Dennoch empfiehlt das Team in einigen Bereichen Nachbesserungen, die das Vertrauen in die Sicherheitsanalyse stärken würden.

2. Hat SBK die wichtigsten Aspekte dargelegt, die in Zukunft erarbeitet werden müssen?

Die zentralen Antworten des Review-Teams:

  • Obgleich die Darstellungen wichtige Aspekte dargelegt haben, sind Verbesserungen für zentrale Bestandteile des Konzepts möglich.
  • Dazu gehört unter anderem die Weiterentwicklung der technisch-industriellen Machbarkeit des Endlagers nach der nun abgeschlossenen wissenschaftlich-konzeptionellen Phase.

Gleichzeitig mahnt das Expertenteam Verbesserungen vor allem hinsichtlich der Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Klarheit der Antragsunterlagen an. Notwendig seien weitere Analysen, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit des Endlagers zu stärken.

Weitere Informationen zum Endbericht des Expertenteams auf der Website der schwedischen Behörde für Strahlenschutz

Website der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) mit Presseinformation, Webcasts der Studienpräsentationen und Link zum Endbericht

Weitere Informationen auf der Website des Betreibers SKB

Ansprechpartner am Öko-Institut

Michael Sailer
Sprecher der Geschäftsführung
Öko-Institut, Büro Berlin
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