Energiegewinnung aus Abwasser

16.12.2011

Das Öko-Institut begleitet und bewertet das Hamburger Pilotprojekt „HAMBURG WATER Cycle®“ im neuen Wohnquartier „Jenfelder Au“ aus ökologischer Sicht.

Normalerweise wird bei der städtischen Abwasserklärung Energie verbraucht und nicht gewonnen. Der Trinkwasserver- und Abwasserentsorger HAMBURG WASSER hat nun ein innovatives Entwässerungsprojekt geplant, in dem unterschiedliche Abwässer eines ganzen Quartiers getrennt gesammelt werden, so dass ein Teil davon – das Toilettenabwasser (Schwarzwasser) – einem Energiegewinnungsprozess zugeführt werden kann. Durch den Einsatz wassersparender Toiletten und Vakuumtechnik wird das Schwarzwasser zudem so konzentriert erfasst, dass es zusammen mit weiteren organischen Abfällen für die Vergärung in einer Biogasanlage einsetzbar ist. Das so erzeugte Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk in Elektrizität und Wärme umgewandelt.

Abwässer und Regenwasser werden Energie

Die sonstigen häuslichen Abwasser (Grauwasser) und das Regenwasser werden ebenfalls getrennt erfasst. Grauwasser kann ohne den üblichen Schwarzwasseranteil energiesparend aufbereitet werden. Das Regenwasser steht prinzipiell lokalen Anwendungen wie bespielweise Grünflächenbewässerung und anderen naturnahen Wasserkreisläufen zur Verfügung. Auf diese Weise kann sehr viel an Energie und Trinkwasser eingespart werden.

Ein Neubaugebiet wie „Jenfelder Au“ ist ideal für die Errichtung eines solchen separierenden Abwasserkonzeptes in Verbindung mit einer dezentralen Energiegewinnung.

Wissenschaftliche Begleitung 

Das Öko-Institut begleitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt zur „Kopplung von regenerativer Energiegewinnung mit innovativer Stadtentwässerung (KREIS)“ und bewertet es aus ökologischer Sicht. Angepasst an die Bauentwicklung erstellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Stoffstromanalyse sowie eine Ökobilanz. „So können wir einzelne Bausteine optimieren und beizeiten noch offene Fragen wie zum Beispiel die sinnvolle Verwertung der Rückstände aus der Biogasanlage klären“, erläutert Projektleiter Günter Dehoust dieses Vorgehen. Ziel der Forschung ist es, die Ergebnisse dieses Modellprojekts auf andere Standorte mit anderen Rahmenbedingungen übertragbar zu machen.

Neben dem Öko-Institut sind fünf weitere wissenschaftliche Einrichtungen und vier Praxispartner eingebunden. Das Verbundprojekt wird von der Bauhaus Universität Weimar und HAMBURG WASSER koordiniert.

Weitere Informationen Website des Hamburger Pilotprojekts „HAMBURG WATER Cycle® 

Das Projekt HAMBURG WATER Cycle in der Jenfelder Au wird gefördert vom EU-Life+ Programm, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI).

Ansprechpartner am Öko-Institut

Günter Dehoust
Stellvertretender Bereichsleiter des Institutsbereichs Infrastruktur & Unternehmen
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Tel. +49-30/405085-331
E-Mail Kontakt

Ansprechpartnerin HAMBURG WASSER (Gesamtvorhaben)

Anne-Katrin Skambraks
HAMBURG WASSER
Billhorner Deich 2
20539 Hamburg
anne-katrin.skambraks (at) hamburgwasser.de