Atomare Endlagerung – Lösungen für technische, gesellschaftliche und politische Herausforderungen

24.06.2011

Die Realisierung eines Endlagers für radioaktive Abfälle ist nicht nur eine technische Herausforderung. Denn: Ein unabhängig von einem Standort entwickeltes Endlager-Konzept muss schließlich an einem konkreten Standort umgesetzt werden. Es beeinflusst dort in unterschiedlicher Weise das natürliche und soziale Lebensumfeld der Anwohner und Anwohnerinnen. Zusammen mit 13 Partnern aus 12 europäischen Ländern erforscht das Öko-Institut im Projekt InSOTEC, wie die zentralen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Endlagerung mit den technischen Anforderungen verknüpft sind.

Endlagerung – eine vielschichtige Herausforderung
Die Entsorgung radioaktiver Abfälle erfordert politische Entscheidungen über möglichst dauerhaft tragfähige Lösungen, die in der Vergangenheit insbesondere im Bereich der Endlagerung zu anhaltenden politischen Diskussionen führten.

Welches sind die zentralen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Endlagerung? Wie sind diese mit den technischen Anforderungen verknüpft? Wie lassen sich diese Verknüpfungen als „sozio-technische“ Herausforderungen beschreiben und in konkreten Endlagervorhaben berücksichtigen?

Antworten im Forschungsprojekt InSOTEC
Das im 7. Forschungsrahmenprogramm geförderte Projekt „International Socio-Technical Challenges for implementing geological disposal - InSOTEC“ verfolgt das Ziel, technische, gesellschaftliche und politische Herausforderungen bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle zu identifizieren, zu verbinden und so zu einem besseren Verständnis dieser sogenannten „sozio-technischen“ Zusammenhänge beizutragen. Außerdem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie bei der Planung und Realisierung von Endlagerprojekten (optimaler) berücksichtigt werden können.

Erfahrungsberichte und Fallstudien
Einen wichtigen Bestandteil des Forschungsvorhabens stellen Erfahrungsberichte aus den beteiligten europäischen Ländern sowie Fallstudien über wichtige sozio-technische Herausforderungen dar. Beispielsweise werden anhand der Frage der Rückholbarkeit endgelagerter Abfälle konkrete Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen technischen Konzepten, gesellschaftlichen Bedürfnissen und politischen Anforderungen aufgezeigt.

Das Projekt soll außerdem dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Akteuren der unterschiedlichen Fachrichtungen zu verbessern. Dazu werden Empfehlungen entwickelt, die Wissenschaftler und Techniker darin unterstützen, über ihre Arbeit verständlich zu kommunizieren und die Öffentlichkeit in die technischen und sicherheitsrelevanten Fragestellungen mit einzubeziehen.

Weiter Informationen zum InSOTEC Projekt und unseren Partnern finden Sie unter: www.insotec.eu

Ansprechpartnerin

Beate Kallenbach-Herbert
Leiterin des Institutsbereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-122
E-Mail Kontakt

Anne Minhans
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-150
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