Zum Start der Cebit: Kampagne energieeffizienz – jetzt! appelliert an Hersteller, Handel und Politik

03.03.2009

Verbraucher müssen besser über umweltfreundliche Computer, Monitore und Drucker und deren sparsame Nutzung informiert werden

Zum Start der Cebit, der wichtigsten Messe für die digitale Industrie, weist das Kampagnen-Bündnis energieeffizienz – jetzt! auf die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien für den Umweltschutz hin: Computer, Drucker, Monitore, Internet- und E-Mail-Nutzung tragen mit mehr als sechs Prozent zu den gesamten Umweltauswirkungen privater Haushalte bei. Durch die sparsame Nutzung von umweltfreundlichen Geräten lässt sich dieser Beitrag erheblich senken.

Dr. Dietlinde Quack, IT-Expertin am Öko-Institut, fordert deshalb: „Hersteller und Handel müssen Verbraucher am Point of Sale umfassend über effiziente IT-Geräte und die Möglichkeiten ihres umweltfreundlichen Gebrauchs informieren. Das geschieht bisher noch völlig unzureichend und es mangelt an geschultem Verkaufspersonal.“

Dr. Dietlinde Quack, IT-Expertin am Öko-Institut, fordert deshalb: „Hersteller und Handel müssen Verbraucher am Point of Sale umfassend über effiziente IT-Geräte und die Möglichkeiten ihres umweltfreundlichen Gebrauchs informieren. Das geschieht bisher noch völlig unzureichend und es mangelt an geschultem Verkaufspersonal.“

Sie kritisiert außerdem: „Das Angebot an umweltfreundlichen Geräten für den Privatbereich ist immer noch klein. Zudem ist nur ein Teil davon für Verbraucher klar gekennzeichnet.“ So gibt es bisher nur wenige oder gar keine Produkte auf dem Markt, die den Blauen Engel tragen. Aktuell bietet lediglich der „Energy Star“ eine gute Orientierung bei der Auswahl von energiesparenden Geräten. Doch auch hier sind nicht alle empfehlenswerten Produkte gelabelt. „Wir wünschen uns von den Herstellern daher mehr Engagement, Geräte, die anspruchsvolle Umweltkriterien erfüllen, auch kennzeichnen zu lassen.“

Steffen Holzmann, Leiter des Projekts ecoIT zur Förderung klimafreundlicher Informationstechnik bei der Deutschen Umwelthilfe, schließt sich dieser Forderung an und ergänzt: „Da die IT-Industrie zu wenig Gebrauch von den freiwilligen Zertifizierungsmöglichkeiten ihrer Produkte macht, sollte die EU-Kommission zumindest eine Kennzeichnung des Energieverbrauchs vorschreiben. Das EU-Energieeffizienz-Label wird aktuell überarbeitet. Es bietet sich also die Chance, Computer und Monitore sowie Server als neue Produktgruppen aufzunehmen.“

Christian Noll, Energie-Campaigner beim BUND, sagt: „Es reicht sicher nicht aus, wenn sich weiterhin wenige Hersteller mit einer kleinen Auswahl „grüner“ Produkte schmücken. Die EU-Kommission muss strenge Ökodesign-Anforderungen an IT stellen. Verbraucher und Umwelt müssen geschützt werden, indem Energie und Ressourcen verschwendende Angebote vom Markt verschwinden.“

AnsprechpartnerInnen

Dr. Dietlinde Quack
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Telefon 0761/45295-48
E-Mail Kontakt

Steffen Holzmann
Deutsche Umwelthilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle,
Telefon 07732/999552
Mobil 0170/4120449
E-Mail: holzmann(at)duh.de
www.duh.de

Christian Noll
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Telefon 030/275 86-436, Mobil 0179-1495764
E-Mail: christian.noll(at)bund.net

Weitere Informationen

energieeffizienz – jetzt! ist ein Forschungsprojekt und Kampagnen-Bündnis aus dem Deutschem Naturschutzring (DNR), dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Öko-Institut e.V.. Ziel ist, die effiziente Nutzung von Energie im Bereich privater Haushalte und bei Unternehmen zu fördern. Das Öko-Institut ist mit seiner Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen beteiligt.

www.energieeffizienz-jetzt.de

www.ecotopten.de

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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