Spielfelder aus Naturrasen weisen viele Umweltvorteile auf

06.08.2009

Aktuelle Studie des Öko-Instituts vergleicht natürliches und künstliches Grün im Fußball-Sport

In den vergangenen Jahren hat Rasen aus Kunststoff im Fußball-Sport zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auch für die FIFA Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bringen Fußball-Experten vermehrt Kunstrasen ins Gespräch. Doch die Ökologie rückt auch im Sportbereich vermehrt in den Blickpunkt des Interesses. Vor diesem Hintergrund hat das Öko-Institut im Auftrag des Fördererkreises Landschafts- und Sportplatzbauliche Forschung die Umweltauswirkungen von Spielfeldern aus Kunst- und Naturrasen untersucht.

Das Ergebnis der kürzlich veröffentlichten Studie ist eindeutig: Obwohl Kunstrasenflächen weder gedüngt oder gemäht werden müssen und über deutlich mehr Stunden pro Jahr genutzt werden können, weist der Naturrasen bei den meisten untersuchten Umweltkategorien mehr Vorteile auf.

In fünf von sechs untersuchten Kategorien schneidet der Naturrasen besser oder zumindest gleichwertig ab. Den größten Unterschied zwischen den beiden Rasenarten ermittelt die Studie für den Treibhauseffekt: Hier verursacht der Naturrasen nur ein Drittel der schädlichen Auswirkungen im Vergleich zum Kunstrasen.

Deutliche Vorteile für den Naturrasen zeigen sich auch beim geringeren Verbrauch von fossilen Rohstoffen. Denn obwohl der Naturrasen in der Pflege, vor allem durch regelmäßiges Düngen und Mähen, einen höheren Energiebedarf aufweist, ist das Anlegen eines Sportfeldes aus Naturrasen mit nur geringem Energieaufwand verbunden.  Kunstrasen dagegen besteht zu großen Teilen aus Kunststoffen, Gummi und synthetischem Latex. Dementsprechend ist die Herstellung mit einem deutlich höheren Energieaufwand verbunden.

Im Gegensatz zum Kunstrasen muss Naturrasen jedoch gedüngt werden, hierdurch kommt es zu höheren Stickstoffauswaschungen in das Grundwasser und einem ungünstigeren Ergebnis für die Eutrophierung (Überdüngung).
 
Auch unter dem Gesichtspunkt „Flächenknappheit“, wie er meist in Ballungsräumen zum tragen kommt, weist der Kunstrasen deutliche Vorteile gegenüber dem Naturrasen auf. Da das künstliche Grün viel robuster als der Naturrasen ist,  hält es deutlich mehr Spielstunden stand, bevor es saniert werden muss. In der Praxis gibt es darum Kunstrasenfelder, die dreimal so intensiv genutzt werden wie vergleichbare Naturrasenfelder. Um die Umweltbelastung auch in Regionen mit Flächenknappheit so gering wie möglich zu halten, empfehlen die WissenschaftlerInnen des Öko-Instituts in diesem Fall eine standortbezogene Einzelfallbewertung.            

Ansprechpartnerin

Dr. Doris Schüler
Öko-Institut e. V., Büro Darmstadt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
E-Mail-Kontakt

Eine Kurzfassung der Studie „Ökobilanz für den Vergleich der Umweltauswirkungen von Natur- und Kunstrasenspielfeldern“ steht unter www.fördererkreis.de zum Download zur Verfügung.