Innovationen im Güterverkehr

10.03.2008

Ziel: nachhaltige Mobilität / Neue Studie des Öko-Instituts ist erschienen

Die Logistikbranche kann mit ihrem Jahresumsatz von 170 Milliarden Euro und 2,5 Millionen Beschäftigten für eine ökologische Industriepolitik in Deutschland eine wichtige Rolle übernehmen. Dies setzt aber voraus, dass sich die Branche noch stärker als bisher den Herausforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes stellt und damit den Standort Deutschland nachhaltig stärkt. Der Güterverkehr hat zwar einen scheinbar geringen Anteil von rund sechs Prozent an den gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands. Doch während andere Bereiche in der Vergangenheit ihre CO2-Emissionen gesenkt haben, sind diese insbesondere beim Güterverkehr weiter angewachsen. Wie lässt sich der Güterverkehr folglich ökologischer und gleichzeitig ökonomisch gestalten? Welche Innovationen sind möglich? Eine neue Studie des Öko-Instituts, die zusammen mit dem Lehrstuhl für Verkehrssysteme und -logistik der Universität Dortmund und dem Frauenhofer-Institut für Materialfluss und Logistik im Auftrag des Bundesumweltministeriums erarbeitet wurde, gibt auf diese Fragen ausführliche Antworten. Hier >> können Sie die Studie kostenlos herunterladen.

Mit einer Online-Umfrage, an der sich 311 Experten aus Unternehmen, Verbänden und aus der Wissenschaft beteiligt haben, haben die WissenschaftlerInnen Innovationen für den Güterverkehr identifiziert. Dazu gehören:

  • ein getaktetes Systemverkehrsnetz im Schienengüterverkehr,
  • Fahrer-Assistenzsysteme für die Logistik der Letzten Meile,
  • eine Internet-Service-Plattform für den Schienengüterverkehr,
  • eine stärkere Trennung des Personen- und Güterschienenverkehrs,
  • verkehrsmittelübergreifende IT-Systeme  - Sendungsverfolgung,
  • eine Verbesserung der Interoperabilität im europäischen Schienengüterverkehr.

Im Rahmen der Studie wurden diese Innovationen mit zehn Experteninterviews zusätzlich evaluiert. Grundsätzlich haben Systeminnovationen nach Ansicht der Experten eine höhere Bedeutung als technologische Einzelinnovationen. Für die Internet-Serviceplattform für den Schienengüterverkehr und für Fahrer- Assistenzsysteme sind in der Studie konkrete Einführungsstrategien erarbeitet worden.

Im zweiten Teil des Forschungsvorhabens haben die AutorInnen acht zentrale Handlungsfelder identifiziert, wie sich das Wachstum der Logistikbranche nachhaltiger gestalten lässt. Zudem schlagen sie Maßnahmen vor, wie diese Handlungsfelder ausgestaltet werden können.

AnsprechpartnerInnen

Martin Schmied
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
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Dr. Wiebke ZimmerÖko-Institut e.V., Büro BerlinE-Mail-Kontakt