Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen

30.10.2008

Öko-Institut: Ungelöstes Problem darf nicht den zukünftigen Generationen überlassen werden / Von heute an Diskussion bei einem internationalen Symposium des BMU

Eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit ist bis heute nicht gelöst: die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen! Um die festgefahrene Diskussion darüber wieder in Schwung zu bringen, findet von heute bis zum 1. November in Berlin ein internationales Symposium zur sicheren Endlagerung statt, veranstaltet vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Auch das Öko-Institut ist dort mit ExpertInnen vertreten. Michael Sailer, Nuklearexperte und Mitglied der Geschäftsführung am Öko-Institut fordert vor Beginn der Konferenz: „Die Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle darf nicht den zukünftigen Generationen als Erblast hinterlassen werden - weder aus politischen Gründen, noch aus finanziellen Erwägungen oder anderen Motiven.“

Das Öko-Institut verfügt über eine langjährige Erfahrung bei dem Thema und hat sich in vielen Projekten und Studien bereits geäußert. Aus Sicht der WissenschaftlerInnen sind folgende Punkte bei der Diskussion um ein Endlager wichtig:

  • Die Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle erfordert sowohl die Lösung der sicherheitstechnischen Fragen als auch eine gesellschaftliche und politische Verständigung über eine geeignete Vorgehensweise.
  • Bereits bei der Planung des Vorgehens zur Standortauswahl und –festlegung ist deshalb die Öffentlichkeit einzubeziehen.
  • Zu einem offenen Auswahlprozess gehört der Vergleich von Standorten mit definierten Kriterien, die frühzeitig festgelegt werden müssen.

AnsprechpartnerInnen

Michael Sailer
Nuklearexperte, Mitglied der Geschäftsführung im Öko-Institut e.V.
Büro Darmstadt
E-Mail-Kontakt

Beate Kallenbach-Herbert
Nuklearexpertin und stellvertretende Leiterin des Bereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit im Öko-Institut e.V.
Büro Darmstadt
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Weitere Informationen

Hier finden Sie Studien und Positionspapiere, in denen sich das Öko-Institut mit der Endlagerung von radioaktiven Abfällen beschäftigt.

Anforderungen an die Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Endlager-Auswahlverfahren auf der Basis nationaler und internationaler Erfahrungen mit dem Einfluss der Öffentlichkeit bei Großvorhaben

Auf der Basis von Erfahrungen mit der Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung in verschiedenen nuklearen und nicht-nuklearen Großvorhaben wurden Anforderungen an die Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung in einem Verfahren zur Standortauswahl und Zulassung eines Endlagers in Deutschland entwickelt. Diese wurden zu einem Konzept zusammengeführt, das verschiedene Elemente von Information, Dialog und Mitentscheidung zusammen führt.
www.oeko.de/oekodoc/273/2007-017-de.zip

Positionspapier: Anforderungen an eine künftige Endlager Sicherheitsverordnung

Die Realisierung eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle in tiefen geologischen Formationen ist ein komplexer Prozess, der sich an verschiedenen naturwissenschaftlichen, technischen und sozialwissenschaftlichen Anforderungen orientieren muss. Der Stand der nationalen und internationalen Erfahrungen, der sich in Empfehlungen und Veröffentlichungen widerspiegelt, stellt eine wichtige Grundlage zur Festlegung dieser Anforderungen dar. Das vorliegende Positionspapier ist auf diejenigen Themenbereiche fokussiert, die in der aktuellen Diskussion in Deutschland von besonderer Relevanz und aus Sicht des Öko-Instituts richtungbestimmend für die Konzeption einer Endlager-Sicherheitsverordnung sind.
www.oeko.de/oekodoc/599/2007-145-de.pdf


Analyse und Auswertung des Ablaufes bzw. der Planung internationaler Endlagerprojekte und das Zusammenspiel beteiligter Institutionen

Weshalb ist in einigen Ländern die Suche nach einem sicheren Endlager für hochradioaktive Abfälle gescheitert? Gibt es Faktoren, die eine zügige Realisierung eines Endlagers begünstigen können? Mit diesen Fragen hat sich das Projekt im Auftrag des Bundesumweltministeriums beschäftigt.

Ein Kurzbericht über die wichtigsten Ergebnisse des Projekts wird Anfang November in dem E-Paper eco@work veröffentlicht.
www.oeko.de/epaper

Das vollständige Programm des internationalen Symposiums des BMU „Anforderungen an eine sichere Endlagerung“ finden Sie hier >>.