Der gestresste Wald
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Mandy Schoßig
Der Wald ist schon seit vielen Jahren sehr gestresst. Zu schaffen machen ihm vor allem Hitze, Stürme und Trockenheit, aber auch Schädlinge und eine intensive Forstwirtschaft. „Die Waldzustandserhebung von 2025 zeigt, dass nur etwa ein Fünftel der Bäume keine Schäden hat“, sagt Dr. Hannes Böttcher, Waldexperte am Öko-Institut. „Dabei sind die Wälder nicht nur für die Biodiversität wichtig, sondern dienen gleichzeitig als Kohlendioxidsenken und spielen daher eine zentrale Rolle für den Klimaschutz.“
Nun ist ein neues, EU-weites Forschungsprojekt zur Wiederherstellung von Ökosystemen gestartet. Im Rahmen von ECOMPASS untersuchen die Projektpartner unterschiedliche Anwendungsfälle, so auch in der Region Harz-Solling-Hainich. „Bis 2030 führen wir Szenarienanalysen mit der intensiven Beteiligung von Waldbesitzenden durch“, so Böttcher. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Fragen, wie sich Wiederherstellungsmaßnahmen sozio-ökonomisch auswirken und wie sich negative Folgen vermeiden beziehungsweise Synergien erzeugen lassen.“ Der Senior Researcher betont: Die Wiederherstellung von Wäldern kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf möglichst viele gesellschaftliche Ziele einzahlt. „Um diese in Entscheidungen zu berücksichtigen, wird ein Onlinetool entwickelt, mit dem sich etwa die Auswirkungen von Maßnahmen auf den Wasserverbrauch oder den Arbeitsaufwand analysieren lassen. Dies soll vor allem auch privaten und öffentlichen Waldbesitzenden dienen, denn sie tragen unterm Strich die Verantwortung für den Wald.“