Porträt: Malte Bei der Wieden (Öko-Institut)
Christiane Weihe
Kurz ist er in Marseille, aber eigentlich in Dänemark. Bei einer Konferenz in Südfrankreich hörte er einen Vortrag darüber, wie sich die Nachbar*innen im Norden schon vor Jahrzehnten von fossilen Energie-Importen unabhängig gemacht haben. „Im Zuge der Ölkrise hat die dänische Regierung die Fernwärme stark ausgebaut, um die Wärmeversorgung abzusichern. Es gibt dort heute kaum noch Gas- und Ölheizungen. Die Fernwärme ist zudem Teil der Daseinsvorsorge und nicht auf Renditen ausgerichtet.“ Was wir davon lernen können? „Das lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen, aber es zeigt, was mit rechtzeitiger und strukturierter Planung alles möglich ist.“
„Damit sich der Aufschwung bei Wärmepumpen fortsetzt, braucht es klare politische Rahmenbedingungen, Förderungen und Planungssicherheit für die Eigentümer*innen.“
Der Blick ins Ausland ist wertvoll, sagt der Umweltingenieur. „Gleichzeitig ist es wichtig, auf positive Entwicklungen hierzulande zu blicken – etwa bei den Wärmepumpen. Nach Startschwierigkeiten haben diese ordentlich Fahrt aufgenommen.“ So wurden im ersten Halbjahr 2025 erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. „Das Handwerk ist fit für den Einbau, die Heiztechnologie ist bekannt und sie funktioniert.“ Zudem habe sich die Wärmepumpen-Technologie in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. „Sie ist inzwischen sehr ausgefeilt und funktioniert auch in unsanierten Gebäuden sehr effizient.“
Kontakt
Expertise
- Entwicklung und Bewertung von politischen Instrumenten zur Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien im Gebäudesektor
- Simulative Bewertung von Szenarien zur Entwicklung des Gebäudebestands
- Ökonomische Analysen zu Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden
- Soziale Aspekte der Wärmewende im vermieteten Bestand
Wichtige Projekte
- Sozialverträglichkeit von Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudesektor für unterschiedliche Zielgruppen
- Umsetzung und Finanzierung der Wärmewende
- Sozialmonitoring Klimaschutz - Vom Monitoring sozialer Wirkungen zur Folgenabschätzung
- THG-Projektionen: Weiterentwicklung der Methoden und Umsetzung der Europäischen Governance-Verordnung und des Bundesklimaschutzgesetzes
Ausbildung und Berufserfahrung
- 2014 – 2018: Bachelor of Science in Umweltingenieurwesen TU Braunschweig
- 2018 – 2022: Master of Science in Nachhaltige Energietechnik an der TU Braunschweig
- 2019 – 2021: Praktika in der Projektentwicklung Erneuerbare Energien bei EPNE und Reon AG
- 2021 – 2022: Masterand und studentischer Mitarbeiter am Öko-Institut
- Seit 2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut im Bereich Energie & Klimaschutz
Aktuelle Publikationen
- Treibhausgas-Projektionen 2025 für Deutschland
- Vorbereitung einer energetischen Sanierungsstrategie für private Nichtwohngebäude in Hamburg
- Ambitionierte Pfade für Treibhausgasneutralität in Deutschland: CARESupreme und CARETech
- The critical role of bioenergy and better alternatives for fossil-free heating
- Die Lenkungswirkung von Endenergiepreisen zur Erreichung der Klimaschutzziele