Im Fokus

Ein Blick in die Welt

Klimaschutz rund um den Globus

Christiane Weihe

Social Leasing 

Elektrofahrzeuge auch für Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen – das ermöglicht Frankreich durch so genanntes Social Leasing, kostengünstige und subventionierte Leasingverträge. Insgesamt 90.000 Anträge gingen dafür allein in den ersten sechs Wochen des Programms ein. Positive Nebeneffekte von Social Leasing: Es könnte ebenso den Gebrauchtmarkt für Elektrofahrzeuge ankurbeln sowie positive Signale für die Produktion von kleinen und erschwinglichen Elektroautos setzen.

Die Kuh-Steuer 

Was die Kuh in Dänemark von sich gibt, kostet in Zukunft: Das Land besteuert den Methanausstoß von Nutztieren ab 2030 und etabliert damit die erste Klimaabgabe für die Landwirtschaft weltweit. Sie wird bei rund 300 Kronen pro Tonne CO2-Äquivalent (CO2e) liegen, das sind etwa 40 Euro, und soll sich bis 2035 auf bis zu 750 Kronen erhöhen. Gleichzeitig sind aber auch Steuererleichterungen für Landwirt*innen geplant.

Sanieren ohne Schulden

Wer nicht viel hat, kann oft nicht effizienter werden. Denn wie die Kosten etwa einer energetischen Sanierung bezahlen? Hier setzt in den USA das Programm „Pay As You Save“ (PAYS) an. Es erlaubt eine Modernisierung ohne Schulden – die Kosten werden anschließend über die Stromrechnung beglichen. Und: Die Zahlung ist an den Standort gebunden. Wer also umzieht, muss nicht weiter für die Sanierung aufkommen. Sondern jene, die davon profitieren. Das Programm läuft etwa in den Bundesstaaten Georgia und Missouri.

Wachsen statt schlagen

Noch in den 1980er Jahren waren die Regenwälder hier besonders bedroht: Costa Rica hatte eine der höchsten Abholzungsraten weltweit. Jedes Jahr schrumpfte der Waldbestand um etwa 51.000 Hektar. Ursache war auch hier die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen. Doch das mittelamerikanische Land hat die Umkehr geschafft – durch die Etablierung von Nationalparks und damit den Schutz von Waldgebieten und durch ein neues Forstgesetz, das finanzielle Anreize für die Wiederaufforstung schuf. Das Geld hierfür kam aus der Benzinsteuer.

Steuer-Aufschlag im Privatjet

Höhere Steuern für Privatjets und Premium-Flüge: Diese Idee treibt Kenia voran – denn Luxus-Reisende verursachen deutlich mehr CO2-Äquivalente als jene, die in der Economy Platz nehmen. Die Einnahmen sollen dann wiederum Klimaschutz und Entwicklung zu Gute kommen. Die Initiative wurde gemeinsam mit Barbados und Frankreich bei der Klimakonferenz 2025 eingebracht und von der Global Solidarity Levies Task Force vorangetrieben, zu der weitere Länder gehören.

Einfuhr verboten! 

Nur noch Elektroautos auf den Straßen – in Äthiopien, einem Land ohne eigene Autoindustrie, soll dies durch ein Einfuhrverbot für Verbrenner gelingen. Denn 40 Prozent der Treibhausgasemissionen des Landes entstehen im Transport. Gleichzeitig ist die Stromversorgung von Äthiopien schon heute fast vollständig erneuerbar – etwa 90 Prozent des Strombedarfs stammen aus Wasserkraft. Die Regierung fördert den Import von Elektrofahrzeugen zudem durch den Wegfall von Zöllen.

Effizienter down under 

Der Energieverbrauch von Gewerbegebäuden wie Büros ist schwer miteinander zu vergleichen. Das NABERS-Rating aus Australien hat hierfür einen praxistauglichen Ansatz entwickelt und bewertet die Gebäude auf Basis ihres tatsächlichen Energieverbrauchs leicht verständlich mit einem bis sechs Sternen. Durch die gestiegene Transparenz im Immobilienmarkt konnte der Energieverbrauch von Bürogebäuden nachweislich gesenkt werden. NABERS ist zudem ein gutes Beispiel für den Export erfolgreicher Politikansätze: Es wurde auch in Neuseeland und England eingeführt.

100 Prozent Bio 

Ein kleiner Bundesstaat in Indien macht seit ziemlich genau zehn Jahren in Bio. Und zwar in nichts als Bio. In Sikkim im Nordosten des Landes lebt der Großteil der Menschen in ländlichen Regionen. Etwa 65.000 Bäuer*innen bewirtschaften Flächen, die oft sehr klein sind. Sie wurden in Methoden des Biolandbaus geschult. Zusätzlich werden heute alle Betriebe nach internationalen Standards zertifiziert. 2025 kündigte der Landwirtschaftsminister von Sikkim an, seine Produkte nun auf den globalen Märkten vermarkten zu wollen.

Erneuerbar im Reich der Mitte

China boomt bei erneuerbaren Energien: Allein 2024 hat das Land 79 Gigawatt (GW) Wind- sowie 277 GW Solarenergie installiert und damit bereits sein Ausbauziel für 2030 erreicht. Im ersten Halbjahr 2025 hat China zudem 212 GW Solarenergie zugebaut und damit doppelt so viel wie Deutschland in den vergangenen 25 Jahren. Wind und Solar machen inzwischen 42 Prozent der installierten chinesischen Stromerzeugungskapazität aus. 2024 hat die Volksrepublik fast 625 Milliarden US-Dollar – und damit etwa ein Drittel mehr als die EU – in klimafreundliche Technologien, Effizienzmaßnahmen und Energieinfrastruktur investiert.

Ansprechpartnerin und Ansprechpartner am Öko-Institut