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Förderung der erneuerbaren Energien: EEG und mehr

Der Ausbau der erneuerbaren Energien war in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte. Knapp 200 Milliarden Kilowattstunden Strom werden heute in Wind-, Wasser-, Solar- und Biomassekraftwerken produziert; rund ein Drittel des Strombedarfs in Deutschland kann so ohne klimaschädliche fossile Treibhausgasemissionen erzeugt werden. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz – kurz EEG – werden die erneuerbaren Energien seit dem Jahr 2000 finanziell gefördert. Das EEG legt fest, dass Strom aus erneuerbaren Anlagen bevorzugt ins Stromnetz eingespeist wird und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Die Differenzkosten zwischen diesen garantierten Vergütungszahlungen und den Erlösen am Strommarkt werden auf die Endverbraucher umgelegt.

Wie wirkt das Erneuerbare-Energien-Gesetz? Wie wird es sich entwickeln? Welche Privilegien und Ausnahmen genießen bestimmte Industriezweige? Wie wird die Förderung der Erneuerbaren künftig aussehen? Diese Fragen stellen wichtige Arbeitsgrundlagen des Öko-Instituts dar. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien ist die zentrale Säule auf dem Weg zu einer CO2-freien Stromversorgung. Und diese ist für den langfristigen Klimaschutz notwendig. Dies bedeutet zugleich, dass das Fördersystem für erneuerbare Energien derart entwickelt werden muss, dass der stetig wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien in der Stromversorgung gewährleistet wird.

Kurzanalysen zur Entwicklung der EEG-Umlage

In der Debatte um die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien stellt die Höhe der EEG-Umlage eine bedeutende Größe da. Das Öko-Institut analysiert seit vielen Jahren die Hintergründe der Entwicklung der EEG-Umlage. Der wesentliche Motor für den Anstieg in den letzten Jahren ist der massiv gefallene Strompreis an der Börse. Denn: Die EEG-Umlage deckt die Differenz ab zwischen dem an der Börse erzielten Strompreis und den festgeschriebenen (höheren) Vergütungssätzen für Strom aus erneuerbaren Energien für die Stromerzeuger. Ist diese Differenz groß, weil der Börsenpreis sinkt, muss die EEG-Umlage einen größeren Betrag bis zum Erreichen der Vergütungszahlungen abdecken – sie steigt. Der 2015 erneut gesunkene Strompreis ist eine wesentliche Ursache dafür, dass die EEG-Umlage im Jahr 2016 um circa drei Prozent leicht angestiegen ist. Zuvor war sie 2015 leicht gesunken – ein Ergebnis der sehr hohen Steigerungen der Vorjahre, die der Gesetzgeber so ausgeglichen hat.

Die Höhe der EEG-Umlage wird zudem von weiteren Faktoren bestimmt, wie etwa in welchem Umfang die Industrie und große Stromverbraucher von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage befreit sind. Auch die derzeitig extrem niedrigen CO2-Preise spielen für das hohe Niveau der EEG-Umlage eine Rolle, da sie ebenfalls wichtige Einflussgröße auf den Börsenpreis sind.

Weitere Informationen zur Entwicklung der EEG-Umlage in 2015

Weitere Informationen zur Entwicklung der EEG-Umlage in 2014

Mit dem EEG-Rechner Umlage selbst ausrechnen

Rund 80 Faktoren spielen eine Rolle, will man die EEG sicher berechnen und Annahmen für ihre künftige Entwicklung treffen. Das Öko-Institut hat deshalb 2013 im Auftrag von Agora Energiewende ein Rechentool entwickelt, das mit wenigen Mausklicks ausrechnet, wie politische Entscheidungen die EEG-Vergütung beeinflussen. Interessierte können in einem einfach zu bedienenden Entscheider-Modus mit vordefinierten Szenarien oder in einem komplexeren Experten-Modus, in dem alle Annahmen nach Belieben verändert werden können, mit wenigen Klicks die künftige Umlage selbst berechnen.

Zum EEG-Rechner auf der Website von Agora Energiewende

EEG-Reform – Vorschlag des Öko-Instituts

Das EEG enthält eine Reihe von Privilegierungen für verschiedene Sachverhalte, auf deren Grundlage sich zahlreiche Unternehmen an der Finanzierung des Systems nicht bzw. nur mit sehr geringen Beträgen beteiligen müssen. Dies hat in den vergangenen Jahren deutlich zum Anstieg der Umlage beigetragen. Nach Auffassung des Öko-Instituts müssen für das Gelingen der Energiewende die Industrie, Großverbraucher ebenso wie die Anlagenbetreiber, die Strom für den Eigenverbrauch produzieren, stärker an ihren Kosten beteiligt werden. Eine Studie im Auftrag von Agora Energiewende schlägt deshalb vor, die Belastungen fairer zu verteilen.

So sollten nur noch die Branchen von der Ausnahmeregelung profitieren, die bereits in den Regelungen der Europäischen Union zum Emissionshandel als besonders strompreissensitiv eingestuft werden und die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. Dies beträfe etwa 15 stromintensive Branchen, wie etwa die Aluminium-, Stahl-, Chemikalien- oder Papierindustrie. Auch der für den Eigenverbrauch erzeugte Strom solle in die EEG-Umlage einbezogen werden. Im Ergebnis könnte die EEG-Umlage um 1,2 Cent pro Kilowattstunde (etwa 20 Prozent) auf fünf Cent sinken. Privathaushalte würden so deutlich entlastet – ein durchschnittlicher Haushalt, der etwa 3.500 Kilowattstunden verbraucht, könnte mehr als 40 Euro jährlich sparen.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung „EEG fair reformieren – Ausnahmen für Industrie und Eigenerzeuger verringern“

Kosten der Energiewende realistisch bewerten

Die Kosten der Energiewende sind eine Komponente, die keineswegs ausschließlich für den Anstieg der Strompreise verantwortlich ist. Vielmehr spielen die gestiegenen Kosten an den Brennstoffmärkten und die Ausnahmen für die Industrie eine entscheidende Rolle für die seit 2003 um rund sieben Cent pro Kilowattstunde angewachsenen Stromkosten.

Um die Einflussfaktoren auf die Strompreise, aber auch die Kosten der Energiewende insgesamt besser einzuordnen, hat das Öko-Institut den „Energiewende-Kosten-Index“ (EKX) entwickelt. Er zeigt, dass fast die Hälfte der Kostensteigerungen durch die massiv gestiegenen Kosten für Brennstoffpreise auf den globalen Märkten angetrieben werden sowie durch Umverteilungseffekte, die entstehen, weil energieintensive Industrie und große Stromverbraucher keine beziehungsweise deutlich geringere Abgaben für die EEG-Umlage zahlen müssen. Das Öko-Institut schlägt deshalb vor, den Energiewende-Kosten-Index als energiepolitischen Bewertungsindikator zu nutzen anstatt der dafür ungeeigneten Kenngröße „EEG-Umlage“.

Studien und weiterführende Informationen:

Studie „Die Umlage des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). Hintergründe, Trends, Treiber und Perspektiven“ des Öko-Instituts (2015)

Studie „Die Entwicklung der EEG Kosten bis 2035“ des Öko-Instituts im Auftrag von Agora Energiewende (2015)

Studie „Vorschlag für eine Reform der Umlage-Mechanismen im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)“ des Öko-Instituts (2014)

Studie „Strompreisentwicklungen im Spannungsfeld von Energiewende, Energiemärkten und Industriepolitik. Der Energiewende-Kosten-Index (EKX)“ des Öko-Instituts (2012)

 

 

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Kontakt

Dr. Felix Chr. Matthes
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