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Ausgabe März 2015

Biomasse

Nachhaltige Produktion und Nutzung

Editorial


Angebot und Nachfrage – Wege für eine optimale Biomassenutzung

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Biomasse wird vielfältig eingesetzt: ob als Holz zum Möbel bauen, als Reststoff zur Energiegewinnung oder als Faser in der Kleidungsproduktion. Die Rohstoffe sind für uns Menschen vielseitig nutzbar, zugleich werden unterschiedliche Naturräume verschieden intensiv beansprucht – nicht immer ohne schädliche Folgen. Wie Sie vielleicht wissen, wohne ich im Raum Darmstadt und kenne dort das Pfungstädter Moor als ein gelungenes Naturschutzbeispiel zur Erhaltung wertvoller Moorlandschaften. Während dort noch bis in die 1950er Jahre Torf abgebaut und als Brennstoff genutzt und auch Schilf zur Dachdeckung genutzt wurde, ist das heute weitgehend renaturierte Moor Heimat vieler heimischer Vogel- und Pflanzenarten.

Der Blick aufs Kleine zeigt: Beim sensiblen Thema Biomassenutzung müssen im Großen stets viele Faktoren berücksichtigt werden. Ansprüche aus der Landwirtschaft zur Produktion...

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Angebot und Nachfrage – Wege für eine optimale Biomassenutzung

Im Fokus


Acker. Oder Wüste?

Geo-Wiki verbessert Landnutzungsinformationen

Ist das da unten wirklich ein Acker? Siehst du Regenwald? Oder die Wüste? Wer bei Geo-Wiki anheuert, muss sich auf solche Fragen gefasst machen. „Geo-Wiki will die Genauigkeit von Landnutzungskarten deutlich verbessern“, sagt Steffen Fritz vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), Initiator des Projektes. Hierfür müssen immer wieder Freiwillige gewonnen werden, die entweder an einem Geo-Wiki-Wettbewerb teilnehmen oder im Rahmen eines Spiels Informationen... mehr

Acker. Oder Wüste?

Die endliche Vielfalt

Nachhaltige Produktion von Biomasse

Das Angebot ist groß. Da gibt es Nahrungsmittel, zum Beispiel Getreide, Obst oder Zucker. Wir kennen auch den stofflichen Einsatz, so etwa von Holz für Papierprodukte und Werkstoffe, von Zuckerpflanzen in Biokunststoffen, von Baumwolle in Textilien. Nicht zu vergessen Bioenergie: Sie stellt weltweit 80 Prozent der regenerativen Energien. Biomasse ist überall. Kein Wunder, sie hat ja auch viel zu bieten. Doch wie wird diese Biomasse angebaut? Wann ist sie wirklich umwelt- und... mehr

Die endliche Vielfalt

Eine Frage der Moral

Die Nutzung von Biomasse

Eine Bildersuche bei Google: Biomasse. Zu sehen sind Rapsfelder, Holzpellets, Schaubilder der energetischen Nutzung. Ein umfassender Blick auf Bioenergie. Bilder, die im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln stehen, finden sich kaum. Im Internet scheint Biomasse vor allem mit Bioenergie identifiziert zu werden – das Thema Ernährung ist bei diesem Begriff weit unterlegen. Dabei gehört insbesondere die hier bestehende Nutzungskonkurrenz ins Zentrum der Diskussion über nachhaltige... mehr

Eine Frage der Moral

„Die Energiebereitstellungseinheiten werden sich verkleinern“

Im Interview: Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän (Deutsches Biomasseforschungszentrum)

Wie können nachwachsende Ressourcen den besten Beitrag zum Energiesystem leisten? Diese Frage ist für Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän zentral beim Blick auf das Thema Bioenergie. Die Bereichsleiterin Bioenergiesysteme am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und Leiterin des Departments Bioenergie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) geht davon aus, dass sich Energiebereitstellungseinheiten in Zukunft verkleinern und damit auch Bioenergie im Verbund mit anderen... mehr

„Die Energiebereitstellungseinheiten werden sich verkleinern“

Überprüfen

Porträt: Dr. Hannes Böttcher erforscht Potenziale

Förster sein. Das war das Ziel vieler Kommilitonen. Dr. Hannes Böttcher jedoch begann das Studium der Forstwissenschaften, weil... mehr

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Überblicken

Porträt: Almut Jering identifiziert Handlungsfelder

Sie arbeitet im Fachgebiet I 1.1. Hier führt das Umweltbundesamt (UBA) Grundsatzfragen des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit... mehr

Überblicken

Übersetzen

Porträt: Dr. H. Martin Junginger analysiert den Handel

Ausgerechnet beim Wort Sustainability bleibt er während eines Vortrags hängen. Er zögert kurz, die deutsche Übersetzung fällt... mehr

Übersetzen

Arbeit / Aktuell


Saubere Flüsse – weniger Schadstoffe im Wasser

Das Projekt SOLUTIONS der Europäischen Kommission

Europäische Oberflächengewässer sollten in einem guten ökologischen Zustand sein. Das zumindest fordert die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Doch die meisten Gewässer in Europa sind es nicht. In ihnen finden sich Pestizide, Biozide, Chemikalien aus unterschiedlichen Produkten. Ein Risiko für aquatische Ökosysteme und die menschliche Gesundheit. „Es gibt immer noch zu viele Schadstoffe im Lebensraum Wasser“, erklärt Dirk Bunke vom Öko-Institut. „Doch obwohl es etwa durch die europäische... mehr

Saubere Flüsse – weniger Schadstoffe im Wasser

Dann bleibe ich hier!

Gutes Unternehmertum für mehr Fachkräfte im ländlichen Raum

Steinfurt ist ein Landkreis nordöstlich von Münster. Wie in anderen ländlichen Regionen Deutschlands häufig der Fall, sind hier viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ansässig. Und wie anderswo auf dem Land muss sich der Kreis um eine wirtschaftskräftige Zukunft bemühen. Die Bevölkerung wird älter, die Jungen wandern in größere Städte aus, Fachkräftemangel ist die Folge. Mit dem „Unternehmernetzwerk im energieland2050“, wurde in Steinfurt eine neue Form der... mehr

Dann bleibe ich hier!

Multimodalitätsstrategien für den Verkehr

Leitfaden für Verkehrsunternehmen und Mobilitätsdienstleister

Unsere Mobilität verändert sich, ausgelöst auch durch neue Optionen. Der technische Fortschritt und Angebote wie Carsharing oder Bikesharing ermöglichen es, unterschiedliche Verkehrsmittel je nach Anlass und Bedürfnis miteinander zu verknüpfen. Diese Multimodalität bietet Chancen, aber auch Herausforderungen für Verkehrsunternehmen und Mobilitätsdienstleister. Eine Unterstützung bei der Bewältigung dieser Herausforderungen wird das neue Projekt „Betriebs- und gesamtwirtschaftliche... mehr

Multimodalitätsstrategien für den Verkehr

Stromnetze: Mehr Transparenz

Erweiterung des Strommarktmodells PowerFlex

Die erneuerbaren Energien bergen Herausforderungen für die Stromnetze. An ihren Ausbau sowie die verstärkte Nutzung flexibler Stromerzeuger und -nachfrager sowie von Speichern gibt es jedoch unterschiedliche Erwartungen, die teilweise auf wenig transparenten Studien fußen. Gleichzeitig zeigen die zum Teil aufgeheizten Diskussionen der vergangenen Jahre, dass ein breiter, offener Diskurs auf Basis von transparenten Daten wichtig ist, um ein gemeinsames Verständnis der künftigen... mehr

Stromnetze: Mehr Transparenz

Investition für den Klimaschutz

Rechtliche Hemmnisse und fehlende Anreize

Aktiengesellschaften könnten dazu verpflichtet werden, Rechenschaft über klimaschutzorientiertes Handeln abzulegen, Hausbesitzer könn-ten steuerliche Vergünstigungen für Effizienzmaßnahmen erhalten. Das Handels- und Gesellschaftsrecht, das Kapitalmarkt- und Investmentrecht sowie das Bilanz- und Steuerrecht bieten einen weiten Spielraum, private Klimaschutzinvestitionen zu fördern. Doch obwohl sie als gewinnträchtiges Geschäftsfeld betrachtet werden und gleichzeitig für das... mehr

Investition für den Klimaschutz

Halbzeit Energiewende?

Ein Infofilm des Öko-Instituts

Die Energiewende feiert Halbzeit. Zumindest wenn man die erste Studie des Öko-Instituts, die 1980 beschrieb, wie eine Energieversorgung ohne Erdöl und Uran aussehen kann, als Startpunkt und die übliche Laufzeit von Klimaschutzszenarien bis 2050 als möglichen Endpunkt annimmt. Dann markiert das Jahr 2015 die Mitte des Weges. Doch haben wir wirklich schon die Hälfte der Energiewende geschafft? Die Herausforderungen sind groß: der Netzausbau, die Umgestaltung der Energiemärkte, aber... mehr

Halbzeit Energiewende?

Arbeit / Rückblick


Mehr erneuerbare Energien brauchen: mehr Flexibilität

Bedarf und Optionen im zukünftigen Stromsystem

Steigt der Anteil der erneuerbaren Energien, muss auch das Stromsystem flexibler werden. Denn die Energie wird produziert, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht – und nicht zwingend, wenn der Verbraucher sie benötigt. Unterschiedliche Akteure im Stromsystem können dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch zu harmonisieren. Wie flexibel das System in Zukunft sein muss, welche Kraftwerke oder Verbraucher diese Flexibilität bereitstellen können und welchen Beitrag diese erbringen... mehr

Mehr erneuerbare Energien brauchen: mehr Flexibilität

Ganzheitliche Politikbewertung

Kohärenz umweltpolitischer Ziele

Umweltpolitische Ziele können sich gegenseitig beeinflussen, positiv wie negativ. Die Förderung von Biokraftstoffen, ein Instrument der Klimapolitik, kann etwa zu verstärktem Grünlandumbruch führen und damit dem Ziel, biologische Vielfalt zu erhalten, entgegenstehen. Doch wie lassen sich die Konflikte und Synergien zwischen unterschiedlichen Umweltpolitikfeldern besser erfassen? Dieser Frage hat sich das Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes gewidmet. Die Wissenschaftler... mehr

Ganzheitliche Politikbewertung

Kombinierte Strategien zur Minimierung

Kupfer im Biolandbau

Im Biolandbau wird Kupfer als Fungizid eingesetzt, 2008 in einer Menge von etwa 34 Tonnen. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenschutzmitteln reichert sich Kupfer nicht in Früchten an. „Der Kupfereinsatz hat jedoch negative Auswirkungen auf Böden und Wasser“, sagt Dirk Bunke vom Öko-Institut, „Kupfer sammelt sich in oberen Bodenschichten an und kann durch die Witterung in Oberflächengewässer gelangen.“ Auch im konventionellen Landbau wird Kupfer eingesetzt, 2008 waren es etwa 290... mehr

Kombinierte Strategien zur Minimierung

Aggregierte Umweltexposition

Zur Wirkung von Bioziden

Ob als Desinfektions- oder Holzschutzmittel, zur Bekämpfung von Schädlingen oder Pilzen: Biozide übernehmen viele Aufgaben in unserem täglichen Leben. Sie können aber auch negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt mit sich bringen. Zusätzliche Umweltbelastungen können bei einem Zusammenwirken unterschiedlicher Biozide auftreten, man spricht von einer aggregierten Umweltexposition. Dies kann etwa passieren, wenn Biozide aus unterschiedlichen Anwendungen in den gleichen Fluss... mehr

Aggregierte Umweltexposition

Perspektive


Gleich und gleich?

Die Strahlenbilanz von Wind- und Atomkraft

Windkraft versus Kernenergie. Wer hier auf der guten Seite steht, ist eigentlich keine Frage. Und dann das: In Windenergieanlagen wird „schmutzig produziertes“ Neodym aus China eingesetzt, bei dessen Gewinnung giftige Dämpfe und Abwässer in die Umwelt gelangen und radioaktives Erz eingesetzt wird. Kann es sogar sein, dass Windkraftanlagen je Kilowattstunde erzeugtem Strom mehr Strahlenbelastung als ein Atomkraftwerk verursachen? Dieser Frage bin ich nachgegangen.

Will man die...

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Gleich und gleich?

Einblick


Der Arbeitsplatz von… Christoph Brunn

Der Papagei bleibt zu Hause

„Ist Christoph da?“ Ein bequemer Blick durch die offene Tür hilft da nicht weiter, eine dschungelartige Schefflera macht alles dicht. Eigentlich fehlt nur noch der Papagei. Den lässt Christoph Brunn, Senior Researcher im Institutsbereich Umweltrecht & Governance in Darmstadt, dann doch lieber zu Hause. Dort hat er nämlich tatsächlich zwei. mehr

Der Arbeitsplatz von… Christoph Brunn

Zukunft gestalten

Jahresbericht 2014 des Öko-Instituts

Der aktuelle Jahresbericht des Instituts steht ganz im Zeichen der großen Transformation – also des nachhaltigen Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft. Er stellt exemplarisch Projekte aus 2014 vor, die Zukunft aktiv mitgestalten wollen: www.oeko.de/jahresbericht2014. mehr

Zukunft gestalten

Kurz notiert

Neuigkeiten aus dem Öko-Institut

Einladung zur Mitgliederversammlung Das Öko-Institut lädt sie herzlich zur jährlichen Mitgliederversammlung ein. Sie findet am 30. Mai 2015 im Maritim Hotel in Darmstadt statt. Weitere Informationen finden Sie online unter www.oeko.de/mv2015. Kontakt für Rückfragen: 0761/ 45295-0, institutssekretariat@oeko.de. Susanne Fröschl: Neu in der Geschäftsführung Seit dem 1. März ist Susanne Fröschl in der Geschäftsführung für das Institutsmanagement zuständig. Sie hat zuvor als... mehr

Kurz notiert

Vorschau


Kernenergie – was kommt danach?

Rückbau, Endlager, Sicherheit

Mit dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie ist das Kapitel Atomkraft für Deutschland noch lange nicht abgeschlossen. Die Themen Rückbau und Endlagerung werden unsere Gesellschaft noch lange Zeit beschäftigen. Wie teuer wird die Abwicklung der Kernenergie? Wo wird ein Endlager für radioaktive Abfälle eingerichtet? Welche Auswirkungen sind auf Mensch und Umwelt zu befürchten, wie sicher ist das alles? Diese und weitere Fragen stehen schon heute im Fokus der öffentlichen Debatte....

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Kernenergie – was kommt danach?

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