Hoechst Nachhaltig

Sustainable Development: Vom Leitbild zum Werkzeug

Hoechst und Öko-Institut arbeiten zusammen - wer hätte diese Nachricht beispielsweise am Rosenmontag 1993 nach dem großen Störfall im Werk Griesheim der Hoechst AG geglaubt? Dieses Datum stellte einen Höhepunkt in der von inniger Feindschaft geprägten Geschichte von Öko-Institut e.V. und Hoechst AG dar.

Hoechst hat sich inzwischen dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Damit ist nicht notwendigerweise der nächste Störfall verhindert - aber wenn Hoechst das Leitbild umsetzt, dann begibt sich der Konzern auf den Weg eines langfristigen Umbaus. Eines Umbaus, der der eigenen und der gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit eine hohe Priorität einräumt - und möglicherweise den übernächsten Störfall verhindert.

Das Öko-Institut e.V. entwickelte für und in konstruktiver Zusammenarbeit mit Hoechst ein Werkzeug, mit dem Nachhaltigkeit ganz praktisch in die Geschäftstätigkeiten einfließen kann. Voraussetzung ist: Hoechst muß die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit mit der Orientierung an kurzfristigen Gewinnerwartungen vereinbaren.

Am Beispiel zweier Produkte wurde das Werkzeug getestet. Das Ergebnis: es kommt darauf an, was man damit macht. Während in China neue Dachmaterialien für Wohnhäuser als Alternative zur Dachpappe ökologisch und gesellschaftlich sinnvoll sind, braucht der Standort Deutschland keine neuen Flachdächer. Das Werkzeug liefert damit konkrete Hinweise auf die ökologische, die gesellschaftliche und - dies gehört zwingend dazu - auf die geschäftliche Optimierung einzelner Produkte.

Ob sich Hoechst Nachhaltig entwickelt, das Werkzeug übernimmt und seine Strukturen entsprechend weiterentwickelt ist derzeit jedoch noch offen.