Sportgroßveranstaltungen: Begeisterung und Umweltschutz

Sportgroßveranstaltungen wie die Olympischen Spiele oder Fußballweltmeisterschaften können wirkungsvoll Botschaften an eine breite Masse Menschen auf der ganzen Welt tragen. Denn erstens sind solche Events stets mediale Großereignisse mit enormer Reichweite und zweitens können Botschaften auf emotionale Weise kommuniziert werden, was deren Wirkungsgrad erhöht. Umweltschutz ist eine Botschaft, die über diesen Weg an die Zuschauer zu Hause, aber auch an die lokalen Vereine und den Breitensport vermittelt werden kann.

Auch Veranstalter von solchen großen Sportveranstaltungen können mit Maßnahmen zur Reduzierung von umweltschädlichen Einflüssen bei der Veranstaltung selbst positive Zeichen und Impulse für kleine Vereine und deren Veranstaltungen setzen. Denn negative Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima sind ständige Begleiter von Sportveranstaltungen jeder Größe. Treibhausgasemissionen entstehen beispielsweise bei der Anreise von Sportlern und Fans und durch den hohen Energieverbrauch. Mit Flyern, Papptellern und –bechern entstehen immense Müllmengen, häufig werden sensible Freiräume angegriffen.

Geeignete Maßnahmen können dazu beitragen, die negativen Umweltauswirkungen einzugrenzen. Das Öko-Institut arbeitet in verschiedenen Projekten daran, Sportgroßveranstaltungen umweltfreundlicher zu gestalten und den Umweltschutz im Sport stärker zu verankern.

Green Champions 2.0 – Internetportal für Veranstalter

Zusammen mit dem Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) und der deutschen Sporthochschule (DSHS) Köln hat das Öko-Institut das Internetportal „Green Champions 2.0“ entwickelt.

Portal „Green Champions 2.0“

Es ermöglicht Veranstaltern von Sportveranstaltungen jeder Größe, sich über geeignete Umweltschutzmaßnahmen für deren Event zu informieren. Das Portal zeigt Best-Practice Beispiel und informiert über geeignete Umweltschutzmaßnahmen in den Themenfeldern Verkehr, Energie- und Ressourcenverbrauch, Abfallmanagement, Catering und Merchandising, Natur und Landschaft sowie Nachhaltigkeitsmanagement. Das Portal wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und baut auf dem Praxis-Leitfaden des Öko-Instituts und der Deutschen Sporthochschule Köln „Green Champions für Sport und Umwelt. Leitfaden für umweltfreundliche Sportgroßveranstaltungen“ auf.

Green Goal! Umweltkonzepte 2006 und 2011

Für die Fußballweltmeisterschaften 2006 und die Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 hat der DFB das Öko-Institut mit der Erstellung und Umsetzung jeweils eines Umweltkonzepts beauftragt, mit dem Ziel, negative Umwelteinflüsse möglichst gering zu halten. Das Öko-Institut hat im Projekt „Green Goal 2011“ den Ist-Stand in allen neun WM-Stadien analysiert und gemeinsam mit den Stadionbetreibern Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz umgesetzt. Hierzu gehören die Einführung eines Umweltmanagementsystems, der flächendeckende Einsatz von Mehrwegbechern, Bio-Catering und die Installation wasserarmer Sanitärarmaturen. Eine besondere Herausforderung: die typische Nutzungsstruktur eines Fußballstadions mit Spitzenlasten an Spieltagen und relativen Ruhephasen dazwischen zu berücksichtigen. Hier steckt viel Potenzial für Effizienzsteigerungen. Wichtig für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts war es, Maßnahmen des Umweltkonzepts nicht nur den Stadien zuzuschreiben, sondern möglichst alle Beteiligten der Veranstaltung mit einzubeziehen.

Green Champions für Sport und Umwelt. Leitfaden für umweltfreundliche Sportgroßveranstaltungen (Praxis-Leitfaden für die Gestaltung umweltfreundlicher Sportgroßveranstaltungen des Öko-Instituts und der Deutschen Sporthochschule Köln)

„Green Goal: Fußball hinterlässt Spuren - Legacy Report“ (Umweltbilanz der FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011)

“Green Goal 2006– Legacy Report“: (Umweltkonzept zur FIFA WM 2006)

Sportgroßveranstaltungen als Vorbild

Die Umweltkonzepte für die Fußballweltmeisterschaften 2006 und 2011 waren aus Sicht des Öko-Instituts ein Erfolg für mehr Umweltschutz bei Sportgroßveranstaltungen. Doch ganz wesentlich ist es, den ökologischen Nachhaltigkeitsgedanken nun auch bei den vielen Sportvereinen in Deutschland und generell dem Breitensport zu verankern. Denn: Betrachtet man beispielsweise die Treibhausgasemissionen, entstehen auf Ebene des lokalen Vereinssports, bei deren Veranstaltungen und dem laufenden Betrieb weit mehr, als bei den zahlenmäßig doch überschaubaren Sportgroßevents.