Rohstoffe und Recycling

Ob Kies oder Seltene Erden, ob Sand oder Kupfer: Wir nutzen Rohstoffe übermäßig und oftmals ohne an ihre Endlichkeit oder die Konsequenzen ihres Abbaus zu denken. Für die Häuser, in denen wir leben. Die Smartphones, über die wir kommunizieren. Die Autos, mit denen wir unterwegs sind. Über 40 Kilogramm Rohstoffe verbrauchte jeder Deutsche im Jahr 2011 am Tag, im gesamten Jahr waren das 16,2 Tonnen pro Kopf.

Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen: die Folgen

Dabei ist die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen mit zahlreichen negativen Folgen für Menschen und Umwelt verbunden. Das betrifft einen mangelnden Arbeitsschutz in vielen Herkunftsländern ebenso wie die Rodung von Waldflächen bei uns oder auch die Verschmutzung oder sogar Vergiftung von Böden und Gewässern.

Höchste Zeit, die bereits genutzten Rohstoffe bestmöglich zu bewahren. Doch zu viele wertvolle Rohstoffe gehen noch verloren, weil sie nicht oder nicht ausreichend gesammelt, ineffizient behandelt werden oder schlicht nicht den Weg in gute Recyclingverfahren finden – das gilt häufig für Kobalt aus Gerätebatterien ebenso wie für Seltene Erden aus modernen Magneten.

Arbeit für eine umfangreiche Rohstoffwende

Das Öko-Institut strebt eine umfangreiche Rohstoffwende an. Wie diese gelingen kann, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 2016 im Eigenprojekt „Deutschland 2049 – Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft“ gezeigt: In einer umfangreichen Analyse haben sie Ziele und Maßnahmen formuliert, wie unterschiedliche Rohstoffe nachhaltig gefördert, genutzt und in den Kreislauf zurückgegeben werden können. Gleichzeitig arbeiten die Expertinnen und Experten unter anderem zur europäischen Abfall- und Ressourcenpolitik oder zum internationalen Bergbau.

Kompetenzen

Analyse von Umweltgefährdungspotenzialen bei Rohstoffen und Bergbau

Der Abbau von Rohstoffen kann in Bergbauregionen große Umweltschäden anrichten. Das Öko-Institut bewertet Rohstoffe und Bergbauprojekte hinsichtlich ihrer Umweltgefährdungspotenziale. Es liefert Ersteinschätzungen zu Bergbauprojekten und gibt Hilfestellungen bei der Priorisierung von Rohstoffen aus Umweltsicht.

Beispiel zur Entwicklung einer Methode zur Bewertung der ökologischen Rohstoffverfügbarkeit

Angemessene Sorgfaltspflichten in Rohstofflieferketten (Due Diligence)

Neue rechtliche Instrumente sowie zivilgesellschaftlicher Druck fordern von Unternehmen immer häufiger die Einhaltung menschenrechtlicher und ökologischer Sorgfaltspflichten in den Lieferketten von Rohstoffen. Das Öko-Institut setzt sich mit den verschiedenen Möglichkeiten zur Umsetzung dieser Sorgfaltspflichten auseinander und berät zu Ansätzen, die kompatibel mit den regulatorischen Anforderungen sind und auch positive Wirkungen in den betroffenen Regionen entfalten.

Beispielprojekt zur Evaluierung des Dodd-Frank Act

Bewertung und Verbesserung von Recyclingprozessen

Beim Recycling von problematischen Abfallarten wie Elektroschrott, Altautos und Altbatterien kann es durch unsachgemäße Verfahren zu beträchtlichen Umweltauswirkungen kommen. Das Öko-Institut bewertet Recyclingprozesse und erarbeitet und begleitet Strategien zu deren Verbesserung. Neben technischen und ökologischen Aspekten bezieht es auch die ökonomische und die soziale Dimension mit ein.

Beispielprojekt „Baseline Assessment on E-Waste Management in Ghana“

Benchmark Assessments von Bleihütten

Das Recycling von Blei-Säure-Batterien ist ein hochriskanter Prozess, der insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern oft die Gesundheit von Arbeitern und Anwohnern durch Schadstoffbelastungen beeinträchtigt. Das Öko-Institut begutachtet alle am Recycling beteiligten Prozesse und leitet daraus Verbesserungsmaßnahmen und Strategien auf betrieblicher, sektoraler sowie regulatorischer Ebene ab.

Beispielprojekt zu Management und Recycling von Batterien in Solar Home Systemen