Nachhaltig konsumieren mit EcoTopTen, Ökotop100 und den EU-Energieeffizienzklassen

Nachhaltig konsumieren. Das ist ein Wunsch, den mittlerweile viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben. Möglichkeiten, dies zu tun, bietet das Produktangebot heute vielfach schon. So versprechen zahlreiche Siegel, dass der Kauf eines entsprechend ausgezeichneten Produktes ökologischer und sozial gerechter ist, als der eines Konkurrenzprodukts. Zudem empfehlen unterschiedlichste Internetplattformen Marken und Produkte, bei deren Produktion Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden. Doch die Vielzahl an Labeln verwirrt sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher als auch die öffentliche Beschaffung. 

Ein Label für alle?

Vielfach wird in der politischen Diskussion daher ein allgemeines, produktübergreifendes Nachhaltigkeitslabel gefordert, das Verbraucherinnen und Verbrauchern in kompakter Form signalisiert, dass alle wichtigen Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind. In einem Gutachten für das Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags untersuchte das Öko-Institut die Machbarkeit eines solchen allgemeinen Labels.

Allein die Frage, welche Kriterien und Indikatoren einem solchen Label zu Grunde gelegt werden, ist höchst komplex. Denn Produkte und Dienstleistungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer relevanten Wirkungen und Lebenszyklusphasen. So ist zum Beispiel bei großen Haushaltsgeräten der Energieverbrauch in der Nutzungsphase ein entscheidendes Nachhaltigkeitskriterium. Bei Lebensmitteln fallen wichtige Wirkungen eher in der Herstellungsphase an und sind breiter gefächert: Boden- und Gewässerbelastung, Einflüsse auf die Biodiversität und besonders in Entwicklungsländern auch Arbeitsbedingungen.

Doch auch mit den bereits existierenden Labeln können Konsumentinnen und Konsumenten bewusste Kaufentscheidungen treffen. Die Energieeffizienzklassen der EU oder der Blaue Engel sind etablierte Kennzeichen für nachhaltige Produkte.

A+++ bis D – Die neuen Energieeffizienzklassen der EU

Die Energieverbrauchskennzeichnung mit den Energieeffizienzklassen A+++ (geringer Verbrauch) bis G (hoher Verbrauch) sind den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern von Kühlschränken oder Waschmaschinen wohlbekannt. Sie ist für bestimmte energieverbrauchende Geräte – derzeit für Kühl- und Gefriergeräte, Spül- und Waschmaschinen, Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Staubsauger und Fernseher, Raumklimageräte und Haushaltslampen - verbindlich vorgeschrieben und erhöht die Transparenz des Produktangebots. Durch die Wahl eines Produktes mit der jeweils besten Energieeffizienzklasse, zum Beispiel eines A+++ Kühlschrankes, können Verbraucherinnen und Verbraucher sehr leicht eine nachhaltige Kaufentscheidung treffen. Neben der Stromeinsparung werden damit auch die klimarelevanten Emissionen aus der Strombereitstellung reduziert und Folgekosten gespart. 

Hilfe für Händler mit Come-On Labels

Insbesondere nach der Novellierung der Energieeffizienzkennzeichnung im Jahr 2011 ist eine europaweite Vergleichbarkeit noch einfacher. Denn seitdem ist die Kennzeichnung rein bildbasiert und sprachenunabhängig. Darüber hinaus vereinfacht eine solche Vereinheitlichung die Labelvergabe. Im Rahmen des Projektes Come-On Labels hat das Öko-Institut Informationen für Händler zur richtigen Kennzeichnung von Geräten zusammengestellt. Das Öko-Institut unterstützt zusammen mit den Partnern Deutsche Um-welthilfe (DUH) und den Verbraucherzentralen (VZ) Sachsen und Sachsen-Anhalt im Projekt Come-On Labels die Einführung der neuen Energiekenn-zeichnung in den teilnehmenden EU-Staaten.

Mehr Informationen zum Projekt Come-On Label 

Kaufempfehlungen auf ecotopten.de

Transparente und erklärende Informationen sowie konkrete Kaufempfehlungen stellt das Öko-Institut fortlaufend auf zwei Internetplattformen zur Verfügung. Deren Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher zu nachhaltigem Konsum zu motivieren, um so die Treibhausgasemissionen zu verringern. Denn nach wie vor entstehen mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland durch privaten Konsum.

Auf der Seite www.ecotopten.de des Öko-Instituts, können Verbraucherinnen und Verbraucher Marktübersichten mit besonders energieeffizienten Geräten finden, an denen sie ihre Kaufentscheidung orientieren können. Dort werden namentlich genannt ökologische Spitzenprodukte und Dienstleistungen empfohlen. Dazu zählen beispielsweise Haushaltsgeräte, Fernsehgeräte, E-Bikes, Autos, Lampen und Heizungen oder die besten Ökostromprodukte. Die Mindestkriterien, anhand derer die Listen der ökologischsten Produkte am Markt erstellt werden, können auf der Website eingesehen werden. Zu solchen Kriterien zählen in der Regel der Energieverbrauch, ein angemessener Preis und je nach Produktgruppe weitere ökologische Kriterien. EcoTopTen berücksichtigt bereits existierende Label oder Ergebnisse anderer Tests, insbesondere die Energieeffizienzklassen des EU-Energielabels. So werden beispielsweise bei den Kühl-Gefrier-Kombinationen nur solche Geräte empfohlen, die die Energieeffizienzklasse A+++ aufweisen.

Kriterien des Blauen Engels auf oekotop100.de

Auf der Website www.oekotop100.de können sich Konsumentinnen und Konsumenten darüber informieren, welche Kriterien ein Produkt erfüllen muss, um das Umweltzeichen der „Blauen Engel“ zu erhalten. Das deutsche Umweltzeichen findet sich mittlerweile auf rund 11.700 Produkten und Dienstleistungen von Druckern über Polstermöbel, von Lacken bis zum Zeitungsdruckpapier. Doch nicht alle Produkte, die die Kriterien des „Blauen Engels“ erfüllen, tragen auch das Label. Auf Oekotop100.de finden Verbraucherinnen und Verbraucher Einkaufshilfen, mit denen sie diejenigen 100 relevantesten Konsumgüter für private Haushalte finden, die die Kriterien des "Blauen Engels" erfüllen, unabhängig davon, ob sie das Siegel tragen oder nicht.

Hersteller dieser Produkte können diese in Zukunft mit dem „Blauen Engel“ und dem Zusatz „schützt das Klima“ auszeichnen. Es wäre wünschenswert, dass sich in Zukunft noch weitere Hersteller zu einer Zertifizierung ihrer Produkte entschließen könnten, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Auswahl nachhaltiger Produkte zu erleichtern.

Weitere Informationen zum Blauen Engel auf der Homepage des Öko-Instituts und auf www.blauer-engel.de