Klimaverträglich leben im Jahr 2050: Bilder und Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Seit mehr als 20 Jahren erstellt das Öko-Institut Szenarien für ein klimaverträgliches Leben in Deutschland. Nachfolgend stellen wir die Ergebnisse der Modellierungen der Studie „Klimaschutzszenario 2050“ einmal anders dar: Fünf Infografiken zeigen mögliche Wege für ein klimaverträgliches Leben. Wenn wir diese Wege gehen, kann Deutschland sein Klimaschutzziel erreichen und 95 Prozent seiner Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 verringern. Die Grafiken veranschaulichen, wie unser Alltag und unsere Gesellschaft im Jahr 2050 aussehen könnten und laden zum Nachdenken über klimaverträgliches Leben in folgenden Bereichen ein: 

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Gemeinsam für mehr Klimaschutz: Ein Gedankenexperiment zum Mitmachen

Wir laden zu einem Gedankenexperiment ein: Stellen wir uns vor, wir schaffen es, den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Das entspräche dem oberen Rand des offiziellen Klimaschutzziels, mit dem Deutschland einen Beitrag zur Erreichung des globalen Zwei-Grad-Ziels leisten möchte. Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt die maximale Erderhitzung, die die globale Gemeinschaft laut Pariser Klimaschutzabkommen zulassen will. Demnach dürfte Deutschland zwischen 2015 bis Jahr 2050 durchschnittlich noch etwa 0,3 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Momentan sind es etwa 0,8 Milliarden Tonnen CO2 – mehr als doppelt so viel. Die notwendigen Veränderungen in allen Bereichen unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaftsweise können wir nur gemeinsam gestalten.

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Klimaschutz gegen die Überhitzung der Erdatmosphäre

Klimaverträglich wohnen: So fühlen wir uns 2050 zu Hause

Um das deutsche Klimaschutzziel zu erreichen, müssen wir unsere Häuser energetisch sanieren – im Durchschnitt drei Prozent pro Jahr, die Energieeffizienz bei Neubauten stark erhöhen und unseren Energieverbrauch reduzieren. So setzen wir im Jahr 2050 nur noch etwa die Hälfte der Energie zum Heizen ein, die 1990 nötig war. Wir gewinnen zudem Wärme aus erneuerbaren Energien und decken damit einen großen Teil des Warmwasser- und Heizbedarfs, ohne klimaschädliche Emissionen zu verursachen.

Wir verringern unseren Energieverbrauch – etwa indem wir die Raumtemperatur in unseren Wohnungen um ein Grad senken. Das spart sechs Prozent der Heizenergie und schränkt den Komfort kaum ein. Im Jahr 2050 leben wir mit qualitativ hochwertigen und langlebigen elektrischen Geräten und einer besonders energieeffizienten Beleuchtung mit LED.

So nutzen wir zum Beispiel besonders effiziente Kühlschränke, die genau den von uns benötigten Kühlraum anbieten. Damit können wir ineffiziente und wenig genutzte Zweitkühlschränke entsorgen und die Kosten dafür sparen. LED-Leuchten dagegen haben eine deutlich höhere Lebensdauer als herkömmliche Lampen und machen so den höheren Anschaffungspreis mehr als wett. Diese Beispiele zeigen: Wir können heute und in Zukunft gut leben, ohne übermäßig zu konsumieren.

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Klimafreundliches Wohnen spart Geld und Energie

Klimaverträglich unterwegs: So sind wir in Zukunft mobil

Kürzere Wege in der Stadt, mehr Fortbewegung mit dem Rad und zu Fuß, Elektromobilität und Carsharing – auf diese Weise können wir in 2050 mobil sein und das Klima schützen. In der „Stadt der kurzen Wege“ ist der Radius zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule deutlich kleiner als heute – damit kann das Auto stehen bleiben und unsere Mobilität wird klimaverträglicher. Zudem reduzieren wir den Lärm in unseren Städten. Für unsere Alltagswege nutzen wir Fahrrad, Bus oder Bahn – die Städte fördern diese Verkehrsträger aktiv und immer mehr Menschen erkennen ihre Vorteile. Privates Autofahren wird umweltfreundlicher: Etwa 80 Prozent der Autos werden elektrisch betrieben. Der deutsche Staat und die Städte fördern zudem die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge weiter und bauen sie stark aus. 2050 heißt das: Freie Fahrt für Fahrräder, Elektroautos, Bus und Bahn!

All das führt dazu, dass bis zum Jahr 2050 immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen: Sind es heute noch 55 Prozent sinkt der Anteil im Jahr 2050 auf 43 Prozent. Und: Fahrzeuge werden immer häufiger gemeinsam genutzt, statt sie alleine zu besitzen. Dadurch gibt es insgesamt deutlich weniger Fahrzeuge – das spart Platz und eröffnet neue Möglichkeiten städtischen Raum zu nutzen, etwa für Gartenstreifen oder Begegnungsräume. Mit der fortschreitenden Digitalisierung, Apps und smarten Planungstools können wir zudem die Auslastung der Fahrzeuge besser planen. Dann sind wir auch ohne eigenes Fahrzeug sehr gut mobil.

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Klimafreundlich mobil in der Stadt der kurzen Wege

Klimaverträglich essen: Das kommt uns auf den Teller

Brot, Käse, Fleisch, Gemüse: Alles was wir essen, wird in landwirtschaftlichen Betrieben hergestellt. Wollen wir unsere Ernährung klimaverträglicher gestalten, müssen wir also auch die landwirtschaftliche Praxis verändern. Ein Weg zur klimaverträglichen Landwirtschaft ist der Ökolandbau. Dieser nutzt beispielsweise statt industriell hergestellter Dünger und Pflanzenschutzmittel Pflanzen, die dem Boden wieder Nährstoffe zuführen. Statt heute 6,5 Prozent der Agrarfläche bewirtschaften wir im Jahr 2050 25 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen nach ökologisch verträglichen Grundsätzen.

Der zweite große Hebel für mehr Klimaschutz ist unsere eigene Ernährungsweise. Tierische Produkte haben einen deutlich größeren ökologischen Fußabdruck als pflanzliche Lebensmittel. Der Grund: Die Tierzucht braucht mehr Fläche, Wasser, Energie und Futtermittel, die wiederum angebaut werden müssen. Momentan ernähren sich circa zehn Prozent der Bevölkerung vegetarisch und etwa ein Prozent vegan – Tendenz steigend, insbesondere bei den jüngeren Generationen. Etwa ein Drittel aller Haushalte isst schon heute bewusst weniger Fleisch. Wir sehen dies als Indizien für einen Trend, der sich fortsetzen wird. Wenn wir im Jahr 2050 noch ein Drittel der heutigen Fleischmenge essen und damit zum Beispiel auch nur noch ein Drittel der Kühe halten müssen, trägt auch unsere Ernährung zur Einhaltung der Klimaschutzziele bei. Diese Menge entspricht übrigens den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, ist also nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die Gesundheit.

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Klimafreundliche Landwirtschaft fängt mit unserer Ernährung an

Klimaschonende Energie: Unser Energiemix für die Zukunft

Fernsehen, das Internet nutzen, heizen, kochen und vieles mehr – wir benötigen Energie für unser tägliches Leben. Energie klimaverträglich zu gewinnen, ist demnach Grundlage für ein klimaverträgliches Leben. Im Jahr 2050 nutzen zum einen die „klassischen Stromverbraucher“ – also Elektrogeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen – weniger Energie. Zum anderen nimmt die Zahl technischer Geräte aus dem Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik zu; diese sind aber zugleich energieeffizienter.

Bis 2050 wird mehr Strom auch in Feldern benötigt, die heute noch auf fossile Brennstoffe wie Benzin oder Erdgas setzen. So nutzen etwa Elektrofahrzeuge oder die Wärmeerzeugung im Jahr 2050 nahezu die Hälfte des dann produzierten Stroms. Damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen kann, wird der Strom künftig deshalb fast vollständig mit erneuerbaren Energien produziert, die keine Treibhausgasemissionen verursachen. Windkraft ist die wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung, der zweitgrößte Anteil wird durch Solaranlagen produziert.

Da wir 2050 vorwiegend in sanierten oder neuen Häusern wohnen, brauchen wir deutlich weniger Energie zum Heizen als heute. Die noch benötigte Wärme wird vor allem aus Solarenergie oder Biobrennstoffen hergestellt. Hinzu kommen elektrische Heizungen mit hocheffizienten Wärmepumpen, die ebenfalls mit erneuerbarem Strom betrieben werden. Auch Fernwärme wird eine Rolle spielen: Die Abwärme aus der Industrie sowie Wärme aus anderen Quellen wie Großwärmepumpen und Solarthermie wird im Jahr 2050 durch das Wärmenetz verteilt.

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Strom und Wärme klimafreundlich erzeugt