Simulationsrechnungen zu Xenon-Isotopenverhältnissen für integrierte Entscheidungswerkzeuge zum Nachweis von Nuklearexplosionen

Eine Verifikation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen ist wesentlich für die Wirksamkeit dieses internationalen Abkommens im Rahmen der weltweiten Bemühungen zur Nichtverbreitung und Abrüstung. Zur Durchführung der technischen Verifikation wird nach Inkrafttreten des Vertrags die Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) das weltweite Überwachungssystem mit seinen technischen Komponenten zur Detektion von Nukleardetonationen nutzen.

Komplementär zu den seismischen und akustischen Messtechnologien steht auch die Detektion von Radionukliden für die Verifikation des CTBT zur Verfügung. Der bei der Kernspaltung entstehende unterschiedliche Isotopenvektor des Edelgases Xenon erlaubt im Prinzip die Diskriminierung einer Entstehung von Xenon in einer nuklearen Explosion von der Entstehung bei der zivilen Nutzung der Kernenergie (Kalinowski-Diagramm). In dem ausgeschriebenen Projekt sollen für die BGR unter anderem die in (Kalinowski und Pistner 2006) zugrunde gelegten Daten zur zivilen Entstehung von verschiedenen Isotopenverhältnissen von Xenon mit neuen Simulationsmethoden überprüft und auf verschiedene Szenarien zur Entstehung und Freisetzung von Xenon in Leistungsreaktoren bei Nutzung unterschiedlicher Brennstoffe und bei unterschiedlichen Betriebsweisen erweitert werden.