Nukleare Sicherheit in Krisengebieten - Glücksfall oder Gau?

Die Nutzung von Kernenergie bedarf einer umfangreichen institutionellen und materiellen Infrastruktur auf Basis stabiler innerstaatlicher und zwischenstaatlicher Verhältnisse. Zwischenstaatliche oder innerstaatliche Konflikte können dem gegenüber gewollt oder durch Unfall zu einer atomaren Katastrophe führen. Dies betrifft nicht nur die strategische Relevanz der Energieversorgung in militärischen Konflikten, sondern auch erhöhte Unfallrisiken und Gefährdungen durch Kollateral-schäden sowie eine Erosion der Sicherheitskultur und der institutionellen Kontrolle in Krisenregionen mit nuklearer Infrastruktur. Das Projekt soll systematisch anhand aktueller und historischer Beispiele die verschiedenen Faktoren und Aspekte einer gezielten oder zufälligen Beeinträchtigung der nuklearen Sicherheit sowie mögliche Folgen in Krisenregionen identifizieren. Neben weltweiten Fallstudien (z.B. Irak, Iran, Pakistan, Jugoslawien) bildet der aktuelle Konflikt in der Ukraine Anlass und Schwerpunkt der Untersuchung.