Luftqualität 2020/2030: Weiterentwicklung von Prognosen für Luftschadstoffe unter Berücksichtigung von Klimastrategien

Feinstaub in der Atemluft führt langfristig zum Atemwegs- sowie Herz-Kreislauferkrankungen und entsteht durch direkte Staubquellen aber auch durch Gase wie Schwefeldioxid, Ammoniak, Stickoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe. Diese reagieren in der Atmosphäre zu ultrakleinen Partikeln, welche die Feinstaubbelastung vergrößern.

Trotz der bisher auf nationaler und internationaler Ebene eingeleiteten Emissionsminderungsmaßnahmen lässt sich aus Immissionsprojektionen ableiten, dass in Deutschland auch in Zukunft von erheblichen Überschreitungen der Grenzwerte für Feinstaub PM10, insbesondere des Kurzzeitgrenzwertes, ausgegangen werden muss. Zwei, prinzipiell zusammenhängende umweltpolitische EU-Richtlinien, nämlich die sog. "NEC-Richtlinie" und die EU-Rahmenrichtlinie zur Luftqualität sind dabei wichtige Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Luftqualitätsentwicklung in Europa und damit auch in Deutschland.

Im Projekt „Luft 2030“ werden im Auftrag des Umweltbundesamtes Szenarien erarbeitet, wie sich die Emissionen (Schadstoffausstoß) und Immissionen (Luftqualität) von Luftschadstoffen bis zum Jahr 2030 entwickeln werden. Dabei werden insbesondere verschiedene aktuelle Energie- und Klimaschutzszenarien ausgewertet.

„Luft 2030“ baut auf den Erfahrungen aus dem Projekt PAREST (Projektwebsite) auf, in dem 2007-2010 ein Modellinstrumentarium zur Berechnung der Feinstaubbelastung in Deutschland aufgebaut wurde. Daran sollen die Modellierungen nun anknüpfen und mit Emissions- und Immissionsszenarien für den Zeithorizont bis 2030 die Bandbreite der Luftschadstoffe abschätzen. Die Forschungsergebnisse unterstützen das UBA und das Bundesumweltministerium bei den Verhandlungen zur Revision der EU-Richtlinien für die Luftreinhaltung.

Projektpartner:

  • "Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), Berlin"[www.izt.de]
  • "IER - Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Universität Stuttgart"[www.ier.uni-stuttgart.de]
  • "Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu)"[www.ifeu.de]
  • "Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Institut für Ländliche Räume"[www.vti.bund.de/de/startseite/institute/lr.html] und "Institut für agrarrelevante Klimaforschung, Braunschweig"[www.vti.bund.de/de/startseite/institute/ak.html]
  • "TNO, Institut für Umwelt und Luftqualität, Niederlande"[www.tno.nl/index.cfm]
  • Dr. Rainer Stern, Berlin