Die Rolle von Energiesuffizienz in Energiewende und Gesellschaft - Teilprojekt 3: Wirkungsketten von Suffizienz

Das Projekt

Zur Erreichung unserer Klimaziele brauchen wir effektive Maßnahmen, die möglichst auch in anderen Nachhaltigkeitsdimensionen zu Verbesserungen führen. Im Kooperationsprojekt EnSu (Die Rolle von Energiesuffizienz in Energiewende und Gesellschaft) zwischen der Europa-Universität Flensburg (EUF), dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie dem Öko-Institut untersuchen wir daher Suffizienzmaßnahmen zur absoluten Reduktion des Energieverbrauchs.

Ansatzpunkt ist die Energiemodellierung, die Szenarien für alle Sektoren entwickelt und berechnet, wie Klimaschutzziele erreicht werden können. Diese sind ein wichtiges Instrument der Politikberatung. Suffizienz taucht darin bislang kaum auf – Gründe sind unter anderem ein mangelndes Wissen über die Potenziale sowie komplexe Wirkketten der Maßnahmen, die sich oft nicht durch die Logik der verwendeten Modelle abbilden und damit integrieren lassen.

An diesem Punkt setzt das Teilprojekt am Öko-Institut an. Carina Zell-Ziegler stellt die vorhandenen Potenzial- bzw. Wirkungsabschätzungen (inkl. Co-benefits) zusammen und auch eigene Quantifizierungen an. Diese sollen offen zugänglich als Input für die Energiemodellierung genutzt werden können. Zudem stellt sie – in Zusammenarbeit mit Praxispartner:innen und Fachexpert:innen – Wirkungsketten von Suffizienzpolitiken und -maßnahmen auf, die ein Kollege vom Wuppertal Institut dann versucht in Energiemodelle zu integrieren.

Ein weiterer Grund, warum Suffizienz bislang häufig zu wenig Beachtung findet, ist, dass es oft mit Verzicht assoziiert und daher nicht als akzeptable bzw. attraktive Option angesehen wird. Die vom BMBF im Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" (SöF) geförderte Nachwuchsgruppe, bestehend aus sechs Nachwuchswissenschaftler:innen, möchte dagegen aufzeigen, dass Suffizienz weit über individuelle Verzichtsentscheidungen hinausgeht und zahlreiche Chancen für eine nachhaltige Entwicklung bietet.

Durch die Erarbeitung einer umfassenden Politik-Datenbank will die interdisziplinäre Gruppe zeigen, dass die Umsetzung von Suffizienz ein Politikfeld wie andere auch ist. Suffizienzpolitik hat zur Aufgabe, Rahmenbedingungen zu verbessern, um die Menschen in die Lage zu versetzen, weniger Ressourcen verbrauchen zu können. Durch eigene Suffizienzszenarien sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen werden wir im Verlauf des Projekts aufzeigen, was Suffizienz leisten kann und stellen damit alternative Dekarbonisierungsstrategien für Deutschland zur Diskussion.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" (SöF) gefördert.

Links

Projektwebsite: https://energysufficiency.de/

Politikdatenbank: https://energysufficiency.de/policy-database/

Blogbeitrag: Closing the information gap on energy sufficiency policies

Projektseiten der Projektpartner: