Bewertung der Einführung einer wirtsgesteinsunabhängigen Grenztemperatur unter Vorsorgeaspekten

Das Bundesumweltministerium hat die Aufgabe, die Sicherheitsanforderungen für die Endlagerung Wärme entwickelnder radioaktive Abfälle zu überarbeiten und an die Empfehlungen der „Endlagerkommission“ anzupassen. Einer der hierbei zu betrachtenden Aspekte ist die Einführung einer Grenztemperatur von maximal 100 °C an der Oberfläche der Abfallgebinde, die für den anstehenden Standortauswahlprozess und die dabei zu untersuchenden Wirtsgesteinstypen (Steinsalz, Tonstein, Kristallin) vorsorglich zugrunde zu legen ist. Gegenstand unserer Bewertung sind die Zusammenfassung des derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstands, die damit in Verbindung stehenden Aspekte der Rück-holbarkeit, der Langzeitsicherheit und des Vorsorgegedankens sowie Verfahrensfragen im Hinblick auf das Standortauswahlverfahren.