Begutachtung der Antworten der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC auf 15 anlässlich des Workshops am 11./12. Januar 2016 von deutscher Seite übergebene Fragen zu den Befunden in belgischen KKW

In 2012 wurden im Reaktordruckbehälter (RDB) des belgischen KKW Doel 3 bei Ultraschalluntersuchungen fast 9000 Anzeigen identifiziert. Ähnliche Schadstellen in geringerer Anzahl wurden anschließend im belgischen KKW Tihange 2 entdeckt. Auf Basis von umfangreichen Untersuchungen gehen Betreiber und Behörde davon aus, dass es sich bei diesen Schadstellen um wasserstoffinduzierte Risse (engl. Hydrogen flakes, „Wasserstoff-Flocken“) handelt.

Ein Versagen des RDB muss ausgeschlossen werden, da es nicht beherrscht wird. Deshalb folgte ein sehr aufwendiges mehrstufiges Verfahren zum Nachweis der Strukturintegrität der belgischen RDB.

Anlässlich eines internationalen Workshops zu den Rissbefunden am 11./12. Januar 2016 wurde von der deutschen Delegation ein Katalog mit 15 Fragen zur schriftlichen Beantwortung übergeben. Mit Schreiben vom 18. Februar 2016 übersandte die FANC ihre Antworten an das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Öko-Institut mit einer Bewertung der Antworten der FANC beauftragt.