Ausgabe: Dezember 2016, Zurück auf Anfang – Nachhaltige Lieferketten


Im Fokus

UND GRETEL

Naturkosmetik aus Berlin

Hexen musste sie nicht überlisten, als sie das Naturkosmetiklabel UND GRETEL gründete. Doch Geduld für den richtigen Weg zum Ziel, die brauchte Christina Roth durchaus. „Die Idee, nachhaltige dekorative Kosmetik zu entwickeln, entstand schon vor 15 Jahren“, erzählt die Gründerin und Geschäftsführerin, „doch lange hatte ich nicht den richtigen Partner, es in die Tat umzusetzen.“ Dann traf sie ihre Nachbarin Stephanie Dettmann, die von den Plänen für ein Naturkosmetiklabel begeistert war. Nach langen Gesprächen über Ideen und Möglichkeiten sagte Roth: „Ich glaube, ich brauche jemanden wie dich.“ Mit 11 Produkten und insgesamt 48 Farben ist UND GRETEL dann 2015 gestartet, 2016 wird die Produktpalette erstmals um eine Make-up Tasche erweitert. „Wir führen sehr bewusst ein reduziertes Sortiment und bringen daher nicht ständig neue Produkte auf den Markt, auch als Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft“, so Roth, „außerdem bedeutet natürlich jedes neue Produkt immer einen erhöhten Ressourcenverbrauch. Unser Grundkonzept ist es, verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen.“

Die Rezepturen werden gemeinsam mit europäischen Herstellern entwickelt. Denn Roth hat viele Jahre als Make-up Artistin gearbeitet und weiß genau, worauf es bei Wimperntusche, Lippenstift & Co. ankommt. „Bei Naturkosmetikprodukten hatte ich in dieser Zeit das Problem, dass sie nicht auf der Haut hafteten und die Farben ungeeignet für den professionellen Gebrauch waren. Wollte ich hingegen konventionelle Produkte benutzen, musste ich Mineralöl und Parabene in Kauf nehmen.“ In den Produkten von UND GRETEL stecken nun zahlreiche wohlklingende Inhaltsstoffe wie Muskatellersalbei, Kamillenblütenextrakt oder Hagebuttenkernöl. Aber auch auf kontroversere Inhaltsstoffe kann das Label nicht ganz verzichten, so Palmöl. „Wir verwenden in sehr geringen Mengen Palmölderivate. Dabei achten wir darauf, dass das hierfür verwendete Palmöl von Herstellern stammt, die Mitglied beim Roundtable of Sustainable Palm Oil-Programm sind oder ein Zertifikat für ökologischen Landbau von Ecocert haben.“ Belohnt wurde das Engagement von UND GRETEL für ökologisch nachhaltige und ethisch korrekte Produkte mit einem BDIH-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik.

Auch wenn sie keine Hexen überlisten mussten, ist das Märchen von Hänsel und Gretel nicht nur Namensgeber, sondern auch Wegweiser für die Kosmetik von Christina Roth und Stephanie Dettmann. „Es geht in dieser Geschichte um Intuition und Intellekt“, sagt Roth, „Eigenschaften, die es in der Regel auch braucht, um sich für ein passendes und nachhaltiges Produkt zu entscheiden.“

Weitere Informationen zum Artikel
Kontakt

Christina Roth
Geschäftsführerin

UND GRETEL Naturkosmetik GmbH
Winsstraße 62-63
10405 Berlin

Tel.: +49 30 2809-6881

christina.roth--at--undgretel.com

Facebook

Instagram

Weitere Artikel aus der Rubrik


Nachhaltige Lieferketten

9 Thesen für mehr Verantwortung

Spätestens als 2013 in Bangladesch der Rana Plaza-Komplex einstürzte und 1.138 Menschen ihr Leben verloren, rückte eine... mehr

Nachhaltige Lieferketten

Im Initiativendschungel

Welche Ansätze sind wirklich sinnvoll?

Das Steak verspricht: ohne Gentechnik. Die Jeans sagt: Bio-Baumwolle aus zertifiziertem Anbau. Die Kosmetika werben: Für... mehr

Im Initiativendschungel

„Die Kraft der Vielen ist nicht zu unterschätzen“

Im Interview: Maren Barthel (Otto Group)

Gerade war sie noch in Indien: Nur wenige Tage vor dem Interview hat Maren Barthel von der Otto Group dort die Durchführung... mehr

„Die Kraft der Vielen ist nicht zu unterschätzen“

Porträt

Dr. Nele Kampffmeyer (Öko-Institut)

Wer 80 unterschiedliche Initiativen und Standards für mehr unternehmerische Nachhaltigkeit sammelt und analysiert, der ist für... mehr

Porträt

Porträt

Tadesse Amera Sahilu (PAN-Ethiopia)

Er sei ein Aktivist, sagt er, jemand, der Menschen zusammenbringt, damit sie gemeinsam an einem Problem arbeiten.... mehr

Porträt

Porträt

Johanna Kusch (Germanwatch)

Sie will an die Drückeberger ran. An jene, die bisher nichts tun, weil es Zeit kostet und Geld. „Die Mehrheit der deutschen... mehr

Porträt

Ältere Ausgaben