Ausgabe: Dezember 2016, Zurück auf Anfang – Nachhaltige Lieferketten


Arbeit / Rückblick

Überprüft und bestätigt

Aktualisierte Studie für die Stadtwerke München

Die Erdgaspreise steigen weniger stark, die Kosten für CO2-Emissionszertifikate hingegen verteuern sich. Beide Entwicklungen haben Einfluss auf das Heizkraftwerk München Nord: Der Ausstieg aus der Kohleverbrennung in Block 2 könnte unter aktuellen Annahmen für die Stadtwerke München (SWM) inzwischen geringere finanzielle Einbußen bedeuten als ein gemeinsames Gutachten der SWM mit dem Öko-Institut 2015 ermittelt hatte. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr analysiert, wie sich eine Stilllegung ökonomisch und ökologisch auswirken würde“, sagt Christof Timpe, Leiter des Institutsbereichs Energie & Klimaschutz in Darmstadt und Freiburg, „zusammen mit den Stadtwerken München haben wir diese Untersuchung nun mit Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen des Energiemarktes aktualisiert.“ Das Update der „Untersuchung unterschiedlicher Szenarien zum Ausstieg aus der Kohleverbrennung im HKW Nord“ bestätigt im Grundsatz die Ergebnisse der ersten Untersuchung.

Eine vorzeitige Stilllegung des Kohleblocks kann demnach zu einer spürbaren Reduzierung der CO2-Emissionen führen. Für die SWM wäre der Ausstieg aus der Kohleverstromung mit erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen verbunden. Die betriebswirtschaftlichen Nachteile für die SWM könnten jedoch kleiner sein als bislang angenommen.

Ein Ausstieg aus der Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Nord 2 könnte bei einem Betriebsende im Jahr 2020 eine Emissionsreduktion von 8,2 bis 10,6 Millionen Tonnen CO2 ermöglichen, bei einem Ausstieg im Jahr 2025 wären es immerhin noch 5,3 bis 7,5 Millionen Tonnen CO2, die in München eingespart würden. Die Berechnungen erfassen den Zeitraum bis zur bisher geplanten Stilllegung des Kraftwerks im Jahr 2035. In wieweit diese Minderungen tatsächlich eintreten, hängt von der weiteren Reformierung des EU-weiten Emissionshandelssystems ab.

Mit Blick auf die Finanzen zeigt sich eine deutliche Veränderung zur Vorjahresanalyse: „Wird Block 2 im Jahr 2020 stillgelegt, entsteht den SWM voraussichtlich ein finanzieller Schaden von 150 bis 310 Millionen Euro bis 2035, bei einem Ausstieg 2025 sind es noch 78 bis 160 Millionen Euro.“ Das ist etwa die Hälfte weniger als 2015 errechnet. Der Grund hierfür: „Durch niedrigere Erdgaspreise und höhere Emissionskosten wird der Betrieb des Kohlekraftwerks zukünftig weniger attraktiv.“

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