Ausgabe: Dezember 2016, Zurück auf Anfang – Nachhaltige Lieferketten


Einblick

Geht das eigentlich …

... großflächig Müll aus dem Meer zu fischen?

Im Prinzip funktioniert das schon, doch löst es nicht das Müllproblem der Meere. Ein bekanntes Projekt ist „The Ocean Cleanup“, bei dem Müll aufgefangen werden soll, der an der Oberfläche treibt. Doch lässt sich das bei den schwierigen Bedingungen auf dem offenen Meer tatsächlich erfolgreich umsetzen? Auch die Idee, den Fischern die Abfälle abzunehmen, die sie mit ihren Netzen aufnehmen („Fishing for Littering“), erbringt nur geringe Mengen. Und andererseits müssen Schiffe Gebühren zahlen, wenn sie Abfälle im Hafen abgeben wollen. Dies führt dazu, dass viele Kapitäne aus Kostengründen Müll auf hoher See entsorgen.

Was könnte stattdessen getan werden? Ein erster Schritt wäre, die Entsorgungskosten von Müll in die Hafengebühren mitaufzunehmen. Noch besser wäre es, für die Abgabe von Kunststoffabfällen einen gewissen Betrag zu zahlen, so dass es für die Schiffsmannschaften attraktiv wird, diese tatsächlich in die Häfen zu bringen. Doch leider gibt es beim Problem „Plastik im Meer“ keine einfache Lösung – es sind viele unterschiedliche Ansätze erforderlich. Der Wichtigste ist, von Anfang an weniger Müll zu produzieren. Deshalb sollte die Produktverantwortung der Hersteller auch auf Verpackungen ausgedehnt werden. Über eine Rücknahmepflicht oder Pfandsysteme könnten Kunststoffe eingesammelt werden, die damit weniger in die Umwelt gelangen. Auch die Einführung von vollständig abbaubaren Kunststoffen wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartner am Öko-Institut

Jürgen Sutter
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt

Tel.: +49 6151 8191-152

j.sutter--at--oeko.de

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