Exportschlager Nachhaltigkeit? E-Paper zum Blättern E-Paper als PDF herunterladen
Ausgabe September 2018

Exportschlager Nachhaltigkeit?

Umweltschutz und Menschenrechte international

Editorial


Öko weltweit

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Vieles von dem, was wir heute in Sachen Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz erdenken und erarbeiten, erfordert eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die internationalen Klimaverhandlungen, der länderübergreifende Austausch über die Risiken der Kernenergie und über Strategien, um auf sie zu verzichten, Normierungsprozesse zur Energieeffizienz auf europäischer Ebene, der Wissensaustausch zur Einführung von Umweltzeichen in Asien – die Arbeit des Öko-Institut ist heute schon international. Wir tauschen uns dabei intensiv mit Kolleginnen und Kollegen zahlreicher Disziplinen aus, ob in laufenden Forschungsprojekten, in der Zusammenarbeit in zwischenstaatlichen Gremien oder beim Debattieren auf internationalen Konferenzen. Wir beraten Entscheiderinnen und Entscheider in demokratischen Strukturen und wirken auch in Systeme hinein, die noch auf dem Weg dahin sind. Nicht zuletzt...

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Öko weltweit

Im Fokus


Unternehmerische Verantwortung

Umweltschutz und Menschenrechte

Ein gefährliches Pestizid, das in der EU schon längst nicht mehr zugelassen ist, wird im Ausland verkauft. Kupfer für deutsche Produkte wird in einer Mine abgebaut, deren Arbeits- und Sicherheitsbedingungen dem deutschen Recht in keinster Weise genügen. Ein deutsches Schiff wird in Bangladesch unter Bedingungen abgewrackt, denen keine hiesige Behörde zustimmen würde. Die Geschäftsaktivitäten deutscher Unternehmen erstrecken sich rund um den Globus, sie produzieren international... mehr

Unternehmerische Verantwortung

Ein fairer Liebling

Nachhaltiger Kaffee von Elephant Beans

Er macht uns wach. Er wärmt uns auf. Er schmeckt auch kalt. Kaffee ist aus vielen Gründen das Lieblingsgetränk der Deutschen: 162 Liter trinken wir pro Kopf jedes Jahr. Gleichzeitig ist der Kaffeegenuss aus sozialer und ökologischer Sicht oftmals nicht besonders nachhaltig – etwa mit Blick auf die Ausbeutung der Produzenten oder die Abholzung von Regenwald in den Anbaugebieten. Elephant Beans hat sich dem nachhaltigen Kaffeegenuss verschrieben. „Für uns heißt das: Wir setzen auf... mehr

Ein fairer Liebling

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Elektroschrott in Ghana

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich in der Agenda 2030 auf 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung geeinigt. Die Sustainable Development Goals (SDGs) greifen unterschiedliche Facetten sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit auf: Sie befassen sich mit Armut und Bildungsfragen ebenso wie mit sauberer Energie, nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion. Ihre Grundlage ist ein klarer Aufruf zur Zusammenarbeit: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und... mehr

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Aus Erfahrung bewährt

Nachhaltigkeitskriterien in ASEAN-Staaten

Es ist ein sinnvoller und oft bewährter Ansatz: Von der Erfahrung anderer profitieren. Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten umfangreiche Erfahrungen mit zahlreichen Strategien und Instrumenten nachhaltiger Produktion und nachhaltigen Konsums gesammelt. Diese Erkenntnisse können anderen Staaten helfen – etwa mit Blick auf die Einführung von Nachhaltigkeitskriterien für Produkte und Dienstleistungen im Rahmen von Umweltzeichen und öffentlicher Beschaffung. Lohnenswert ist... mehr

Aus Erfahrung bewährt

„Uns verbindet der Austausch von Wissen und eine gemeinsame Vision für eine nachhaltigere Welt – egal, woher wir kommen.“

Interview mit Desmond Appiah (Nachhaltigkeitsberater des Bürgermeisters von Accra)

Die ghanaische Hauptstadt Accra steht vor einem gewaltigen Müllproblem. Das Müllaufkommen wächst gemeinsam mit der Bevölkerung rapide an. Deponien stoßen an ihre Grenzen. Von Abfällen verstopfte Abwasserkanäle verursachen schwerwiegende Überschwemmungen. In Agbogbloshie am Rande von Accra wird Elektroschrott unsachgemäß verwertet – mit schwerwiegenden Folgen für Menschen und Umwelt. Desmond Appiah will diesen Problemen begegnen: Im Auftrag des Bürgermeisters Mohammed Adjei Sowah... mehr

„Uns verbindet der Austausch von Wissen und eine gemeinsame Vision für eine nachhaltigere Welt – egal, woher wir kommen.“

Porträt

Cara-Sophie Scherf (Öko-Institut)

Mehr als 30 von ihnen hat sie angeschrieben. Wollte erfahren, warum sie ihre ausgedienten Schiffe unter sozial und ökologisch... mehr

Porträt

Porträt

Dr. Sabine Ferenschild (SÜDWIND)

Sie wollte weiter vorne anfangen. Ganz am Anfang der Textilindustrie. Und stieß auf Kinderarbeit. „Vor etwa vier Jahren fiel... mehr

Porträt

Porträt

Dr. Carolijn Terwindt (ECCHR)

Recht und Gesetz sind für sie nicht in Stein gemeißelt. Sondern etwas, das sich im Zuge der Globalisierung weiterentwickeln... mehr

Porträt

Arbeit / Aktuell


In der Cloud

Die Umweltwirkungen von Cloud-Computing

Die Digitalisierung ist längst in der Geschäftswelt angekommen. Mit steigenden Datenmengen und schnellen Datennetzen nimmt dabei besonders die Bedeutung von Rechenzentren zu. Gleichzeitig werden die Anforderungen an sie immer anspruchsvoller – angefangen bei der hohen Verfügbarkeit, über schnelle Reaktionszeiten bis hin zur Datensicherheit. Für viele Unternehmen eine Herausforderung, denn die Administration und der reibungslose Ablauf eigener IT-Systeme wird immer komplexer und... mehr

In der Cloud

Schlupflöcher stopfen

Das EU-Projekt ANTICSS

Wenn Unternehmen Schlupflöcher nutzen und Gesetzgebung umgehen – so geschehen etwa beim „Dieselgate“ – schadet dies Menschen und Umwelt. Wie lässt sich erreichen, dass die EU-Ökodesign- und Energielabel-Richtlinien korrekt angewendet werden und die Akzeptanz für die entsprechende Gesetzgebung steigt? Mit dieser Frage befasst sich das von der EU geförderte dreijährige Projekt „ANTICSS – Anti-Circumvention of Standards for better market Surveillance“ (Eindämmung des Umgehens von... mehr

Schlupflöcher stopfen

Macht in Lieferketten von Baumwolle, Palmöl, Holz

Zertifikate und Sorgfaltspflichten unter der Lupe

Ob Kleidung, Lebensmittel oder Biodiesel, in vielen Fällen sind Deutschland und die Europäische Union stark vom Import sogenannter biogener Rohstoffe wie Baumwolle, Palmöl und Holz abhängig. Doch ihr Anbau ist nicht selten mit gravierenden ökologischen und sozialen Risiken verbunden. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz von Pestiziden beim Baumwollanbau, die keinerlei Unterschied zwischen schädlichen und nützlichen Insekten für die Baumwollpflanzen auf einer Plantage machen. Sie... mehr

Macht in Lieferketten von Baumwolle, Palmöl, Holz

Klimaneutrales Freiburg

Szenarien und Maßnahmen bis 2050

Freiburg – das sind nicht nur Bächle und Schwarzwälder Kirsch. Die Stadt im Breisgau ist seit vielen Jahrzehnten vor allem wegen ihres Engagements für die Umwelt und den Klimaschutz bekannt. Schon 1996 hat sich die Kommune ein erstes Klimaschutzkonzept gegeben; 2014 beschloss der Gemeinderat, dass die CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent sinken müssen. 2050 soll die Stadt klimaneutral sein. Vorschläge dafür hat das Öko-Institut zuletzt in der Studie „Freiburg 2050“... mehr

Klimaneutrales Freiburg

Bioökonomie – Strategie für die Zukunft?

Chancen und Risiken

Bioökonomie wird vielerorts als Konzept für eine nachhaltige Zukunft gesehen: ein Wirtschaftssystem, das auf Biomasse basiert und ohne fossile Rohstoffe auskommt, ökologisch verträgliches Wirtschaften ermöglicht und die Weltbevölkerung ausreichend und gesund ernährt. Viele Länder haben bereits eigene Bioökonomie-Strategien entwickelt, welche diese Chancen in den Mittelpunkt stellen. Wo neben den Chancen aber auch Risiken für die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs)... mehr

Bioökonomie – Strategie für die Zukunft?

Arbeit / Rückblick


Verantwortungsvolles Genome Editing

Bewertung und Begleitforschung

Genome Editing bezeichnet neue gentechnische Arbeitsweisen, durch die besonders zielgerichtete Eingriffe in das Erbgut von Organismen und so neue Funktionalitäten möglich werden. „Dadurch könnten etwa Pflanzen einfacher, schneller und präziser gezüchtet werden, die dann gegen Krankheiten resistent sind und deren Anbau weniger Dünger und Pestizide benötigt“, erklärt Martin Möller vom Öko-Institut, „hier liegen Chancen für eine nachhaltige Landwirtschaft, gleichzeitig gibt es auch... mehr

Verantwortungsvolles Genome Editing

Sechs Säulen für nachhaltigen Konsum

Strategien für eine gesellschaftliche Transformation

Von wirklicher Nachhaltigkeit ist unser Konsum heute weit entfernt. „Wir überschreiten in ökologischer Hinsicht die planetaren Grenzen – das betrifft die Menge unseres Konsums ebenso wie die Art und Weise, wie Produkte her- und bereitgestellt werden“, sagt Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut, „aber auch in sozialer Hinsicht ist die Produktion von Konsumgütern oftmals alles andere als nachhaltig.“ Das betrifft vor allem Deutschland und westliche Industrieländer, aber auch weltweit... mehr

Sechs Säulen für nachhaltigen Konsum

Smart Region

Digitalisierung im Raum Darmstadt Rhein Main Neckar

Digitale Technologien haben unser Leben in fast allen Bereichen grundlegend verändert und werden dies auch in Zukunft tun. Wir teilen uns Verkehrsmittel über Car-Sharing, die Stromversorgung wird besser vernetzt und optimiert, über Apps und andere Anwendungen sind wir sogar mit öffentlichen Stellen verknüpft. „Es ist ein Strukturwandel im Gange, der viele Chancen bietet und neue Handlungs- und Geschäftsfelder öffnet“, sagt Michael Sailer, „gleichzeitig braucht dieser Wandel aber... mehr

Smart Region

Umweltpolitik im 21. Jahrhundert

Abschlusskonferenz im September 2018

Umweltpolitik ist immer wieder mit neuen Problemen und Herausforderungen konfrontiert. Wie diesen begegnet werden kann, damit hat sich das Projekt „Umweltpolitik im 21. Jahrhundert – Ansätze zur Bewältigung neuartiger Herausforderungen“ im Auftrag des Umweltbundesamtes befasst. Das Team um Projektleiterin Franziska Wolff vom Öko-Institut – beteiligt waren zudem die Universitäten Freiburg und Tübingen, die Freie Universität Berlin, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik... mehr

Umweltpolitik im 21. Jahrhundert

Perspektive


Eine Welt ohne Plastik

Sinnvoll und machbar?

Was haben Strohhalme und Wattestäbchen, Luftballonhalterungen und Trinkflaschen gemeinsam? Sie gehören zu den zehn Dingen aus Kunststoff, die am häufigsten an europäischen Stränden gefunden werden. Etwa die Hälfte der gesamten Abfälle im Meer sind in Europa aus solchem Einwegplastik, ein weiteres gutes Viertel ist Fischereiausrüstung. Die tatsächlichen Folgen von Mikroplastik, das in deutschen Flüssen ebenso gefunden wurde wie im Schweizer Hochgebirge und in der Arktis, sind zudem noch...

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Eine Welt ohne Plastik

Einblick


Mitglied in Kohlekommission

Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Diskussion

Dr. Felix Chr. Matthes ist in die „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, kurz „Kohle-Kommission“, berufen worden. Seit Ende Juni erarbeiten die 28 stimmberechtigten Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft Eckpunkte zur Gestaltung des Ausstiegs aus der Stromerzeugung durch Kohle. Matthes arbeitet als Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik seit vielen Jahren an Strategien und Instrumenten für ein... mehr

Mitglied in Kohlekommission

Nachhaltige Starthilfe

Crowdfunding Plattform für soziale und ökologische Projekte

Die Gemeinschaft steht im Fokus von EcoCrowd, der Crowdfunding Plattform der Deutschen Umweltstiftung. Hier werden Ideengeber und Förderer zusammengebracht, entstehen Ideen und Projekte und werden Netzwerke entwickelt. Das Ziel: Als Gesellschaft eine nachhaltige Zukunft gestalten. EcoCrowd-Projekte werden anhand eigens entwickelter Kriterien geprüft und von passenden Kooperationspartnern wie etwa dem Öko-Institut bei der Umsetzung beraten. So konnte etwa das Uranium Filmfestival... mehr

Nachhaltige Starthilfe

Geht das eigentlich …

… dass Atommüll umgewandelt werden kann?

Es ist physikalisch durchaus möglich, langlebige radioaktive Substanzen aus nuklearen Abfällen gezielt abzutrennen und durch Bestrahlung in speziellen Kernreaktoren in kurzlebigere, weniger gefährliche Isotope umzuwandeln. Nuklearwissenschaftler und Nuklearwissenschaftlerinnen nennen dies Partitionierung und Transmutation (P&T). Das Versprechen dieser Methode ist es, die Gefährlichkeit des Atommülls deutlich zu verringern oder sogar ein Atommüllendlager unnötig zu machen. Wir... mehr

Geht das eigentlich …

Vorschau


Die soziale Seite der Energiewende

Zwischen Effizienz, Suffizienz und Kostenbelastung

Die Energiewende zielt darauf ab, Energie einzusparen, die Effizienz zu steigern und dabei kostenverträglich in Bezug auf die Ausgaben privater Haushalte für Energie zu sein. Sie finanzieren über die Strompreise die Förderung erneuerbarer Energien mit – und damit auch die Energiewende. Diese Kosten sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, eine Belastung vor allem für einkommensschwächere Familien. Eine zukunftsfähige und sozial verträgliche Energiewende muss daher...

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Die soziale Seite der Energiewende

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